Zusammenfassung

  • Schalke schnappt sich am 20. Spieltag den zweiten Tabellenplatz zurück

  • Bei Königsblau stechen vor allem Amine Harit und Naldo heraus

  • Heidel über Harit: "Der Junge wird immer besser"

Stuttgart - Ziemlich locker 2:0 gewonnen – der FC Schalke 04 schwimmt weiter auf der Erfolgswelle. Die Mechanismen greifen, aber auch individuell überzeugt die Tedesco-Truppe. Beim Sieg in Stuttgart stechen vor allem zwei Akteure heraus.

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Am Ende des erfolgreichen Arbeitstages in Stuttgart hatte der Schalker Sportvorstand wirklich nur noch an Feinheiten etwas auszusetzen.  "Wir hätten die Partie mit einem Tor mehr entscheiden können", so Christian Heidel nach dem 2:0-Erfolg, der Schalke wieder auf den zweiten Tabellenplatz katapultierte.  "Ich bin aber auch so sehr zufrieden", schränkte Heidel in den Katakomben der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena  sogleich ein. Und fand auch gleich wieder zum Humor zurück:  "Gegen Hannover haben wir den letzten Ball falsch gespielt, heute den allerletzten. Ein 3:0 oder 4:0 wäre noch schöner gewesen, aber wir sind auch so zufrieden."

Harit ist der beste Mann auf dem Platz

Heidels Anspielung auf den "allerletzen Ball" ging in Richtung seines Angreifers Yevhen Konoplyanka. Der hatte in der 65. Minute das Kunststück fertig gebracht, nach einem Zuspiel des immer stärker werdenden Amine Harit am leeren Tor vorbei zu zielen. Sicher der "Fehlschuss des Tages", und sicher ein Albtraum-Moment für Konoplyanka – insgesamt aber für die Schalker an diesem Tag locker zu verschmerzen. Zu überlegen, spielerisch und individuell besser agierten die Gelsenkirchener im Schwabenland. Der Sieg war letztlich nie gefährdet.

© gettyimages / Alex Grimm

Das lag – neben einer insgesamt reifen und taktisch ausgereiften Leistung – vor allem an zwei Akteuren, die der Partie ihren Stempel aufdrückten. Der erwähnte Harit war über die 90 Minuten der beste Mann auf dem Platz und von den Stuttgartern nie zu bremsen. Der 25-Jährige mit Wurzeln in Marokko und Frankreich zeigte sich bei seinem Elfmeter zum 2:0 nicht nur selbstbewusst und nervenstark, nahezu jeder Angriff lief über ihn, ein echtes Juwel, auf das Heidel auch ziemlich stolz ist.      

"Harit soll jetzt mal ein 2,3 schlechte Spiele machen", scherzte Heidel am Samstagabend, angesprochen darauf, ob Harit nicht langsam auch für andere Mannschaften interessant wird. "Der Junge wird immer besser, er hat einen Trainer, der auf ihn steht und mit ihm im taktischen Bereich individuell arbeitet. Auch defensiv ist er fleißig, und unheimlich geschult inzwischen. Es macht Spaß mit ihm."

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Deutliche Worte. Aber in der Tat war Harit in Stuttgart omnipräsent. Und auch er selbst wirkt momentan äußerst zufrieden. "Der Trainer lässt mir auf dem Platz alle Freiheiten", sagte er nach dem Spiel. "Das kommt mir entgegen." Die Zielsetzung ist klar: "Wir wollen in die Champions League, um gleich einem Mitspieler ein großes Kompliment zu machen: "Naldo ist der beste Spieler, mit dem ich je zusammen gespielt habe." Immer wieder Naldo –es war sein Samstag in Stuttgart.

Sein 337. Bundesliga-Spiel hatte der baumlange Innenverteidiger in Stuttgart absolviert und ist damit zum "Rekord-Brasilianer" der deutschen Eliteliga aufgestiegen. Naldo ist nach seinem Führungstreffer in Stuttgart zudem der torgefährlichste Verteidiger der Liga. Seine vier Kopfballtore sind Ligaspitze. Und auch Heidel sang Lobeshymnen: "Naldo ist für diese Mannschaft, auf dem Feld, im Spiel und im Training eminent wichtig. Er ist ein außergewöhnlicher Fußballer und Mensch. Das spürt jeder. Von dieser Art Fußballer gibt es ganz wenige."

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Aber Schalke ist derzeit nicht nur Naldo und Harit. Die "Ruhrpott-Kicker" wirken insgesamt super-stabil. Und haben auch noch viele Möglichkeiten. In Stuttgart saßen zum Beispiel Guido Burgstaller, Alessandro Schöpf oder auch Breel Embolo nur auf der Bank – hervorragende Alternative und damit konsequenterweise goldene Aussichten?

Von Jens Fischer