Kapitän Benedikt Höwedes und der FC Schalke 04 müssen mit der 0:5-Klatsche gegen den FC Chelsea den nächsten Nackenschlag verkraften. Wie geht es nun wieder aufwärts? - © © imago
Kapitän Benedikt Höwedes und der FC Schalke 04 müssen mit der 0:5-Klatsche gegen den FC Chelsea den nächsten Nackenschlag verkraften. Wie geht es nun wieder aufwärts? - © © imago

S04 nach erneutem Dämpfer: Aufstehen - aber wie?

Gelsenkirchen - Klaas-Jan Huntelaar wollte nur noch Weg vom Ort der Schmach. Nach der Blamage gegen Chelsea hastete der Stürmer als einer der Ersten aus dem Stadion, nicht einmal Socken hatte er auf die Schnelle übergezogen.

Kluft zwischen Theorie und Praxis riesengroß

Wie Huntelaar war die 0:5-Heimniederlage der Schalker gegen Chelsea den meisten Spielern so aufs Gemüt geschlagen, dass sie nicht mehr Willens oder in der Lage waren, ein Wort der Erklärung abzugeben. Vor allem die vermeintlichen Führungsspieler duckten sich wie zuvor auf dem Platz kurzerhand weg, glänzten mit Schweigen wie Kapitän Benedikt Höwedes oder verdrückten sich gleich durch den Hinterausgang wie Kevin-Prince Boateng.

Dass man zuvor zumindest in der Kabine kurz Ursachenforschung betrieben hatte, verriet Dennis Aogo im Interview mit bundesliga.de: "Natürlich unterhalten wir uns auch darüber und es gibt den einen oder anderen Ansatz. Aber es ist wichtig, dass wir das unter uns besprechen und es auch intern bleibt."

Ob es bei der Analyse auch um die taktische Ausrichtung der Mannschaft gegangen ist, wollte Aogo nicht verraten. Der Trainer aber wird sich sicher nach dieser deutlichen Abfuhr noch mehr Gedanken darüber machen, welche Formation für seine Mannschaft die erfolgversprechendste ist. Gegen Wolfsburg hatte Roberto Di Matteo mit seiner variablen 3-5-2- bzw. 5-3-2-Auchrichtung den Gegner erfolgreich überrascht - auch aus Pragmatismus: "Dieses System hat gut zu den Spielern gepasst, die wir in dieser Partie zur Verfügung hatten."

Dieses Mal sollte ein defensiveres System irgendwo zwischen 4-5-1 und 4-4-1-1 mit faktisch nur einer echten Spitze Chelseas Spielfreude so einengen, dass Schalke hinten kompakt verteidigt und dann nach vorne Nadelstiche setzt. Doch grau ist alle Theorie; die Mannschaft konnte Di Matteos Vorgaben schlicht nicht umsetzen, was auch der Trainer deutlich kritisierte: "Einer Mannschaft wie Chelsea darf man nicht so viel Raum geben. Und wir waren nicht aggressiv genug, haben den Gegner nicht unter Druck gesetzt."

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