Nach der erfüllten Pflichtaufgabe wollte sich Thomas Schaaf mit den kleinen Schönheitfehlern nicht lange aufhalten.

"Die Gegentreffer in der Schlussphase dürfen eigentlich nicht passieren, aber das ändert nichts daran, dass wir einen guten Start hingelegt haben. Ich sehe vor allem das Positive", erklärte Werder Bremens Coach nach dem 9:3 (4:1)-Sieg des haushohen Favoriten in der ersten DFB-Pokalrunde beim niedersächsischen Fünftligisten Eintracht Nordhorn.

Eine Woche vor dem Start der Bundesliga hatten sich die Hanseaten keine Blöße gegeben - und dennoch nicht immer einen souveränen Eindruck hinterlassen. "Die Gegentore ärgern einen schon. Gegen so einen Gegner wiegt das nicht so schwer, aber nächstes Wochenende darf uns das nicht mehr passieren", sagte Routinier Frank Baumann mit Blick auf Werders Liga-Auftaktspiel am Samstag bei Arminia Bielefeld.

Rosenberg trifft gleich vier Mal

Gleich mehrmals hatte sich die Bremer Abwehrreihe von ihren unterklassigen Gegenspielern düpieren lassen und dabei allzu sorglos gewirkt. "Wir werden das intern aufarbeiten", sagte Schaaf, verzichtete aber auf weitere kritische Anmerkungen: "Ich bin froh über den gelungenen Pflichtsieg. Das war so geplant und ist von der Mannschaft gut umgesetzt worden."

Besonders positiv traten dabei die in der Vergangenheit oft gescholtenen - weil wenig erfolgreichen - Bremer Stürmer in Erscheinung. So legten vier Treffer des Schweden Markus Rosenberg (6./31./55./74.) sowie drei Tore des Portugiesen Hugo Almeida (15. /22./50.) den Grundstein für Werders standesgemäßen Erfolg.

Frings zieht die Fäden im Mittelfeld

In Boubacar Sanogo (72.) traf auch noch ein dritter Angreifer, während Mittelfeldspieler Jurica Vranjes (75.) das einzige Tor aus den "hinteren Reihen" erzielte. Die Treffer für Nordhorn markierten Dennis Brode (37.), Herion Novaku (81.) und Bertino Nacar (90.).

Nationalspieler Torsten Frings wollte die Torerfolge seiner Vorderleute dennoch nicht überbewerten. "Wenn sie gegen so einen Gegner nicht getroffen hätten, müssten wir uns Gedanken machen", erklärte der Vize-Europameister, der angesichts des Fehlens von Olympia-Teilnehmer Diego (Brasilien) gemeinsam mit Daniel Jensen die Fäden im Mittelfeld zog.

Nordhorns Trainer Shefqet Lajci freute sich zwar über die drei Angriffs-Streiche gegen den Bundesligisten, monierte allerdings auch die schwache Defensivleistung seiner Mannschaft. "Da hatten wir leider erhebliche Probleme, deshalb haben wir einige Tore zuviel kassiert."