München - Als Christian Streich den SC Freiburg im Januar des vergangenen Jahres als Coach übernahm, standen die Breisgauer auf dem letzten Platz. Gut 14 Monate später können die Südbadener mit einem Dreier gegen Eintracht Frankfurt auf Platz 4 vorrücken. bundesliga.de hat die wichtigsten Fakten zum Freiburger Höhenflug zusammengestellt.

Mit einem Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt würde der SC am nächsten Spieltag an den Hessen in der Tabelle vorbeiziehen. Rang 4 wäre dann nicht nur die beste Saisonplatzierung für die Breisgauer, sondern die beste Freiburger Platzierung in einer Rückrunde seit der Saison 1994/95, als Freiburg am Ende Dritter wurde.

Unter Streich das viertbeste Bundesliga-Team



Der SC Freiburg hat aktuell die beste Bilanz nach 22 Spieltagen (neun Siege, sieben Remis, sechs Niederlagen, Tordifferenz +7) seit 12 Jahren. Damals in der Spielzeit 2000/01 schafften die "Schwarzwald-Brasilianer" letztmals den Einzug in den Europapokal (Platz 6 am Saisonende).

Seitdem Christian Streich Trainer ist (Dezember 2011), ist der SC Freiburg die "vierte Macht des Landes": Seit Beginn der Rückrunde der letzten Saison holten nur der FC Bayern, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen mehr Punkte als der SC (16 Siege, 13 Unentschieden, zehn Niederlagen, 53:44 Tore). Das ist nicht hoch genug zu bewerten, zumal der 47-Jährige die Breisgauer als Tabellenletzter übernommen hat.

Starke Defensive



Nur die Bayern kassierten in dieser Saison weniger Gegentreffer (sieben) als der SC Freiburg (22), nur der FC Bayern spielte häufiger zu null (16 Mal) als die Breisgauer (neun Mal). In der Hinrunde 2011/12 hatte der SC noch die meisten Gegentore kassiert (39). Streich machte aus der schlechtesten Defensive der Liga also die zweitbeste.

In sechs der letzten acht Heimspiele kassierte der SC Freiburg kein Gegentor (u.a. in den letzten drei). In dieser Zeit trafen nur zwei Teams im MAGE SOLAR Stadion, der FC Bayern und Dortmund (jeweils 2:0).

Freiburg verliert sehr selten



Freiburg verlor nur eins der letzten acht Bundesliga-Spiele. Am 20. Spieltag ausgerechnet bei Kellerkind 1899 Hoffenheim mit 1:2 (trotz einer 1:0-Führung). Insgesamt stehen nur sechs Niederlagen zu Buche. So selten hatte der SC nach 22 Spieltagen lediglich in den Spielzeiten 1994/95 und 2000/01 verloren, an deren Ende man sich jeweils für den UEFA-Pokal qualifizierte. Richtig abgeschossen wurden die Freiburger in dieser Saison nie. Es gab keine Niederlage mit mehr als zwei Toren Differenz.

Der SC Freiburg hat in seiner Geschichte acht Europacup-Spiele bestritten, die letzten Ende 2001 gegen Feyenoord Rotterdam (3. Runde UEFA Cup: 0:1-Auswärtsniederlage im Hinspiel, 2:2-Heimremis im Rückspiel, SC-Tore: Sebastian Kehl, Levan Kobiashvili).

Wenig Ausgaben, viel Erfolg



Freiburg hatte in dieser Saison schon 15 Mal Pech mit Aluminiumtreffern. Höchstwert in der Bundesliga. Das Streich-Team verlor drei Mal nach einer 1:0-Führung (1:2 gegen Bremen, 1:2 in Frankfurt und 1:2 bei 1899 Hoffenheim). Keinem anderen Team passierte das öfter.

Der SC Freiburg feierte im Sommer 2009 mit dem Aufstieg seine Rückkehr in die Bundesliga. Seitdem gaben die Breisgauer nur 9,3 Millionen Euro für neue Spieler aus. Die Freiburger sind mit ihrem Nachwuchs-Leistungszentrum seit Jahren ein echter Vorreiter.

Viele Spieler schafften von dort den Sprung in den Profikader: Zum Beispiel: Oliver Baumann, Johannes Flum, Daniel Caligiuri, Jonathan Schmid, Oliver Sorg, Immanuel Höhn und Matthias Ginter.

Tobias Gonscherowski