FC Bayern gegen Werder Bremen: Das Duell zwischen dem deutschen Rekordmeister und dem Erzrivalen elektrisiert seit Jahrzehnten die Massen. In der vergangenen Saison stürmte Werder mit 5:2 die Allianz Arena.

Wer wird am Samstag (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) die Nase vorn haben? bundesliga.de vergleicht die Schlüsselpositionen beider Mannschaften und wagt eine Prognose.

Michael Rensing - Tim Wiese

Obwohl der Bayern-Keeper keines seiner ersten 27 Bundesligaspiele verlor, hatte er als Nachfolger von Oliver Kahn einen schweren Stand. Ausgerechnet gegen Werder am 5. Spieltag der vergangenen Hinrunde beendete eine 2:5-Heimpleite seine Serie. In der Spielzeit 2008/09 wehrte Rensing im Schnitt nur 59,6 Prozent der Torschüsse ab, was der zweitschlechteste Wert aller Bundesligakeeper darstellt. Im Laufe der Rückrunde musste er auf der Ersatzbank Platz nehmen. Mittlerweile hat der 25-Jährige seinen Teamkameraden Hans-Jörg Butt wieder als Nummer 1 im Bayern-Tor verdrängt.

Wiese verkörperte trotz der durchschnittlichen Bundesligasaison von Werder den klassischen Siegertypen. So entschied er beispielsweise mit drei gehaltenen Elfmetern das Halbfinale im DFB-Pokal beim HSV und kam in der Nationalelf zum ersten Mal zum Einsatz. Allerdings hatte Wiese in der Bundesliga bei den gehaltenen Torschüssen (59,8 Prozent) nur einen minimal besseren Wert als Rensing.

Prognose: Vorteil Bremen

Daniel van Buyten - Per Mertesacker

Der Belgier, der in der vergangenen Saison nur sporadisch zum Einsatz kam, ist nach Lucios Weggang zum Abwehrchef des FC Bayern aufgestiegen. Dabei hatte van Buyten auch unter Jürgen Klinsmann beeindruckende Zweikampfwerte vorzuweisen. So konnte er 80 Prozent der Kopfbälle für sich entscheiden und gewann 68 Prozent aller Zweikämpfe am Ball. Zudem sorgte er in der Offensive bei Standards für Torgefahr und erzielte drei Treffer.

Mit 67,4 Prozent gewonnener Zweikämpfe am Ball hatte Mertesacker einen ähnlich guten Wert wie van Buyten. Daneben erwies er sich als sehr passsicher und brachte 86,7 Prozent aller Pässe zielsicher an den Mann. Der 1,96 Meter große Innenverteidiger ist bei Standards ebenfalls meist vor dem gegnerischen Kasten zu finden, was sich in zwei Treffern und drei Assists niederschlug. Einen holprigen Start erwischte "Merte" jedoch bei der 2:3-Niederlage gegen Frankfurt, als er nur vier seiner acht Zweikämpfe gewann.

Prognose: Unentschieden

Anatoliy Tymoshchuk - Torsten Frings

Der ukrainische Nationalspieler, der von Zenit St. Petersburg zum FC Bayern kam, musste im DFB-Pokal und am 1. Bundesliga-Spieltag auf der Ersatzbank Platz nehmen. Nach Mark van Bommels Verletzung rückt Tymoshchuk als Abräumer vor der Abwehrkette in die erste Elf. Der erfahrene Defensivspezialist absolvierte in der vergangenen Saison insgesamt 27 Spiele und zeigte sich dabei mit sechs Treffern in der russischen Liga durchaus torgefährlich.

Der neue Werder-Kapitän spielte in der abgelaufenen Saison die zweitmeisten Pässe ligaweit (1.726). Zudem stand er in 30 Bundesligaspielen immer in der Startelf - so oft wie kein anderer seiner Mannschaftskameraden. Trotz der Heimpleite gegen Frankfurt machte Frings ein gutes Spiel: Er gewann fünf seiner acht Zweikämpfe am Ball und hatte mit einer Quote von 62,5 Prozent den besten Wert der Bremer.

Prognose: Unentschieden

Franck Ribery - Mesut Özil

Der französische Ausnahmekönner fehlte verletzungsbedingt bei einem Großteil der Saisonvorbereitung und kam gegen Hoffenheim nicht zum Einsatz. Gegen Bremen wird er wohl erst im Laufe des Spiels eingewechselt werden. Seinen Wert zeigte der 26-Jährige in der vergangenen Saison, als er neun Tore erzielte und acht Torvorlagen gab. Er war ligaweit der Spieler, der die meisten Dribblings versuchte (168) und davon 76 erfolgreich bestritt (zweitbester Ligawert). Seine 81 Torschussvorlagen sind ebenfalls der zweitbeste Wert der Liga.

Mesut Özil konnte sich zuletzt mit außerordentlichen Leistungen im Verein für die Nationalmannschaft empfehlen. So war der 20-Jährige bei der U-21-EM bester Spieler im Finale und führte die deutsche Elf zum 4:0-Sieg gegen England. In der vergangenen Saison gab Özil die meisten Torschussvorlagen der Bremer (75) und die meisten Assists (zwölf - drittbester Wert der Liga). Er glänzte auch am 1. Spieltag trotz der 2:3-Pleite gegen Frankfurt und war an einem Tor direkt beteiligt: Özil holte den Elfmeter heraus, den er dann auch verwandelte.

Prognose: Unentschieden

Mario Gomez - Boubacar Sanogo

Gomez trifft auf seinen Lieblingsgegner: Gegen kein anderes Team netzte der Stürmer so oft ein wie gegen die Hanseaten (sechs Mal). Gegen Hoffenheim blieb der ehemalige VfB-Star noch ohne Torerfolg - ebenso wie beim 2:0 der Nationalelf in Aserbaidschan. Dies hatte er aber schon in seinem ersten Pflichtspiel für die Bayern erledigt: Beim 3:1-Sieg im Pokal gegen Neckarelz schoss er zwei Tore und gab einen Assist. Beeindruckend: In den letzten drei Jahren konnte Gomez seine Torausbeute regelmäßig um fünf Tore steigern.

Nachdem Sanogo in der Rückrunde der vergangenen Saison nach Hoffenheim ausgeliehen wurde und dort mit vier Aluminiumtreffer zum Unglücksraben avancierte, kehrte er in die Stammelf der Bremer zurück. Und das durchaus erfolgreich: Im Pokalspiel traf er doppelt und gab einen Assist - beim Bundesligastart gelang ihm ein Tor. Gegen die Bayern steht Sanogo vor seinem 100. Bundesliga-Einsatz.

Prognose: Vorteil Bayern