Zusammenfassung

  • Am 14. Spieltag empfängt der Tabellensiebte den Zweiten.

  • Beide Teams haben sich in den letzten Jahren zu Spitzenclubs entwickelt.

  • Wer hat auf den einzelnen Positionen die Nase vorn?

Sinsheim - Oft haben die TSG 1899 Hoffenheim und RB Leipzig noch nicht gegeneinander gespielt. Hoffenheim ist 2008 in die Bundesliga aufgestiegen, Leipzig 2016. Die letzte Saison war die erste, in der es zu Duellen zwischen TSG und RB kam. Am 1. und 18. Spieltag der Spielzeit 2016/17 bekamen die Zuschauer dabei eine Menge geboten: 2:2 trennten sich die Mannschaften im Kraichgau, 2:1 gewann der schließliche Vizemeister in Sachsen - Tore garantiert! Wer könnte dieses Mal die Treffer verantworten? Wer könnte sie verhindern?

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Nagelsmann gegen Hasenhüttl

Rekordler und Rekordler im Duell © gettyimages

In Julian Nagelsmann und Ralph Hasenhüttl treffen zwei Ausnahmetrainer aufeinander. Erster ist im Februar 2016 mit 28 Jahren der jüngst Bundesliga-Chefcoach der Geschichte geworden. Im Juli dieses Jahres feierte er seinen 30. Geburtstag, kurz zuvor Hoffenheims erste Europapokal-Teilnahme. In 61 Spielen holte Nagelsmann mit der TSG 105 Punkte - nur der FC Bayern und der BVB sammelten in diesem Zeitraum noch mehr Zähler. In den Partien gab's nur zwölf Pleiten. Lässt man alle Übungsleiter, die jemals Rekordmeister München trainiert haben, außen vor, weist der gebürtige Oberbayer unter den Bundesliga-Trainern mit mindestens 34 Einsätzen an der Seitenlinie nach Sascha Lewandowski den geringsten Prozentsatz an Niederlagen auf (20 Prozent).

Ein Coach für Rekorde ist auch Nagelsmanns Gegenüber. Hasenhüttl stellte mit Leipzig in der Aufstiegssaison einige Bestmarken auf. 13 Partien blieb RB zu Saisonbeginn ungeschlagen, acht Duelle gewannen die Sachsen zwischenzeitlich in Folge, acht Auswärtssiege gab's schließlich insgesamt - Rekord, Rekord, Rekord. Nur einen Zähler blieb die Mannschaft am Ende hinter der Aufsteiger-Bestmarke, die Kaiserslautern in der Meisterspielzeit 1997/98 aufstellte.

Wagner gegen Werner

Top-Kandidaten auf einen Treffer © gettyimages

Seit Sommer 2015 sind sie die erfolgreichsten deutschen Torschützen in der Bundesliga: Sandro Wagner und Timo Werner. Wagner brachte das Netz seitdem 28 Mal zum Zappeln. In dieser Saison gelangen dem Stürmer der Kraichgauer in elf Einsätzen bereits vier Tore. Vor allem in der Luft ist er gefährlich. Vier seiner insgesamt sechs Pflichtspieltreffer in dieser Spielzeit markierte der 1,94-m-Mann per Kopf. 2016/17 und 2015/16 netzte Wagner in der Bundesliga jeweils zweistellig ein (14 Tore für Darmstadt und elf für Hoffenheim). Einiges spricht dafür, dass ihm das auch 2017/18 gelingt.

Auch Werner kommt in dieser Bundesliga-Saison bislang auf elf Spiele. Die Spitze der Sachsen traf dabei schon siebenmal, bereitete zudem zwei Treffer vor. Mit seinen neun Torbeteiligungen ist der 21-Jährige Top-Scorer beim Vizemeister, zusammen mit Leverkusens Kevin Volland bester deutscher Scorer der Bundesliga - nur Bayerns Torjäger Robert Lewandowski und sein Dortmunder Pendant Pierre-Emerick Aubameyang stehen vor den beiden. Werner zeichnet sich vor allem durch seine enorme Schnelligkeit aus. Die 100 Meter soll er in 11,1 Sekunden laufen, neun seiner 28 Bundesliga-Tore für RB waren Kontertreffer.

Kein Wunder, dass Wagner und Werner sich große Chancen auf die Berufung in den WM-Kader des amtierenden Weltmeisters für Russland ausmalen. Wagner traf in seinen bislang sieben Länderspielen auch schon fünfmal, Werner in seinen zehn siebenmal.

Uth gegen Augustin

Zwei die wissen, was Effizienz bedeutet © gettyimages

Schon im Jahr 2016 deutete Mark Uth an, was in ihm steckt. Seine zwölf Tore überbot in der Bundesliga von den deutschen Akteuren nur sein heutiger Teamkollege Wagner. Den Trend, den er im Februar 2016 mit einem Doppelpack gegen Mainz begann, setzte Uth beeindruckend fort. In der vergangenen Saison besorgte der 26-Jährige trotz zwei längeren Verletzungspausen sieben Bundesliga-Treffer, in dieser sind es nach zwölf Einsätzen bereits sechs. Uth ist Hoffenheims Top-Torschütze und mit zwei zusätzlichen Vorlagen Top-Scorer. Besonders macht ihn vor allem seine Effizienz - und das auf zweierlei Art: Durch die sechs Tore des Angreifers hat die TSG sieben Punkte mehr auf dem Konto und mit jedem vierten Schuss trifft er.

Effizient ist auch Gegenüber Jean-Kevin Augustin. Der Neuzugang der Leipziger bestritt zwar noch keine Bundesliga-Partie über die volle Distanz, nutzt seine Spielzeit jedoch imponierend. In 445 Minuten war er an fünf Toren direkt beteiligt (drei Treffer und zwei Assists), sammelt im Schnitt alle 89 Minuten einen Scorerpunkt. Sollte Augustin am Samstag über 90 Minuten zum Einsatz kommen, kann sich 1899 buchstäblich ausrechnen, was das bedeuten könnte.

Baumann gegen Gulacsi

Strafraumbeherrschung und Reaktionsfreude © gettyimages

Starke 72,3 Prozent der Bälle, die in dieser Bundesliga-Saison auf sein Tor kamen, wehrte Oliver Baumann ab, Peter Gulacsi kommt auf 71,4 Prozent. Baumann weiß, wie er die Null hält. In dieser Spielzeit blieb er schon viermal ohne Gegentor, nur die Schlussmänner Sven Ulreich, Roman Bürki und Ralf Fährmann von FCB, BVB und S04 je einmal öfter. Der 27-Jährige verpasste seit seinem Wechsel aus Freiburg 2014 nur ein Bundesliga-Duell seiner Kraichgauer, bedeutet im Kasten das, was viele Vereine suchen - Zuverlässigkeit, Klasse und Strafraumbeherrschung.

Zuverlässig ist ein Attribut, das auch zu Gulacsi passt. Der Keeper ist Leipzigs Rekordspieler in der Bundesliga, verschuldete noch nie ein Gegentor durch einen besonders schweren Patzer. "Er verliert uns keine Spiele, er gewinnt uns welche", sagt sein Trainer Hasenhüttl über ihn. In den beiden Aufeinandertreffen mit dem FC Bayern in Bundesliga und DFB-Pokal zeigte Gulacsi in dieser Spielzeit beeindruckend, was er draufhat. Der ungarische Nationaltorwart konnte die Niederlagen zwar jeweils nicht verhindern, glänzte allerdings mit spektakulären Reaktionen - und verdiente sich Sprechchöre des Anhangs in der Red-Bull-Arena.