Maribor - In der vergangenen Saison sicherte sich der FC Schalke 04 mit dem 2:0 gegen den FC Basel am letzten Gruppenspieltag den Einzug ins Achtelfinale der Champions League. Heute (ab 20:30 Uhr im Liveticker) soll in Maribor das Last-Minute-Ticket gelöst werden.

Während es die Königsblauen im letzten Dezember noch selbst in der Hand hatten, sind sie nun auf die Unterstützung des FC Chelsea angewiesen.

Ein Großteil der Mannschaft ist diese Drucksituation also nicht fremd. Ein Vergleich zum Basel-Spiel hinkt für Trainer Roberto Di Matteo dennoch. "Natürlich sind meine Spieler dadurch etwas besser vorbereitet. Es wird aber ein ganz anderes Spiel. Jede Partie hat eine eigene Geschichte. Und es ist ja auch ein ganz anderer Gegner", sagt di Matteo.

Ein Sieg muss aber auf jeden Fall her, um noch eine Chance auf die K.o.-Runde zu haben. Die Generalprobe am Samstag ist mit dem 4:0 beim VfB Stuttgart geglückt. Das neue variable 3-5-2-System von Trainer Di Matteo scheint immer mehr zu greifen. bundesliga.de zeigt, auf welche Spieler es dabei besonders ankommt.

Jan Kirchhoff

Bislang war die Zeit bei Schalke für den baumlangen Defensivallrounder von Verletzungen und Rückschlägen bestimmt. Seinen Tiefpunkt erreichte Jan Kirchhoff als Sechser mit dem Eigentor bei der 0:5-Niederlage gegen Chelsea vor zwei Wochen. Doch mit der folgenden Umstellung auf das neue Spielsystem scheint er als zentraler Innenverteidiger in der Dreierkette nun sein Glück gefunden zu haben. Der 24-Jährige gewann in Stuttgart alle seine neun Zweikämpfe und kam auch noch ohne Foul aus. Dass es nun so gut für ihn läuft, wundert Kirchhoff nicht: "Wir investieren sehr viel Zeit in das neue System. Und diese Arbeit zahlt sich langsam aus."

Tranquillo Barnetta

Die lange Ausfallliste bei den Knappen mit neun fehlenden Spielern hatte für Tranquillo Barnetta positive Auswirkungen. Nach der erneuten Verletzung von Kevin-Prince Boateng bekam der Schweizer mal wieder eine Bewährungsprobe, die er dieses Mal eindrucksvoll nutzte. Beim VfB gab er fünf Torschussvorlagen von denen drei letztlich auch zum Torerfolg führten. Kein Wunder also, dass sein Trainer ihn mit einem Sonderlob bedachte. "Er war außergewöhnlich gut. Er ist ein sehr positiver Mensch. Wir brauchen mehr Spieler wie ihn. Er hat auf seine Chance warten müssen - und als er sie bekommen hat, hat er sie gepackt", sagte Di Matteo.

Klaas-Jan Huntelaar/Eric Maxim Choupo-Moting

Im alten 4-2-3-1-System rieb sich Eric Maxim Choupo-Moting auf dem Flügel immer wieder in Zweikämpfen auf und arbeitete extrem viel nach hinten mit. In vordertester Linie neben Klaas-Jan Huntelaar kann sich der Nationalspieler Kameruns nun voll und ganz auf seine Vollstrecker-Qualitäten konzentrieren. In Stuttgart schnürte er gleich mal einen Hattrick. Dass sich die gegnerische Abwehr nun auf einen weiteren Topstürmer konzentrieren muss, schafft mehr Freiraum für Huntelaar. Der Niederländer knipste bei den Schwaben zwar nicht, legte aber die Woche zuvor in Mainz mit ebenfalls drei Treffern die Messlatte für seinen neuen Partner im Angriff hoch. "Wir sind unberechenbarer, wenn wir zwei Stürmer haben. Das macht uns gefährlicher", freut sich Trainer Di Matteo.

Aus Maribor berichtet Michael Reis