Schalke schlägt den HSV auch dank Guido Burgstaller mit 2:0 und rückt damit auf Platz 2 in der Tabelle vor - © © gettyimages / Patrick Stollarz
Schalke schlägt den HSV auch dank Guido Burgstaller mit 2:0 und rückt damit auf Platz 2 in der Tabelle vor - © © gettyimages / Patrick Stollarz
Bundesliga

Tabellenzweiter Schalke: Mit breiter Brust ins Revierderby

Gelsenkirchen - Nach dem Führungstor des FC Schalke 04 wurde schon mal angestimmt, nach dem 2:0-Sieg gegen den HSV gab es dann kein Halten mehr: "Die Nummer eins im Pott sind wir", schallte es lautstark durch die Arena und ganz Schalke sang und hüpfte sich fast schon euphorisch auf das Revierderby gegen Borussia Dortmund ein. Nicht nur Tabellenplatz zwei und sechs Spiele ohne Niederlage lassen die königsblaue Brust vor dem Duell am Samstag richtig breit werden. An Bodenhaftung mangelt es der Mannschaft aber nicht.

Perfekte Konzentration ohne Nebengeräusche

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Da hatten sich die Schalker nach fünf Jahren tatsächlich mit dem Sieg über die Hamburger mal wieder auf den zweiten Tabellenplatz geschossen – und trotzdem drehte sich fast alles nur um den schwarz-gelben Revierrivalen. Am Samstag steigt in Dortmund die Mutter aller Derbys und Schalkes Anhänger lenkten die Gedanken der Profis im Eiltempo auf dieses Prestigeduell. "Es ist immer überragend, sich gemeinsam mit den Fans nach einem Sieg auf dieses Duell einzustimmen", brachte es Guido Burgstaller auf den Punkt.

Gegen die Hamburger hatte der Stürmer sein viertes Saisontor erzielt und dabei mit einem Treffer bei zwei Torschüssen genau die Effizienz an den Tag gelegt, die seine Mannschaft momentan auszeichnet. Geht’s nach Burgstaller, kann es so weitergehen: "Wir werden uns jetzt voll auf Dortmund fokussieren, unsere taktische Marschroute besprechen und bestmöglich vorbereiten."

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Die zweitbeste Abwehr der Bundesliga

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Vorbereitung, Taktik, Fokus – nicht zufällig fielen diese Begriffe, die alle als Synonym und Erklärungsansatz für den Schalker Höhenflug taugen. Domenico Tedesco gelingt es seit einiger Zeit nahezu perfekt, seine Mannschaft immer auf die aktuelle Partie zu konzentrieren und alle Nebengeräusche auszublenden.

"Aufgabenorientiertes Denken", nannte der junge Coach das nach dem HSV-Spiel. Seine klaren taktischen Vorgaben in einer 3-5-2 Formation ergänzt der Trainer mit Analysen, die den jeweiligen Gegner empfindlich sezieren und zugleich Disziplin und Malocherqualitäten wertschätzen. "Wir wussten vorher, dass es gegen den HSV vor allem ein harter Kampf wird. Sie versuchen über den Kampf und Konter ins Spiel zu kommen. Wir haben diesen Kampf angenommen", plauderte Daniel Caligiuri nach dem Sieg über den HSV über das Erfolgsrezept des Tages.

- © imago / Team 2

Meyer: "Können diese Saison eine gute Rolle spielen"

Bei allem Lob und Erfolg lassen die Schalker eines aber nicht vermissen, und das ist eine gesunde Bodenhaftung – noch ein Grund für den stabilen Höhenflug. "Der zweite Platz eine schöne Momentaufnahme. Wir genießen die Situation, mehr aber auch nicht", stellte Max Meyer klar. "Dafür können wir uns noch nichts kaufen. Die Liga ist sehr eng und in wenigen Wochen kann es wieder anders aussehen."

Wie man mit der königsblauen Euphorie am besten umgeht? "Den Weg weitergehen und nicht nachlassen", rät der der 22-Jährige unspektakulär, "dann können wir in dieser Saison eine gute Rolle spielen." Nach Dortmund jedenfalls werde man am Samstag "mit einem guten Gefühl und einer breiten Brust fahren." Und vielleicht können die Fans nach dem Derby dann ja auch wieder ihren neuen Lieblingssong anstimmen: "Die Nummer eins, die Nummer eins, die Nummer eins im Pott sind wir…!"

Aus Gelsenkirchen berichtet Dietmar Nolte

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