Dortmund - Borussia Dortmund und seine "Helden" sind in diesen Tagen in Dortmund in aller Munde - und nicht nur das. Die Vorfreude auf die siebte Deutsche Meisterschaft ist nach dem 3:0-Sieg gegen den SC Freiburg und acht Punkten Vorsprung quasi greifbar, und sie treibt schon jetzt teils unglaubliche Blüten.

Am Montagabend feierten rund 1.500 Fans mit einem Flashmob spontan auf einem Platz in der Innenstadt Urgestein Dede, der 33 Jahre alt wurde und tatsächlich selbst vorbeischaute.

Fans verewigen sich

Andere verewigen sich dieser Tage auf einer Meisterbahn: Unter dem Motto "Gib der Bahn Deinen Namen" können sich rund 10.000 Dortmunder mit einem Autogramm beim BVB für eine meisterliche Saison bedanken, das dann ab dem 14. Mai - dem Tag des letzten Saisonspiels - auf einer schwarz-gelb lackierten Stadtbahn zu sehen sein wird.

Gefeiert werden aber soll schon eher, deutlich eher sogar, wenn es nach Kevin Großkreutz geht. Und zwar schon am Samstag. "Wir werden in Gladbach alles raushauen und mit den geilen Fans hoffentlich schon was feiern", hat der Mann zum Besten gegeben, der erst wieder zum Friseur gehen will, wenn der BVB den Titel in der Tasche hat.

Entscheidung schon gegen Gladbach möglich

Das könnte tatsächlich schon Samstag der Fall sein, wenn Leverkusen erneut patzt und der BVB sein Spiel beim Tabellenletzten gewinnt. Ganz nebenher wäre es der zwölfte Erfolg für Borussia Dortmund auf fremden Plätzen und damit ein neuer Ligarekord. Bislang muss man sich die Bestmarke von elf Auswärtssiegen noch mit dem HSV und Werder Bremen teilen.

Von einer Auswärtspartie allerdings will Großkreutz so recht gar nichts wissen: "Ich freue mich schon auf unser nächstes Heimspiel - in Mönchengladbach!" Mindestens 20.000 BVB-Fans sollen Karten für das Spiel im Gladbacher Borussia-Park ergattert haben. Auch Mats Hummels kommentiert das mit entspannter Vorfreude: "Unsere Südtribüne ist ja trotzdem mit dabei, auch wenn wir auswärts den Titel holen."

Dominanter Auftritt gegen Freiburg

An einen Einbruch der Dortmunder auf der Zielgeraden glaubt niemand mehr, auch nicht die Konkurrenz. Zu abgeklärt und überlegen, zu dominant und souverän fiel der Auftritt des BVB gegen Freiburg aus. Auch ohne Barrios und Kagawa und ohne den schon früh verletzten Nuri Sahin ließ die Mannschaft keinen Zweifel an ihrer Überlegenheit. 20:2 Torschüsse standen nach Abpfiff wieder einmal zu Buche, dazu drei zum Teil herrlich herausgespielte Tore.

Dabei gingen die Dortmunder die Partie alles andere als fahrlässig an, obwohl sie beim Anpfiff schon von der 1:5-Pleite der Leverkusener Konkurrenz wussten. Sie verkrampften aber auch nicht, zeigten nicht einen Hauch von Nervosität. Die junge Elf, angetrieben vom überragenden Torschützen und Vorlagengeber Mario Götze (18 Jahre), spielte einfach ihr Spiel und bewies damit, "warum sie zurecht da oben steht", wie Jürgen Klopp zufrieden feststellte.

Zwar warnte Michael Zorc nach der Partie, "dass wir noch nicht durch sind, auch wenn es sich schon richtig gut anfühlt." Aber auch der Sportdirektor weiß, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der BVB ganz offiziell Deutscher Meister ist. Vielleicht sogar schon am Osterwochenende. Am Samstag gegen 20:15 Uhr beim "Heimspiel" in Mönchengladbach.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte