München - Stolze 21 Jahre lang war Hoffenheims Manager Andreas Müller auf Schalke tätig. Nun kommt es zum Wiedersehen mit alten Bekannten, denn die "Königsblauen" sind bei 1899 zu Gast - und wollen die Bayern angreifen, die nur vier Punkte vor den formstarken Gelsenkirchenern liegen.

In den übrigen Samstagsspielen liefern sich Nürnberg und der VfL Wolfsburg einen heißes Kellerduell, Borussia Mönchengladbach empfängt den SC Freiburg und der FC Augsburg gastiert bei Hannover 96 (alle Partien ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Außerdem kommt es zur Neuauflage des Wahnsinns-Spiels Dortmund gegen Stuttgart (seperate Vorschau).

Nach dem souveränen Zweitrunden-Sieg im DFB-Pokal gegen Sandhausen steht für den FC Schalke wieder der Bundesliga-Alltag an. Im Kraichgau haben die Schalker bislang noch nicht die besten Erfahrungen gemacht. S04 hat bei der TSG noch kein Bundesliga-Spiel gewonnen. Und auch, wenn die Mannschaft von Trainer Markus Babbel in dieser Saison bislang deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb, sind die "Knappen" gewarnt.

"Es wird ein sehr schweres Auswärtsspiel", sagt Huub Stevens. Der Schalke-Coach warnt vor allem vor der Spielstärke der Hoffenheimer: "Sie haben in der Offensive sehr viele Qualitäten. Da wird jeder einzelne Spieler gefordert sein, um die Angriffe des Gegners zu unterbinden." Bei diesem Unterfangen kann der Niederländer fast aus dem Vollen schöpfen. Auch Christoph Metzelder (zuletzt muskuläre Probleme) und Marco Höger (Knöchel) sind wieder fit.

Die Personalsituation bei den Gastgebern ist da schon angespannter. Der Einsatz von Matthieu Delpierre (Muskelverhärtung) ist fraglich, definitiv ausfallen werden Chris (Muskelfaserriss) und Stefan Thesker (Sehnenreizung im Fuß). Dazu sitzt der rot-gesperrte Sejad Salihovic noch ein Mal draußen. 1899 wartet seit vier Spielen auf ein Erfolgserlebnis, und ausgerechnet jetzt ist der zur Zeit bärenstarke FC Schalke zu Gast. "Wir wollen Leidenschaft und Engagement sehen", macht Manager Andreas Müller deutlich, der selbst 21 Jahre lang auf Schalke tätig war. "Dann kann man auch gegen eine Mannschaft wie Schalke bestehen."



Schiedsrichteransetzungen

Eine ebenso turbulente wie erfolgreiche Woche neigt sich für den VfL Wolfsburg langsam dem Ende entgegen. Zwei Siege in Liga und Pokal sorgten binnen vier Tagen zwar für erkennbare Entspannung im Lager der Niedersachsen, an ein Zurücklehnen ist allerdings nicht zu denken. Stattdessen hat der VfL den "schwierigsten Gegner in dieser Woche" vor der Brust, wie es Interimstrainer Lorenz-Günther Köstner formulierte: Der VfL ist auswärts beim 1. FC Nürnberg gefordert.

"Es wird mit Sicherheit eine brisante Partie, allein schon aufgrund der Tabellenkonstellation", erklärte Köstner vor dem Duell des Fünfzehnten gegen den Sechzehnten. "Ich erwarte ein Duell zweier Mannschaften auf Augenhöhe." Vor dem Abstiegsfight gibt es beim VfL personell keinen Grund zur Klage. Neben den Langzeitverletzten Patrick Helmes und Vaclav Pilar (beide Kreuzbandriss) klagen nur Makoto Hasebe (Rückenschmerzen) und Fagner (Adduktorenprobleme) über "kleineren Wehwehchen".

"Wolfsburg zeigt langsam sein wahres Gesicht nach dem schlechten Start", sagte Nürnbergs Trainer Dieter Hecking. "Wir dürfen jetzt nicht denken, die hauen wir mal so eben aus dem Stadion. Das ist nicht zu erwarten." Ganz und gar nicht, denn das 0:1 auf Schalke am vergangenen Wochenende war das vierte Spiel in Serie ohne eigenen Torerfolg. Nach sechs Partien ohne Sieg sind die Sorgen beim 1. FC Nürnberg groß. Trotzdem "werden wir natürlich versuchen, das Spiel zu gewinnen", verdeutlicht Hecking. Der "Club" muss neben Raphael Schäfer (Achillessehnenprobleme) auch auf den gelbgesperrten Javier Pinola sowie auf Almog Cohen (Blinddarmreizung) und Marcos Antonio (Muskelfaserriss) verzichten.



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Die Niederlage im DFB-Pokal bei Fortuna Düsseldorf haben die Borussen aufgearbeitet, auch wenn laut Trainer Lucien Favre "alle sehr enttäuscht waren, weil wir total unverdient ausgeschieden sind". Hätte sein Team schlecht gespielt und verloren, sei das vermutlich einfacher zu akzeptieren gewesen. Für die Begegnung mit den Breisgauern gelte es deshalb, die guten spielerischen Aspekte aus dem Pokalspiel in den Vordergrund zu rücken. "Wir müssen positiv nach vorne schauen. Wir haben keine andere Möglichkeit", meinte der "Fohlen"-Coach.

Rechtsverteidiger Tony Jantschke kehrt nach seiner Gehirnerschütterung in den Kader zurück. Ob der U21-Nationalspieler wieder die angestammte Position auf der rechten Seite der Viererkette einnimmt, ließ Favre allerdings offen. Verzichten muss der 55-jährige Schweizer dafür weiterhin auf Luuk de Jong (Kapselverletzung im Knie) und Amin Younes (Kapsel- und Bänderriss im Sprunggelenk).

"Ich erwarte nicht, dass Gladbach alles versuchen wird, um uns vorne zuzupressen und uns niederzulaufen", sagte Gästetrainer Christian Streich. "Aber wir stehen erneut vor einer sehr schweren Aufgabe. Trotzdem wollen wir ihnen in allen Breichen Paroli bieten." Beim letzten Spiel im Borussia-Park im März ist das dem Sport-Club beim 0:0 gut gelungen. "Auch, weil die Mannschaft damals taktisch hervorragend gearbeitet hat", erinnert sich der 47-Jährige. Beim Tabellenneunten fehlen Jan Rosental, der wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist, und Immanuel Höhn (Syndesmosebandriss). Fraglich ist noch, ob Oliver Sorg (Bluterguss) und Matthias Ginter (Rückenprobleme) im Borussia-Park wieder zur Verfügung stehen.



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Nach dem Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals durch den 1:0-Sieg beim Drittligisten Preußen Münster will der FC Augsburg beim Europa-League-Teilnehmer Hannover nachlegen. "Die Mannschaft hat durch das Weiterkommen im Pokal Selbstvertrauen getankt", sagte Trainer Markus Weinzierl. "Hannover ist vor allem in der Offensive hervorragend aufgestellt. Wir sind in der Defensvie gefordert und müssen vorne unsere Chancen konsequenter nutzen."

Kapitän Paul Verhaegh (Knöchel-Operation), Dominik Reinhardt (Operation am großen Zeh) und Giovanni Sio (Achillessehnenprobleme) werden die Reise nach Niedersachsen nicht mit antreten. Dafür meldete sich Torsten Oehrl nach überstandener Grippe wieder fit. Der Südkoreaner Ja-Cheol Koo stieg in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining ein und ist zumindet eine Option für den 18er-Keder.

22 Spiele in Folge hat Hannover 96 vor eigenem Publikum nicht verloren. Doch vor Wochenfrist war es soweit: Die Roten verloren gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:3, nach eineinhalb Jahren endete die Serie. "Für das kommende Spiel wollen wir die verlorengegangenen Punkte wieder wett machen und am liebsten drei Punkte auf unser Konto schreiben lassen", kündigte 96-Keeper Ron-Robert Zieler an. Gegen die Fuggerstädter fallen Leon Andreasen (Kreuzbandriss), Sergio da Silva Pinto (Muskelfaserriss) und Felipe (Zerrung des Hüftbeugers) aus.



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