Hannover - Er kam, sah und traf - und das gleich zwei Mal. Als Mame Diouf nach seinem Doppelpack für Hannover 96 gegen den 1. FC Köln ausgepumpt das Spielfeld verließ, blitzte Stolz aus seinen Augen.

Bei Manchester United ins Reserveteam abgeschoben, blüht der Senegalese seit seinem Transfer im Januar nach Hannover förmlich auf. Schon vor dem hatten ihn die 96-Fans ins Herz geschlossen, mittlerweile ist der 24-Jährige zum Publikumsliebling avanciert.

Ob mit Mohammed Abdellaoue oder Didier Ya Konan als Nebenmann in der Sturmspitze - Diouf ist schon jetzt die für Hannoveraner Verhältnisse exorbitante Ablösesumme von 1,8 Millionen Euro wert. "Eine solche Summe ist für unseren Verein nicht so leicht aufzurufen, umso schöner, dass Mame bei uns Erfolg hat", sagte Trainer Mirko Slomka.

"Man sieht die erstklassige Ausbildung"



Wegen seines erst vor zehn Tagen erlittenen Teilabrisses im linken Sprunggelenk bis zur Halbzeitpause noch geschont, bewies der Torjäger nach dem Seitenwechsel, dass er ein kompletter Angreifer ist. Beim 3:1 in der 67. Minute setzte er sich technisch stark gegen zwei Kölner Abwehrspieler durch. Seine körperliche Robustheit dokumentierte er mit einem wuchtigen Kopfball in der 83. Minute zum 4:1-Endstand.

"Wir freuen uns alle, dass Mame hier ist. Er hat einfach ganz viel Qualität", meinte 96-Torhüter Ron-Robert Zieler, der den Afrikaner noch aus gemeinsamen Zeiten beim englischen Rekordmeister kennt. Dass Diouf nicht nur ein guter und robuster, sondern auch ein schneller Techniker ist, lässt Slomka auf weitere Torerfolge im Trikot der Niedersachsen hoffen: "Man sieht einfach, dass er eine erstklassige Ausbildung genossen hat."

Lieber noch keine Saltos



Bis 2014 hat der Angreifer an der Leine unterschrieben, doch sollte Dioufs Treffsicherheit speziell in der Europa League weiter anhalten, dürften die Norddeutschen ihn auf Dauer schwer halten können. Dabei ist seine sportliche Integration bei den "Roten" laut Sportdirektor Jörg Schmadtke gar nicht vollständig abgeschlossen: "Komplett angepasst an unser Spielsystem ist Mame noch nicht."

Dennoch: Spürnase Schmadtke hat für sein Schnäppchen bereits ein Lob von Clubchef Martin Kind eingeheimst. "Mit Diouf haben wir ligaweit einen der besten Spielereinkäufe in der Winterpause getätigt", sagte der 96-Boss. Verzichten müssen er und die Fans derzeit nur auf Dioufs Torjubel-Salto - bis die Bänderverletzung wieder auskuriert ist.