Frankfurt am Main - Nach dem erfolgreichen Auftakt in der vergangenen Spielzeit zeichnet Europas Top-Liga mit dem jüngsten Altersdurchschnitt auch in der Saison 2017/18 die besten Nachwuchsstars mit dem "Bundesliga Rookie Award by TAG Heuer" aus. Die Kandidaten im Januar:

Jadon Sancho (Borussia Dortmund)

Nach einem halben Jahr Anlaufzeit ist Jadon Sancho so richtig angekommen bei Borussia Dortmund. Der Neuzugang von Manchester City hat die Winterpause genutzt, um körperliche Rückstände aufzuholen und ist inzwischen fester Bestandteil der Elf von Peter Stöger. In der prominent besetzten Dortmunder Offensive durfte Sancho im Januar in allen drei Partien der Schwarz-Gelben auf der offensiven linken Außenbahn über die vollen 90 Minuten ran und überzeugte dabei mit seiner erfrischenden Spielweise. "Sancho ist ein richtig guter Junge, der viel Tempo hat und der gut Eins-gegen-Eins-Situationen lösen kann", sagt Peter Stöger über seinen Schützling und fügt hinzu: "Er ist noch nicht ganz fertig, aber wenn die Entwicklung weitergeht, dass er die Situationen richtig erkennt, dann hat er eine große Zukunft vor sich."

"Wenn die Entwicklung so weitergeht, hat er eine große Zukunft vor sich“ Peter Stöger

In den Notizblöcken der Scouts war der Name Sancho ohnehin schon spätestens seit Mai 2017 prominent vermerkt. Für England hatte Sancho mit fünf Treffern in sechs Spielen entscheidenden Anteil am zweiten Platz bei der U17-EM in Kroatien. Sancho wurde anschließend sogar zum Spieler des Turniers gewählt. Auch bei der U17-WM in Indien trug er im Oktober mit drei Toren zum späteren Titelgewinn Englands bei, musste jedoch nach vorheriger Absprache mit dem BVB nach der Vorrunde nach Dortmund zurückkehren, um wenige Tage später sein Bundesliga-Debüt zu feiern. Mit seinen erst 17 Jahren ist Sancho 2017/18 der zweitjüngste eingesetzte Spieler der Bundesliga. Im Januar führte er von allen BVB-Spielern die meisten Zweikämpfe, legte am 19. Spieltag gegen Hertha BSC den 1:1-Ausgleichstreffer von Shinji Kagawa auf und scheiterte gegen den VfL Wolfsburg eine Woche zuvor nur knapp am Pfosten. Jetzt fehlt eigentlich nur noch der erste Treffer.

>>> Zur Abstimmung

Bruma (RB Leipzig)

"Wir haben bei Galatasaray eine großartige Saison verbracht", schwärmte Lukas Podolski im Sommer über den hierzulande bis dato noch recht unbekannten Bruma, der in der türkischen Liga in der vergangenen Saison auf starke elf Tore und sechs Vorlagen kam. "Der Junge hat großes Potenzial. Natürlich ist die Bundesliga ein großer Schritt für ihn. Aber den kann er auf jeden Fall machen", so Podolski weiter. Und er sollte recht behalten. Obwohl Bruma am 2. Spieltag ein Traumtor gelungen war, kam er in der Hinrunde bei RB Leipzig nicht über den Status des Ergänzungsspielers hinaus. Im neuen Jahr wurden die Uhren aber auf null gestellt und der Portugiese konnte den verletzungsbedingten Ausfall von Emil Forsberg eindrucksvoll nutzen, um auf der linken Offensivseite Werbung in eigener Sache zu betreiben.

"Der Junge hat großes Potenzial" Lukas Podolski

Im Januar stand Bruma in allen drei Bundesliga-Partien in der Startelf gegen den FC Schalke 04 und den Hamburger SV steuerte er jeweils einen Treffer bei. Dabei überzeugte der 23-Jährige aber vor allem im Eins-gegen-Eins, setzte nach Schalkes Amine Harit, dem Rookie des Monats Dezember, die meisten Dribblings an und gewann auch noch starke 52 Prozent seiner Offensivzweikämpfe. Im Januar dribbelte er fast genau so viele Spieler (12) aus wie Bayerns Arjen Robben und Franck Ribery zusammen (15). Ganz nebenbei hat sich Bruma aber auch in Sachen Passspiel deutlich verbessert, reduzierte seine Fehlpassquote von 21 Prozent aus der Hinrunde im Januar auf elf Prozent. Seit November ist der in Guinea-Bissau geborene Bruma nun auch Nationalspieler Portugals, mit dem klaren Ziel, im Sommer zur WM zu fahren. Mit diesen Leistungen sollte das Ticket schnell gelöst sein.

>>> Zur Abstimmung

Lucas Höler (SC Freiburg)

Die Karriere von Lucas Höler war vor einigen Jahren so nicht unbedingt vorherzusehen. Der Freiburger Winter-Neuzugang wurde in keinem Nachwuchs-Leistungszentrum ausgebildet und in seiner Jugend nie zu einer U-Nationalmannschaft eingeladen. Die Karriereleiter kletterte er vielmehr in kleinen Schritten nach oben. Nach seinem Profidebüt in der fünftklassigen Bremenliga 2012 beim Blumenthaler SV ging es für ihn nahezu jedes Jahr eine Liga höher. Vor zwei Jahren stürmte Höler dann noch die Mainzer Reserve in der 3. Liga, die heutigen Bundesliga-Trainer Martin Schmidt und Sandro Schwarz galten als seine Förderer. Nach anderthalb sehr starken Jahren beim SV Sandhausen, wo er insgesamt 13 Zweitliga-Tore erzielte, hatte sich Höler dann endgültig in den Fokus der Bundesliga gespielt und wechselte in dieser Wintertransferperiode zum SC Freiburg ins Breisgau.

"Ich bin sehr gespannt, wo er in einem Jahr stehen wird" Christian Streich

Dort schaffte es Höler sofort in die erste Elf, durfte in allen drei Partien im Januar starten. Gegen die Top-Clubs Frankfurt, Leipzig und Dortmund bleib Freiburg jeweils ungeschlagen, auch wegen Höler. Der 23-Jährige überzeugte seinen Trainer Christian Streich in erster Linie durch unermüdlichen Einsatz, spielte körperlich mit höchster Intensität. Pro Partie zog er im Schnitt 31 Sprints an, lief 12,5 Kilometer und führte 27 Zweikämpfe, wovon er für einen Offensivspieler auch noch starke 55 Prozent gewann. "Er ist sehr fokussiert, ruhig, hört genau und er versucht Tipps sofort umzusetzen", lobt Streich seinen neuen Mann. "Ich bin sehr gespannt, wo er in einem Jahr stehen wird." Wenn Höler so weitermacht wie bisher, ist gewiss noch viel möglich.

>>> Zur Abstimmung