Freiburg - Gut gespielt, aber verloren: Beim SC Freiburg war im Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 mal wieder die Chancenverwertung das große Manko. Für die kommenden Spiele sehen sich die Freiburger dennoch gut gerüstet. Aus gutem Grunde...

Christian Streich hatte nach der 2:3-Niederlage gegen Mainz dann doch noch eine Bitte. "Wir wünschen uns jetzt noch ein Spiel, das wir so gewinnen wie Mainz heute sein Spiel gewonnen hat." Eines, bei dem man "aus drei Chancen drei Tore macht", wie es Mainz bei den Toren von Shinji Okazaki (39./45.) und Yunus Malli (83.) gelungen sei. Die Leistung der Mainzer solle das alles keinesfalls schmälern. "Wer das schafft, der hat ein Spiel auch verdient gewonnen."

Tatsächlich konnte man das durchaus so sehen, als Sieg der Effizienz gegen eine Mannschaft, die nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit ordentlich spielte und sich Torchancen en masse herausspielte. Die aber am Ende einmal mehr mit leeren Händen dastand. Und das, obwohl Admir Mehmedi (81.) und Jonathan Schmid (90.) immerhin zwei Mal ins Schwarze getroffen hatten.

Ungewohnte Defensivschwächen

"Wenn du zwei Tore schießt, musst du eigentlich gewinnen", ächzte SC-Keeper Roman Bürki, der bei allen drei Gegentreffern schuldlos war und einige Mainzer Angriffe durch ein hervorragendes Stellungsspiel im Keim erstickte. "Leider standen wir heute in der Defensive nicht so sicher wie in den letzten Spielen."

So sah es auch Christian Günter, der sich den ersten Mainzer Treffer mit auf die Fahnen schrieb: "Bei der Flanke von Jairo hätte ich wohl energischer rausrücken müssen." Der Linksverteidiger weigerte sich allerdings, die Niederlage der Abschlussschwäche seiner Offensivkollegen zuzuschreiben: "Auf so ein Spiel lassen wir uns am besten erst gar nicht ein. Jeder der zehn Feldspieler auf dem Platz kann ein Tor schießen. Da haben wir als Mannschaft versagt."

Viel Lob für den Sport-Club

Dass die Mainzer Spieler fast unisono die "hohe Qualität der Freiburger" (05-Keeper Loris Karius) lobten, kennen sie mittlerweile im Breisgau. Doch im Gegensatz zur schwierigen Phase im Winter, als eine (knappe) Niederlage auf die nächste folgte, zehren die SC-Spieler mittlerweile von einigen Erfolgserlebnissen. Zwei Siege und ein Remis standen vor dem Mainz-Spiel zu Buche, Platz 14, den der SC auch am Ende dieses Spieltages innehat, ist weit mehr, als man sich noch im Februar als Zwischenziel erhofft hatte.

"Wir hatten einen kleinen Höhenflug", sagte Keeper Roman Bürki unter Verweis auf zuletzt sieben Punkte in drei Spielen dann auch. "Jetzt sind wir wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet und müssen zusehen, dass wir gegen Stuttgart einiges besser machen."

Noch vier Duelle auf Augenhöhe

Am kommenden Samstag will man dann versuchen, im schwäbisch-badischen Derby die drei Zähler zu holen, die man gegen Mainz liegenlassen hat. Es ist das erste von vier Spielen gegen alle vier Mannschaften, die in der Tabelle noch unter den Freiburgern stehen. Das Restprogramm könnte also schwerer sein, lediglich gegen die Bayern (33. Spieltag) hält man sich für chancenlos. "Wir haben eine ordentliche Leistung gezeigt und eine gute Reaktion nach dem 0:2 zur Pause gezeigt", sagte Kapitän Julian Schuster. "Das muss auch unser Weg für die kommenden Wochen sein."

Aus Freiburg berichtet Christoph Ruf