Köln - Schalke 04, die Stadt Gelsenkirchen und die ganze Region sind eng verwurzelt mit dem Bergbau! Der Bergbau hat das Stadtbild, die Bewohner und die Geschichte geprägt, außerdem ist der Bergbau für viele Leute der Region identitätsstiftend. Noch stehen im Revier hier und da alte Fördertürme oder Schlote, auch das Büro des Schalker Fanprojekts befindet sich auf dem renaturierten Gelände der Zeche Consol in Gelsenkirchen-Bismarck.

Weil viele Einwohner der jüngeren Generationen nicht mehr wissen, was Bergbau bedeutet und wie unter Tage gearbeitet wird, hat das Schalker Fanprojekt im Januar 2011 eine Grubenfahrt im Bergwerk Prosper Haniel in Bottrop organisiert.

Mit Sicherheitsstiefeln, Schienbeinschonern und Grubenlampe

Eine Gruppe von zwölf Personen bekam die Möglichkeit, in originaler Bergmannskluft in einem der wenigen verbliebenen, noch Kohle fördernden Betriebe der RAG Deutsche Steinkohle einzufahren. Nach einer gelungenen theoretischen Einführung ging es in die Kaue, um die Straßenkluft gegen Bergmannskluft zu tauschen.

Spätestens hier beginnt das Erlebnis: Hemd, Halstuch, Unterhose, Socken – alles aus Baumwolle, dazu die kultigen, grünen Badelatschen. Sicherheitsstiefel, Schienbeinschoner, Brille, Helm und Grubenlampe komplettieren das umfangreiche Equipment. Nach einer letzten Sicherheitseinführung machen sich alle auf den Weg zum Förderkorb, der - auch gefüllt mit echten Bergmännern - die knapp 1000 Meter in Richtung Erdkern wie im freien Fall zurücklegt.

Mühsame Wege unter Tage

Unter Tage werden die Fanprojektler von drei Fachleuten, die sie begleiten, kompetent betreut. Jede Frage wird beantwortet und die eine oder andere Anekdote über das Geschehen unter Tage findet Gehör bei den Besuchern während der 30-minütigen Zugfahrt zum Abbaugebiet.

Die letzten Meter zum Streb müssen zur Fuß zurückgelegt werden. Vorbei an der Dieselkatze und durch enge Wettertüren erreicht die Gruppe schließlich das Abbaugebiet und kriecht über Geräte und unter Stützpfeilern hindurch bis direkt ans Förderband: da kommt richtiges Bergarbeiterfeeling auf!

Frisch geförderte Kohle zum Andenken

Gut ein Dutzend Mal braust der große Hobel an den Jugendlichen vorbei und kratzt das schwarze Gold aus dem Stein - wirklich beeindruckend. Um die Arbeiten nicht zu sehr zu behindern, tritt die Gruppe bald den Rückweg an und merkt an der schnell schwindenden Kondition, dass der Beruf des Bergmanns nicht für jeden geeignet ist. Zum Andenken an den Ausflug unter Tage gibt es für alle ein Stückchen frisch geförderte Kohle, und nach der Rückfahrt zum Förderkorb braust dieser genauso schnell nach oben wie zu Beginn nach unten.

Obwohl nicht gearbeitet wurde, fühlen sich doch alle Teilnehmer so, als hätten sie dies soeben getan. In der Kaue gibt es das obligatorische Gruppenfoto, bevor es unter die Dusche geht. Alle sind beeindruckt von der Arbeit, die dort geleistet wird und von dem doch sehr speziellen Arbeitsplatz. Die RAG Deutsche Steinkohle bietet auf ihrer Homepage eine virtuelle Grubenfahrt, bei der jeder zumindest einen Einblick gewinnen kann, was das Schalker Fanprojekt 1000 Metern unter der Erde erlebt hat.