Nyon - Vizemeister FC Schalke 04 trifft im Viertelfinale der Champions League auf Titelverteidiger Inter Mailand.

Der letzte verbliebene Bundesligist im Europapokal tritt im Hinspiel am 5./6. April zunächst auswärts an, das Rückspiel ist am 12./13. April in Gelsenkirchen. Das ergab die Auslosung in der Zentrale der Europäischen Fußball-Union (UEFA) in Nyon.

Rückkehr an historische Stätte

Für Schalkes neuen Coach Ralf Rangnick beginnt die zweite Chance somit gleich mit einem Knaller. Denn Inter ist nicht nur der Titelverteidiger, im Achtelfinale schmissen die Italiener auch den FC Bayern München aus dem Wettbewerb. Rückkehrer Rangnick reist für sein zweites Spiel zudem gleich an eine historische Stätte. Im Giuseppe-Meazza-Stadion feierte Schalke 04 vor 14 Jahren gegen Inter mit dem UEFA-Cup-Triumph seinen größten internationalen Erfolg.

Das Hinspiel am 5. April ist die zweite Partie für den neuen Trainer Rangnick, der vier Tage zuvor im Bundesliga-Punktspiel beim FC St. Pauli sein Comeback als Schalker Chefcoach geben wird. Im Rückspiel am 13. April hat der Vizemeister in der heimischen Arena die Chance, als letzter Bundesligist Revanche für das Aus von Bayern München gegen den italienischen Triple-Gewinner zu nehmen.

"Wir haben ein Hammerlos erwischt", kommentierte Kapitän Manuel Neuer die Auslosung durch die englische Stürmerlegende Gary Lineker. Der Nationaltorwart, der mit den "Königsblauen" zum zweiten Mal nach 2008 unter den letzten Acht in der Königsklasse steht, erinnerte natürlich an den 21. Mai 1997: "Vielleicht ist es ja ein gutes Omen, dass Schalke schon einmal in San Siro erfolgreich war."

Bange Sekunden für Heldt

Horst Heldt (Sportvorstand Schalke 04) zeigte sich zufrieden mit dem Los: "Ich habe die Auslosung natürlich vor dem Fernseher verfolgt. Der schlimmste Moment war, als der FC Barcelona gezogen wurde und wir noch im Lostopf waren. Denn gegen Barcelona habe ich schon zwei Mal mit dem VfB Stuttgart gespielt - und daran habe ich keine guten Erinnerungen."

Trotzdem schätzt Heldt auch Inter sehr gefährlich ein: "Inter Mailand ist ein sehr, sehr starker Gegner, in deren Reihen mit Lucio auch ein alter Bekannter aus der Bundesliga spielt. Sie haben eine Mannschaft, mit der man immer rechnen muss. Das hat man im Achtelfinale gegen den FC Bayern gesehen. Inter war fast schon ausgeschieden, hat das Spiel in München dann aber noch gebogen."

Respekt vor den erfahrenen Inter-Spielern

Respekt haben die Schalker vor allem vor der Offensive des Titelverteidigers mit den Weltstars Wesley Sneijder und Samuel Eto'o. "Da müssen wir höllisch aufpassen", sagte Abwehrspieler Benedikt Höwedes. Einer ist noch übrig von den beiden Endspielen 1997: Inter-Kapitän Javier Zanetti stand sowohl beim Schalker 1:0 im alten Parkstadion als auch beim Elfmeterkrimi im Rückspiel in Mailand auf dem Platz.

"Wir freuen uns auf diese große Herausforderung. Inters Mannschaft ist zwar schon etwas älter, aber sie weiß, wie Fußball gespielt wird. Mit Wesley Snejder und Samuel Eto'o hat Mailand zwei herausragende Spieler in der Offensive. Andersherum ist das Team hinten aber auch verwundbar. Das Gute ist: Es geht bei 0:0 los. Ich persönlich freue mich riesig auf die beiden Spiele", meinte Heldt weiter.

Sollte Schalke die Sensation schaffen und noch eine Runde weiterkommen, wäre im Halbfinale ein englischer Top-Club der Gegner: Am 26./27. April und 3./4. Mai trifft der Sieger entweder auf den FC Chelsea oder Manchester United. Real Madrid und Barcelona stünde ein rein spanisches Halbfinale ins Haus, sollten beide das Viertelfinale überstehen. Das Finale wird am 28. Mai im Londoner Wembley-Stadion ausgetragen.

Die weiteren Begegnungen:

Real Madrid - Tottenham Hotspur
FC Chelsea - Manchester United
FC Barcelona - Schachtjor Donezk