Bundesliga

Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes: "Ich weiß, wie Ralf Rangnick tickt"

bundesliga.de: Tatsächlich war es erstaunlich ruhig auf Schalke in einer Situation, in der früher wohl große Unruhe ausgebrochen wäre...

Höwedes: Die Mannschaft hat die Ruhe bewahrt, Trainer und Management haben immer die richtigen Worte gefunden und an uns geglaubt, und – das hat mich besonders beeindruckt – auch die Fans sind trotz fünf Niederlagen in Folge sehr ruhig geblieben. Ich denke, dass sie auch in den ersten fünf Spielen gespürt haben, dass wir unbedingt aus dieser Misere herauskommen wollten.

bundesliga.de: Wie sind Sie persönlich mit der Situation umgegangen, waren Sie vor allem mit sich selbst beschäftigt oder konnten Sie als Kapitän den Kollegen helfen?

Höwedes: Mit einem solchen Amt darf man sich nicht nur auf sich selbst konzentrieren. Und ich denke, dass ich in dieser Phase genau dasselbe gemacht habe, was ich nun auch mache: Ich bin vorweg gegangen und habe mich bemüht, die Mannschaft mitzureißen mit der Art und Weise, mit der ich selbst immer versuche, auf dem Platz aufzutreten. Natürlich spricht man in der Kabine auch miteinander und macht den Kollegen Mut, an die eigene Stärke zu glauben. Schließlich war uns trotz der Negativserie immer bewusst, dass wir eine Mannschaft sind, die guten Fußball zeigen kann.

bundesliga.de: Ist Schalke für Sie mehr als nur ein toller Club, vielleicht sogar so etwas wie ein Zuhause?

Höwedes: Ganz sicher ist Schalke ein Stück weit ein Zuhause für mich geworden in den vergangenen 16 Jahren. Wenn man über einen so langen Zeitraum Tag für Tag hier ein und ausgeht und viele Stunden am Tag im Verein verbringt, gehört das längst ganz selbstverständlich zum eigenen Leben.

bundesliga.de: Dank des Erfolgs in Wolfsburg in der Vorwoche sind Sie einer von nur neun Schalkern mit 100 Bundesliga-Siegen. Bedeutet Ihnen diese Zahl etwas, oder gibt es mittlerweile zu viele Zahlen und Statistiken im Fußball?

Höwedes: Mir war das im Vorfeld überhaupt nicht bewusst. Klar freut man sich darüber, dass man zu den erfolgreichsten Spielern des Clubs gehört. Aber es ist keine Zahl, die mich um den Verstand bringen oder für die ich mich selbst abfeiern würde. Und ich glaube tatsächlich, dass es mittlerweile zu viele Zahlen und Statistiken im Fußball gibt. Natürlich gibt es wichtige Daten, die auch für uns Spieler interessant sind. Insgesamt aber existieren heute so viele Daten und Tabellen für dieses und jenes, dass mir das manchmal doch zu viel des Guten scheint.