Zusammenfassung

  • Wagner holt mit den Bayern den Bundesliga-Titel.

  • Beim 4:1 beim FCA trifft er.

  • Die Deutsche Meisterschaft soll in dieser Saison nicht die einzige Errungenschaft bleiben.

Augsburg - Eine echte Premiere ist es nicht, dennoch ist die zweite Deutsche Meisterschaft für Sandro Wagner eine neue Erfahrung. "Jetzt ist es schöner, weil ich mehr Anteile daran hatte", kommentierte er seine erste "richtige" Meisterschaft mit dem FC Bayern München. "Ich konnte ein paar Tore und lustige Sprüche in der Kabine dazu steuern." So wie am Samstag, als er den Schlusspunkt zum 4:1 in Augsburg setzte. Doch der Stürmer hat in dieser Saison noch mehr vor.

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Was er gesagt hätte, wenn ihm jemand im August erzählt hätte, dass er im April Deutscher Meister wird, wurde Wagner nach dem Erfolg gefragt. "Da hätte ich gesagt, dann spielen wir eine gute Saison mit Hoffenheim", antwortete der Torjäger. Dieser Titel war in der Tat vor einem Dreivierteljahr noch nicht abzusehen. Die laufende Spielzeit begann er mit der TSG und schoss in der Hinrunde vier Tore für die Kraichgauer. Als im Winter aber der Lockruf aus seiner Heimatstadt kam, konnte der gebürtige Münchner nicht widerstehen.

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"Ich kann das Ganze mehr genießen"

"Ich bin froh, wieder zu Hause zu sein", sagte Wagner. "Ich hatte auch ein paar Jahre, in denen es nicht so gut lief. Deswegen kann ich das alles gut einschätzen und bin sehr dankbar für die momentane sportliche Situation." 2008 verließ er die Bayern zwar als Meister, mehr als vier Kurzeinsätze zu Saisonbeginn wies er damals aber nicht auf.

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Der jetzige Titelgewinn hat auch deswegen eine größere Bedeutung für ihn, weil der Nationalspieler in seinen neun Bundesligaeinsätzen für den Rekordmeister in der Rückrunde beachtliche fünf Tore beisteuern konnte. "Es fühlt sich jetzt einfach gut an. Ich bin ein bisschen reifer und kann das Ganze mehr genießen", sagte der 30-Jährige.

Heynckes lobt Wagner

Sandro Wagner nickt zum 4:1 beim FCA ein © imago

Während einige Spieler im FCB-Kader mit der sechsten Meisterschaft in Serie schon über Erfolgserfahrung verfügen, freute sich Trainer Jupp Heynckes explizit für die Akteure, die ihre Premiere feierten - wie Sebastian Rudy, Niklas Süle, Corentin Tolisso und James Rodriguez. Und natürlich Winterneuzugang Wagner, den er sich damals als Backup für Robert Lewandowski wünschte: "Auch Sandro Wagner ist mal richtig im Mannschaftsgefüge mit drin."

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Der Teamgeist ist für Wagner ein entscheidender Grund für den Erfolg. "Die Jungs auf der Bank freuen sich auch für uns, die wir nicht so viel spielen. Sie pushen uns in der Kabine", betonte er nach seinem dritten Einsatz über 90 Minuten seit seiner Rückkehr. "Der Spirit, den wir momentan haben, den Jupp Heynckes hier jeden Tag vorlebt, ist der Wahnsinn. Das habe ich so noch nicht erlebt."

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Heiß auf weitere Titel

Nach dem vorläufigen Höhepunkt der für ihn persönlich so ereignisreichen Saison hat Wagner aber noch nicht genug. "Ich hoffe, dass wir dieses Jahr viele Titel holen. Die Grundlage ist da. Es wäre schon super, wenn es so weitergeht", blickte er entschlossen voraus. Schon am Mittwoch erwartet er im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Sevilla eine "brutal schwere" Aufgabe. "Das wird ein schwieriges Spiel, auch wenn wir 2:1 führen. Das ist ein tückisches Ergebnis. Wir wissen, dass wir Gas geben müssen. Wir wollen unbedingt weiterkommen."

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Um dieses Ziel nicht zu gefährden, hielt sich Wagner - wie der Rest des Teams - bei den Feierlichkeiten am Samstag auch etwas zurück. "Ich hebe mir das auf", sagte er. "Dann feiern wir nach der Saison, da haben wir ein bisschen mehr Zeit." Und vielleicht kommt ja sogar noch der ein oder andere Titel hinzu. Das wäre dann auch für Sandro Wagner eine echte Premiere.

Aus Augsburg berichtet Maximilian Lotz