Zum vierten Mal gastierte die große Bundesliga am Samstag in Paderborn und zum vierten Male war die Benteler Arena voll. Die Herde Schafe, welche gut eine Stunde nach Abpfiff des Spiels gegen Mönchengladbach hinter der Südtribüne unter einigem Widerstand ins Gehege getrieben wurde, dürfte allerdings nicht um Einlass gebeten haben.

Irgendwie aber passten diese störrischen Schafe ins Bild. Denn in der Fußball-Bundesliga will sich das Team von Trainer André Breitenreiter ebenso wenig ohne Gegenwehr wie die Lämmer zur Schlachtbank führen lassen.


"Wir haben 24:11 Torschüsse, 33:3 Flanken und 9:0 Eckbälle gehabt", sagte Breitenreiter. Der 40-Jährige listete positive Zahlen auf, die belegen, dass sein Team besonders nach der Pause mit dem neuen Tabellenzweiten auf Augenhöhe agierte. Mit 1:2 (0:2) gegen Borussia Mönchengladbach musste der Neuling dennoch die erste Heimniederlage kassieren. Ärgerlich: Bereits nach dreizehn Minuten hatte Gladbach seine zwei Treffer erzielt. Weil der SCP zu ungestüm begann und den Gästen so Raum für Konter bot.

"Da sind wir für unseren Mut zweimal hart bestraft worden", sagte Verteidiger Jens Wemmer und fragte ungläubig nach, als er von bundesliga.de erfuhr, dass die zwei Gegentore exakt in den gleichen Minuten gefallen waren, wie auch die ersten beiden beim 0:4 in München am vergangenen Mittwoch.

"Echt? Wahnsinn. Aber wir hätten heute auch in Führung gehen können", sagte Wemmer. Trotz des bitteren Lehrgeldes ließ der 28-Jährige keinen Zweifel, dass der Aufsteiger auch weiter an seiner Spielweise festhalten wird. "Sicherlich wird es auch am nächsten Samstag in Leverkusen wieder extrem schwer. Wir dürfen Bayer nicht ins Rollen kommen lassen, aber wir wollen erneut mitspielen. Natürlich müssen wir aus unserer Naivität lernen, doch nur mit Abwarten geht es nicht", sagte der Torschütze zum 1:2.

Trainer André Breitenreiter stieß ins gleiche Horn. Ganz deutlich erteilte auch der gebürtige Langenhagener einer etwaigen zukünftigen Mauertaktik eine klare Absage. "Die Philosophie des SC Paderborn ist es, stets offensiv zu spielen. Das war schon in der zweiten Liga unsere große Stärke und diese Qualität werde ich meinen Spielern ganz bestimmt nicht rauben. Nein, wir werden auch weiterhin mit Mut, Spaß und viel Herz auftreten."

Aus Paderborn berichtet Thomas Schulz