Lissabon – Als der kurze Pfiff von Roberto Di Matteo durch das Stadion Jose Alvalade hallte, versammelten sich die Schalker Spieler wie ferngesteuert sofort um ihren Trainer herum am Mittelkreis. Noch kurz zuvor wurde locker beim 5-gegen-2 gealbert und geflachst. Doch mit Beginn des Abschlusstrainings zur Partie bei Sporting Lissabon war der Spaß vorbei. 

Denn die Mannschaft ist sich der großen Chance beim portugiesischen Traditionsclub bewusst. Sollte der FC Chelsea in Maribor gewinnen, ist das Achtelfinale mit einem Dreier in greifbarer Nähe.

Schalke schaut nicht aufs Parallelspiel

"Wir gucken nicht auf Chelsea oder nach Maribor. Wenn das Ergebnis passt, wäre das aber natürlich schön. Wir Wissen aber, dass wir mit einem Sieg einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale machen können. Und mit diesem positiven Druck werden wir auch ins Spiel gehen", erklärte Roman Neustädter auf der abschließenden Pressekonferenz auf Nachfrage von bundesliga.de

Das am Ende glückliche 4:3 gegen die in Unterzahl agierenden Portugiesen zwei Wochen zuvor wollte Trainer Di Matteo nicht mehr bewerten. "Seit dem Hinspiel sind zwei Wochen vergangen. Das wird jetzt eine ganz anderes Partie", meinte der Italiener. 

Viel mehr lobte Di Matteo sein Team für die Arbeit der vergangenen Wochen. "Seit dem haben wir uns weiterentwickelt und Fortschritte gemacht. Die Spieler zeigen im Training eine sehr große Einsatzbereitschaft", meinte er.

Draxlers Ausfall wiegt schwer

Und diese Einsatzbereitschaft erwarte er nun auch von der gesamten Mannschaft am Mittwochabend. Schließlich gilt es, den Ausfall von Julian Draxler zu kompensieren, der sich am vergangenen Bundesliga-Spieltag gegen den FC Augsburg schon nach elf Sekunden einen Teilabriss der Semimembranosus-Sehne im rechten Oberschenkel zuzog. 

"Das ist ein großer Verlust für die Mannschaft. Wir müssen uns umstellen. Julian können wir nicht einfach so ersetzen. Wir müssen nun als echte Einheit auftreten", sagte Di Matteo. 

So hängt wohl wieder viel Torjäger Klaas-Jan Huntelaar ab, der in vier seiner vergangenen fünf Auftritte in der Königsklasse traf. "Klaas-Jan befindet sich in einer Top-Form. Er entscheidet Spiele. Wir hoffen, dass er sich weiterhin so stark präsentiert", lobte der Coach seinen Stürmerstar und nahm die Mitspieler des Niederländers in die Pflicht: "Die Unterstützung der Mannschaft für Klaas-Jan könnte noch ein bisschen besser sein."

Aus Lissabon berichtet Michael Reis