Freiburg - Der Trend zeigt nach oben beim Sport-Club Freiburg, daran kann auch der späte 2:2-Ausgleichstreffer von Stefan Bell für den 1. FSV Mainz 05 nichts ändern. Nur drei Minuten fehlten den Breisgauern bis zum dritten Sieg in Serie, gerade die Leistung des SC in der Defensive war gut. Fritz Keller, 1. Vorsitzender des SC, glaubt: "Wenn wir so weiterspielen, werden wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben."

Bis zum Jahreswechsel will der SC Freiburg den Aufwärtstrend fortsetzen. Dass die Mannschaft tiefer verteidigt, hat zu mehr Stabilität geführt. SC-Trainer Christian Streich war wie sein Vorsitzender zufrieden mit der Leistung, ein bisschen ärgerte er sich aber natürlich doch über den spät verpassten Sieg. Mit zwei Punkten mehr hätten sich die Südbadener mehr Luft im Abstiegskampf verschaffen können. Doch Streich freute sich über die Stabilität in der Leistung und im Mannschaftsgefüge.

"Müssen bessere spielerische Lösungen finden"

"Wir haben sehr gut gearbeitet, die Jungs haben ordentlich malocht", stellte Streich fest. Der nächste Schritt wird nun sein, bei eigenem Ballbesitz die Angriffe konzentrierter zu Ende zu spielen und die Kugel im Vorwärtsgang nicht zu leicht herzugeben, wie das einige Male der Fall war in Mainz. "Wir müssen bessere spielerische Lösungen finden", fordert Streich. Da keine Länderspielpause mehr die Trainingsarbeit unterbricht, darf man den Freiburgern zutrauen, das auch zu schaffen. Immer wenn Streich seinen Kader über einen längeren Zeitraum ohne Unterbrechung zusammen hat, gelingt auch eine Verbesserung im Spiel.

Deutlich wurde das vergangene Saison, als die Mannschaft durch die Europa-League-Teilnahme keinen ordentlichen Trainings-Rhythmus hatte, nach dem Ausscheiden und vielen Trainingseinheiten unter der Woche aber deutlich verbessert in der Liga spielte. Jetzt sagt Streich vor den letzten fünf Bundesliga-Spielen vor Weihnachten: "Wir sind fit, wir sind wieder da."

Mehmedi ist im Aufwind

Das gilt auch für Admir Mehmedi. Der Schweizer Nationalspieler war schleppend in die Saison gekommen nach WM-Teilnahme und kleineren Verletzungen. Gegen Mainz erzielte der laufstarke Mehmedi sein erstes Saisontor und bereitete das von Jonathan Schmid vor. Seit seinen drei Toren beim 5:2-Pokalsieg beim TSV 1860 München vor vier Wochen ist Mehmedi – wie der SC – im Aufwind. Beim 1:0 in Köln holte er den entscheidenden Elfmeter heraus und wie in Mainz war er auch schon beim 2:0 gegen den FC Schalke 04 überragender Freiburger Spieler. Der 1, 83 Meter große Mehmedi braucht wie die gesamte Mannschaft optimale körperliche Verfassung, um Bestleistung zu bringen.

Die scheint er sich jetzt erarbeitet zu haben. Beim SC waren ohnehin alle überzeugt, dass der laufstarke Angreifer wieder in Form kommt. Letzte Saison hatte Mehmedi zwölf Treffer erzielt, vier vorbereitet und war mit seiner mannschaftsdienlichen Spielweise ein Garant für den Klassenerhalt. Der Schweizer Torwart Roman Bürki in Freiburger Diensten sagt über seinen Nationalmannschaftskollegen: "Für mich ist es keine Überraschung, dass er wieder trifft."

Freiburg agiert seit Jahren ähnlich wie Baron Münchhausen in seinen Geschichten: Immer wenn man denkt, jetzt rutschen sie ab, ziehen sie sich wieder selbst aus dem Schlamassel. Für den kommenden Gegner VfB Stuttgart heißt das: Der SC Freiburg ist wieder ein ziemlich unbequemer Kontrahent. Köln, Schalke und Mainz haben das zuletzt erlebt. Und Freiburg hat sich wieder eine gute Perspektive in der Bundesliga erarbeitet.

Tobias Schächter