Der VfL Wolfsburg und der FC Bayern München verfügen jeweils über herausragende Einzelspieler. Akteure, die für sich jederzeit eine Partie alleine entscheiden können.

bundesliga.de blickt vor dem Top-Duell am Samstag auf fünf Schlüsselduelle und vergleicht die Stärken und Schwächen der Spieler.

Der deutsche Rekordmeister von der Isar geht mit leichten Vorteilen im defensiven Bereich aus dem Direktvergleich der Schlüsselduelle. Im Tor und der kreativen Schaltzentrale im offensiven Mittelfeld liegen die "Wölfe" und die "Roten" in etwa gleichauf. Der niedersächsische Titelkandidat kann dagegen das Duell im Angriff recht deutlich für sich entscheiden.

Die Torhüter: Unentschieden

Michael Rensing und Diego Benaglio waren die besten Keeper der Vorsaison. Rensing parierte 91,4 Prozent der Schüsse, der Wolfsburger 79,5 Prozent. Dieser Quote hechten beide in der aktuellen Saison noch weit hinterher: Benaglio liegt aktuell bei 66,7 Prozent, Rensing bei nur 63,1 Prozent. Michael Rensing fing noch nicht einmal in jedem zweiten Spiel eine Flanke ab (12 in 25 Partien) - er faustet lieber. Von seinen 53 gehaltenen Bällen waren 37 Fernschüsse. Von Schüssen aus kürzerer Distanz hielt er 39 Prozent - der schwächste Wert aller Stammkeeper. Nur Stuttgarts Lehmann hielt öfter zu Null (9) als Benaglio (8).

Die Innenverteidiger: Vorteil für die Bayern

Bayerns Lucio ist der beste Zweikämpfer der Bundesliga: Er entschied 76 Prozent seiner Duelle am Ball für sich. Damit liegt seine Quote stolze 14 Prozentpunkte über dem Wert von Andrea Barzagli, der nicht einmal halb so viele Zweikämpfe bestritt wie der Münchner. Der Brasilianer zeigt erheblich mehr Offensivgeist als der Italiener: Lucio gab wesentlich mehr Torschüsse ab (26 zu 3), lieferte mehr Torschussvorlagen (10 zu 3), startete sieben Mal mehr Dribblings (bei einer überragenden Erfolgsquote von 93 Prozent) und lieferte 13 Flanken, Barzagli gar keine. Lucio hat doppelt so viele Ballkontakte wie Barzagli, vernachlässigt aber keineswegs seine Defensivaufgaben, wie 146 herausgeschlagene und -geköpfte Bälle zeigen.

Die Abräumer: Vorteil für die Bayern

Bei den Defensivaufgaben stehen sich Wolfsburgs Josue und Mark van Bommel von den Münchner Bayern in nicht vielem nach. Der Wolfsburger gewann bislang 58 Prozent seiner Zweikämpfe am Ball, der Münchner setzte sich in 56 Prozent seiner Duelle durch. Josue begeht allerdings wesentlich mehr Fouls (71 gegenüber 45) als Bayerns niederländischer "Aggressive Leader". Pro 90 Minuten hat van Bommel 30 Ballkontakte mehr als Josue. Der Wolfsburger kam außerdem erst zwei Mal zum Torschuss, konnte den Ball aber in beiden Versuchen nicht im Tor unterbringen. Mark van Bommel schickte die Kugel in der laufenden Saison bereits 26 Mal auf den gegnerischen Kasten und traf dabei ein Mal.

Die Kreativabteilung: Unentschieden

Mit 12 Vorlagen ist Zvjezdan "Zwetschge" Misimovic der absolute Topvorbereiter der Bundesliga. Er gab damit drei Mal so viele Assists ab wie Franck Ribery. Bei erheblich weniger Einsatzzeit gab der Franzose dafür aber mehr Torschüsse ab, als es Misimovic (51 gegenüber 42) tat, und traf auch öfter ins Schwarze (6 gegenüber 5). Ribery hat ligaweit die meisten Ballkontakte (99 pro 90 Minuten) und ist damit wesentlich häufiger am Leder als der Bosnier (69). Der Münchner Feintechniker startete wesentlich mehr Dribblings (109 zu 47), während Misimovic mehr Flanken von der Außenbahn servierte (116 gegenüber 81).

Der Angriff: Vorteil für die "Wölfe"

Der Wolfsburger Grafite ist der effizienteste Stürmer der Bundesliga. Er münzt satte 45 Prozent seiner nicht geblockten Schüsse in Tore um. Luca Toni wiederum kommt ligaweit am häufigsten zum Torschuss: Der Italiener zieht im Schnitt etwa alle 18 Minuten ab. Bei fast identischer Einsatzzeit kommt Grafite auf doppelt so viele Treffer (18) wie der Münchner (9), obwohl er erheblich weniger Torschüsse abgegeben hat als der Weltmeister von 2006. Bei den Vorlagen wiederum war Toni effizienter: elf aufgelegte Torschüsse führten zu drei Treffern, Grafite benötigte für ebenfalls drei Assists fast doppelt so viele Vorlagenversuche (20).