Freiburg - Er kam von einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf und soll die Sturmmisere des SC Freiburg beheben.

Im Interview mit bundesliga.de berichtet Nils Petersen von den neuen Eindrücken, dem Stand der Vorbereitung und zieht eine Bilanz seiner bisherigen Karriere.

bundesliga.de: Herr Petersen, nach der Rückkehr aus dem Trainingslager in Spanien berichteten alle Spieler von einer kraftraubenden Vorbereitung. Aber erklärt das ein Ergebnis wie das 0:5 gegen den KSC?

Nils Petersen: Bei so einem Resultat hat man natürlich wenig Argumente. Selbst wenn man noch so müde ist, darf man sich nicht 0:5 abschlachten lassen. Gerade in Müdigkeitsphasen muss man sich anders präsentieren. Das hat uns auch beschäftigt, ist aber jetzt aufgearbeitet. Wichtig ist, dass wir uns am Samstag gegen Eintracht Frankfurt ganz anders präsentieren.

"Hier war schon vorher Potenzial vorhanden"

bundesliga.de: Wie war denn aus Ihrer Sicht die ersten Wochen in Freiburg?

Petersen: Ich habe hier bislang eine gute Zeit verlebt, auch wenn ich in den beiden Testspielen nicht getroffen habe. Ich weiß aber, dass ich für mein Spiel eine gute physische Grundlage brauche. Insofern ist es, gut, dass ich keine einzige Trainingsminute verpasst habe.

bundesliga.de: Kristallisiert sich denn schon eine Offensiv-Formation heraus? Viele rechnen ja damit, dass Sie und Admir Mehmedi vorne gesetzt sind.

Petersen: Nicht wirklich. Wir haben die unterschiedlichsten Formationen ausprobiert. Insofern wird es für uns alle am Freitag oder Samstag eine große Überraschung sein zu sehen, wie aufgestellt wird.

bundesliga.de: Die meisten Fans dürften mit Ihnen rechnen. Bei 17 Freiburger Toren in der Hinrunde lasten gewisse Erwartungen auf Ihnen (Hintergrund: "Die Verbesserer" - Petersens Neustart in Freiburg).

Petersen: So einfach ist es wohl nicht. Zum einen war vorher auch schon Potenzial vorhanden, das vielleicht nicht ganz so abgerufen wurde. Aber weder in Bremen noch hier kann man erwarten, dass mit zwei Transfers alles gut ist. Aber klar, ich versuche schon, Qualitäten einzubringen, die man vielleicht bislang vermisst hat.

"Das wird ein Hauen und Stechen"

bundesliga.de: Ihr Trainer Christian Streich hat vergangene Woche noch mal sein Plädoyer für ein neues Stadion erneuert. Der SC habe seinen Systemvorteil verloren. Für einen Stürmer ist das Freiburger Spiel aber nach wie vor anspruchsvoll, oder?

Petersen: Man muss hier viel nach hinten arbeiten, darauf war ich aber vorbereitet. Aber es stimmt schon: Auch Mannschaften wie der Hamburger SV, Stuttgart oder Bremen haben im konditionellen Bereich aufgeholt und können lange Wege gehen. Das wird ein Hauen und Stechen im Abstiegskampf werden.

bundesliga.de: Sie müssen es wissen...

Petersen: Stimmt, ich kenne ja zumindest jetzt Bremen und den SC, und ich finde, man merkt, dass da nur zwei Punkte dazwischenliegen. Wobei Werder die letzten drei Jahre im Abstiegskampf gesteckt hat, und der SC in der Zeit im internationalen Geschäft war.

bundesliga.de: Ein gutes Gegenargument, wenn Sie hören müssen, dass Ihre Karriere nach unten weist.

Petersen: Absolut. Ich schaue schon stolz auf meine bisherige Laufbahn zurück. Bei den Bayern wurde der Vertrag mit mir verlängert, so schlecht kann ich da also nicht gewesen sein. Und in Bremen lief es anfangs ja auch gut, jetzt setzt man dort auf junge Spieler, das ist auch okay, ich hege da keinen Groll. Und Freiburg ist im Vergleich zu Werder kein Abstieg.

Christoph Ruf