Köln - Über 9.000 Kilometer Luftlinie sind es von Dortmund nach Tokyo. Mit ihrem Japan-Trip verweist Borussia Dortmund den FC Bayern München in der Reisemeisterschaft auf den zweiten Platz. Bayerns drittes und letztes Testspiel in China gegen den Serienmeister Guanghzou Evergrande findet "nur" etwa 8.900 Kilometer von München entfernt statt. 300 Kilometer weniger als das Japan-Gastspiel des BVB.

Deutlich weniger weit ist der Tross von 1899 Hoffenheim unterwegs, aber die Kraichgauer können eine andere Bestmarke für sich reklamieren: Die TSG stählt sich im norwegischen Lilleström für die kommenden Aufgaben. Kein anderes Team absolviert die Vorbereitung so weit im Norden. Dortmund, Bayern und Hoffenheim sind auch die einzigen Clubs, die im nicht-deutschsprachigen Raum unterwegs sind. Alle anderen Teams schwitzen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz für eine erfolgreiche Spielzeit.

Beziehungspflege im Trainingslager

Egal, wo die Stars der Bundesliga sich auch auf die kommende Saison vorbereiten: Ihre Fans sind schon da. Jahr für Jahr begleiten die treusten der Treuen ihre Mannschaft auch in der fußballfreien Zeit hautnah. Die Clubs wissen die Zuneigung ihrer Anhänger zu schätzen und lassen sich für die fußballverrückten Reisegruppen einiges einfallen. Ein Cocktailabend mit prominenten Barkeepern, ein gemeinsamer Grillabend oder ein ausgiebiges Frühstück inklusive Plauderstunde mit den Lieblingsspielern. In den Trainingslagern bleibt Zeit für die Entwicklung einer festen Beziehung zwischen Mannschaft und Fans.

Ein ganz besonderes Vergnügen organisierte die Abteilung Fanbelange des FC Schalke 04 für rund 250 Anhänger. Bei der traditionellen blau-weißen Nacht schipperten die Stars von Königsblau mit ihren Anhängern über den Wörthersee. Eine Aktion, die bei Spielern wie Fans gleichermaßen gut ankam: "Die Schifffahrt werden alle Fans und die Mannschaft vermutlich noch sehr lange in guter Erinnerung behalten", sagte Kapitän Benedikt Höwedes stellvertretend für seine Kollegen gegenüber schalke04.de.

Gegenseitiger Respekt am Wörthersee

"Dieser Abend war ein Dankeschön an unsere Fans. Die Unterstützung bei den Trainingseinheiten in Velden und den Testspielen war spitze", sagte Fanbeauftragter Thomas Kirschner. Doch nicht nur die Fans bekamen Zuspruch während der Schiffahrt. "Man kann gut mit der Mannschaft mitfühlen, wenn die ihre Runden drehen und man sie schon hecheln hört", zollte ein junge Anhängerin dem Einsatz der Spieler Respekt. "Man merkt, dass hier etwas zusammenwächst", lobte ein älterer Fan.

Interessant wird sein, ob der FC Bayern München seine chinesischen Anhänger auch zu einer Bootsfahrt einlädt. Logistisch könnte das ein wenig schwierig werden, denn Jörg Wacker, Vorstand für Internationalisierung und Strategie des Rekordmeisters, beziffert die Summe der Bayern-Fans im Reich der Mitte auf 90 Millionen. Da braucht es ein ziemlich großes Boot. Und ganz viele Cocktails.

Florian Reinecke