Freiburg - In höchster Abstiegsgefahr hat Bundesligist SC Freiburg erstmals in seiner Erstliga-Geschichte einen Trainer vorzeitig entlassen. Zum neuen Chefcoach beförderte der Club nach zuletzt fünf Spielen ohne Sieg (drei Punkte) den bisherigen Co-Trainer Christian Streich.

"Wir haben vor einigen Tagen gemeinsam entschieden, bei der Mannschaft anzusetzen, und einigen Spielern gesagt, dass wir nicht mehr mit ihnen planen. Das ist ein sehr wichtiger Schritt. Wir wollen aber auch auf der Trainerposition einen Impuls setzen. Wir hatten das Gefühl, dass der Glaube daran, enge Spiele zu gewinnen, in der Mannschaft nicht mehr vorhanden war", begründete Freiburgs Sportdirektor Dirk Dufner die Entscheidung des Klubs auch mit Blick auf immerhin schon fünf Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz.

Streich übernimmt

Als Nachfolger von Sorg, der erst zu Saisonbeginn den zum Ligarivalen Bayer Leverkusen abgewanderten Robin Dutt beerbt hatte, soll der seit 1995 zum Freiburger Trainerstab gehörende Ex-Bundesligaprofi Streich das Ruder herumreißen. "Wir sind felsenfest von der Lösung überzeugt", sagte Dufner über den 46-Jährigen.

Erste Amtshandlung von Streich, der laut Dufner einen langfristigen Vertrag für die erste und zweite Liga angeboten bekommen hat, wird der Trainingsauftakt am Montag (2. Januar/14.30 Uhr) sein. Zwei Tage später bricht das Team ins Trainingslager ins spanische Rota auf. "Die Mannschaft lebt. Wenn wir an ein paar kleinen Schrauben drehen, in ein paar Sachen anders zusammenrücken, dann können wir unser Ziel erreichen, nicht abzusteigen", sagte Streich bei seiner Vorstellung.

Vierter Trainerwechsel der Saison

Freiburgs Trennung von Sorg, der seit 2008 zum Trainer-Team der Breisgauer gehörte, ist der vierte Trainer-Wechsel in der laufenden Bundesliga-Saison. Vor dem 46-Jährigen hatten Michael Oenning (Hamburger SV), Ralf Rangnick (Schalke 04) und Markus Babbel (Hertha BSC) ihre Posten entweder verloren oder aufgegeben.

Der Sport-Club hatte bereits vor Weihnachten den Vertrag mit dem französischen Mittelfeldspieler Yacine Abdessadki gekündigt und für die Winterpause die Trennung von fünf weiteren Spielern inklusive Kapitän Heiko Butscher angekündigt.