Piräus - Auf einmal war es dunkel auf der abschließenden Pressekonferenz von Schalke 04 in den Katakomben des Karaiskakis-Stadion in Piräus. Doch wo normalerweise allerorten leichte Beklemmung unter den Anwesenden einsetzen würde, entspannte sich die eher düstere Stimmung mit dieser technischen Panne merklich. Denn die Situation entbehrte nicht einer gewissen Komik. Denn Sekunden vor dem Lichtausfall wurde Kyriakos Papadopoulos gefragt, auf was sich die Schalker an seiner ehemaligen Wirkungsstätte, die oftmals als "Hölle von Piräus" bezeichnet wird, einzustellen hätten...

Als es wieder hell wurde und Papadopoulos erneut zur Antwort ansetzten wollte, sah man am Rednerpult Trainer Huub Stevens mit einem ausgeprägten Grinsen. Das wiederum kam überraschend, da der Niederländer bis dahin eher etwas griesgrämig wirkend den für ihn scheinbar überflüssigen Ausführungen des griechischen Übersetzers lauschte. Immer wieder tippelte er mit seinen Fingern aufs Rednerpult, als wolle er zur Eile mahnen.

Nur Stevens kennt die Mittelfeldbesetzung



Ohnehin zeigte sich Stevens in seinen Erklärungen auf die vielen Fragen der griechischen Journalisten eher kurz angebunden und wenig kreativ. "Wir müssen uns auf unser Spiel konzentrieren", hieß es da und "so früh in der Saison weiß man noch nicht, wo die Mannschaften stehen." Mehr würde man eh erst nach 90 Minuten wissen.

Ob er denn schon verkünden könne, welche Spieler er im Mittelfeld aufbieten werde, beantwortete Stevens wie aus der Pistole geschossen mit einem klaren "Ja". Dabei blieb es dann aber auch.

Stevens' "Partner" an diesem späten Nachmittag in der griechischen Hafenmetropole wollte wohl ebenfalls lieber schnell auf den Rasen zum Abschlusstraining, als sich zum Wiedersehen mit seinem Heimatverein zu äußern. "Papa", wie seine Mitspieler Kyriakos Papadopoulos der Einfachheit halber rufen, begann seine Profikarriere 2007 bei Olympiakos und wechselte 2010 nach Gelsenkirchen.

Papadopoulos: "Wäre schön, wenn beide weiter kommen"



"Es wäre schön, wenn Olympiakos und Schalke in die nächste Runde einziehen. Ich freue mich auf das Spiel morgen und glaube, dass es eine tolle Partie wird", diktierte der griechische Nationalspieler diplomatisch in die Diktiergeräte.

"Nach dem Anpfiff ist es mir aber immer ganz egal, wer auf der anderen Seite steht. Dann geht es nur noch um den maximalen Erfolg für Schalke 04", meinte der 20-Jährige zusätzlich zuvor im bundesliga.de-Interview.

So werden die anwesenden Medienvertreter nach dieser kuriosen Pressekonferenz für ihre Spielvorschauen wohl selbst ein wenig in die Taktikkiste greifen müssen, um sich auf die Partie im Karaiskakis-Stadion einzustellen. Bleibt aber zu hoffen, dass dann die Lichter nicht schon wieder ausgehen. Zumindest nicht für den FC Schalke 04.

Aus Piräus berichtet Michael Reis

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