Der FC Schalke 04 muss den Angriff auf die Champions-League-Plätze erst einmal vertagen. Nach der unglücklichen 1:2-Heimniederlage im Topspiel gegen Bayern München fielen die "Königsblauen" auf den 6. Platz zurück.

Als das Spiel abgepfiffen war, standen die Schalker Kicker ratlos auf dem Platz. Sie konnten nicht begreifen, wie sie dieses Spitzenspiel hatten verlieren können. Denn eigentlich hatten sie alles richtig gemacht.

Hoher Aufwand nicht belohnt

Die Bayern permanent attackiert, über die Flügel mächtig Druck entwickelt und auch eine Reihe guter Torchancen herausgespielt. Doch der engagierte Auftritt wurde nicht belohnt.

"Heute hat die Mannschaft gewonnen, die die höhere Effizienz hatte", brachte es Schalke-Trainer Fred Rutten kurz und knapp auf den Punkt.

"Das Spiel war ein bisschen ein Rückschlag. Wenn aber übermorgen die Emotionen weg sind, dann bin ich nicht so unzufrieden mit dem Spiel. Wir hatten mindestens ein Remis verdient. Wenn man gegen eine Spitzenmannschaft ein Spiel verliert, dann wenigstens eines, in dem die Fans guten Fußball zu sehen bekommen."

"Noch alles möglich"

Doch das wird die Fans nicht richtig trösten. Der FC Schalke tritt auf der Stelle. Nur zwei der letzten sieben Bundesliga-Spiele konnten gewonnen werden. In der Veltins-Arena sind die "Knappen" seit drei Begegnungen sieglos. Das ist zu wenig für die Ansprüche, die Manager Andreas Müller vor der Saison formuliert hatte. "Wir wollen nie den Kontakt zum 1. Platz der Tabelle verlieren", hatte Schalkes starker Mann die Saisonziele vorgegeben.

"Wir haben den Anschluss nach oben nicht verloren", glaubt Schalkes Mittelfeldrackerer Jermaine Jones. "Es war uns von vornherein bewusst, dass es gegen die Bayern ein schweres Spiel wird. Aber es ist noch kein entscheidendes. Wir müssen uns weiter konzentrieren. In dieser Saison ist immer noch alles möglich. Mit einem 'Dreier' in Leverkusen sind wir wieder oben dabei."

Schlüsselspiel in Leverkusen

Auch Schalkes "Allzweckwaffe" Heiko Westermann blickte direkt auf die kommenden Aufgaben. "Wenn wir so weiterspielen, glaube ich nicht, dass wir in Leverkusen verlieren", sagte der 25-jährige Nationalspieler.

"Mit dem Spiel gegen die Bayern brauchen wir uns nicht zu verstecken. Wir waren die bessere Mannschaft. Die Bayern haben uns zwei Mal eiskalt ausgekontert. Ansonsten haben wir ein sehr gutes Spiel abgeliefert. Wir hätten es auch verdient gehabt, als Sieger vom Platz zu gehen. So ein Spiel ist leider mal dabei. Wichtig ist, dass wir wieder aufstehen und in Leverkusen eine Reaktion zeigen."

So wird die Partie in der BayArena am kommenden Samstag zum Schlüsselspiel für die Gelsenkirchener. Verlieren die Schalker beim Spitzenreiter, beträgt der Abstand bereits acht Punkte. Dann wäre der Zug Richtung Meisterschaft auf lange Sicht erst einmal abgefahren.

Meisterschaft noch möglich

An den Titel mag Schalkes ehemaliger Manager Rudi Assauer ohnehin nicht glauben. Eine spielerische Weiterentwicklung könne er nicht feststellen. Höchstens Platz 5 traue er der Truppe zu, verriet er in einem Zeitungsinterview.

Solche Aussagen wollen sie in Schalke nicht hören. "Was Herr Assauer sagt, interessiert uns nicht", meinte Jermaine Jones trotzig. "Wir werden um die ersten drei Plätze spielen." Der vom früheren Macher auf Schalke indirekt kritisierte Trainer blieb gelassen.

"Es ist noch zu früh, das Saisonziel um die Meisterschaft mitzuspielen, abzuhaken", beharrt Fred Rutten. "Mit der Art und Weise, wie wir Fußball spielen, werden wir noch sehr viele Punkte holen. Ich habe immer gesagt, Bayern ist der Favorit auf die Meisterschaft. Dann gibt es Vereine, die sehr lange um den Titel mitspielen. Von diesen Teams wollen wir auch eins sein."

Tobias Gonscherowski

Die Reaktionen nach dem Spiel gegen Bayern