Maribor - Eigentlich hätte man erwartet, dass die Anspannung der Schalker Spieler vor dem Alles-oder-nichts-Spiel in Maribor schon von Weitem in den Gesichtern abzulesen ist. Doch vor dem Abflug vom Airport Köln/Bonn wurde schnell klar: Die Knappen sind vor dem letzten Gruppenspiel der Champions League beim slowenischen Topteam locker und gelöst. Die Fans freuten sich über unzählige Autogramme und mit Vereinsmaskottchen Erwin wurde fleißig rumgealbert.

Der Grund für die gute Stimmung sind die letzten Auftritte in der Bundesliga. Nach drei Siegen in Folge sind die Königsblauen wieder in der Spitzengruppe mit dabei. Und diese positive Serie soll nun in der Königsklasse ihre Fortsetzung finden.

Gute Ordnung als Grundlage für Erfolg

"Wir hatten in der Liga eine gute Ordnung auf dem Platz. Das war die Grundlage für unseren Erfolg. Und das müssen wir in Maribor auch auf den Platz bekommen, um das Spiel erfolgreich zu gestalten", erklärte Defensivallrounder Jan Kirchhoff auf Nachfrage von bundesliga.de.

Dabei ist es gerade diese Ordnung auf dem Platz, die in der Champions League in den vergangenen Spielen fehlte. 4:3 gegen Sporting im Hinspiel, 2:4 in Lissabon und 0:5 gegen den FC Chelsea: Zwölf Gegentreffer in drei Partien am Stück sind auf diesem Niveau einfach zu viele.

Balance zwischen Offensive und Defensive

Trainer Roberto Di Matteo hat dafür aber eine einfache Erklärung. "Ich wusste vorher, dass es Zeit braucht, Automatismen zu entwickeln. Das hat in der Bundesliga nun schon ganz gut geklappt, in der Champions League leider noch nicht so", meinte der 44-Jährige.

Um mit einem Sieg das Ticket fürs Achtelfinale zu lösen, ist nun die richtige Balance zwischen kontrollierter Offensive und stabilisierender Defensive gefragt. Das weiß auch Sportdirektor Horst Heldt.

"Beides wird für uns wichtig sein. Denn Maribor will mit einem Dreier schließlich auch noch in die Europa League. Es wird interessant zu sehen, wie beide Teams diese Partie angehen. Wir müssen von Beginn an konzentriert sein und kühlen Kopf bewahren", sagte Heldt, der am Tag vor dem Spiel seinen 45. Geburtstag feierte und dabei unzählige Glückwünsche entgegennahm.

Glück und Schützenhilfe fürs Achtelfinale

Am Mittwochabend muss Schalke also eine geschlossene Mannschaftsleistung abrufen, um mit ein bisschen Glück und Schützenhilfe des FC Chelsea doch noch eine Runde weiter zu kommen.

"Viele Sachen spielen eine Rolle, um dieses Spiel zu gewinnen. Dazu gehören auch Siegeswille und Kampfeist. Und das muss morgen jeder in die Partie werfen. Einen entscheidenden Aspekt gibt es aber nicht",  fasste Kirchhoff zusammen und brachte es am Ende dann doch auf den Punkt: "Wir müssen einfach in allen Bereichen besser sein als Maribor."

Aus Maribor berichtet Michael Reis