Spricht man in Deutschland über die junge Generation kommender Superstars, fallen allerhand Namen. Sami Khedira wird dabei gern mal vergessen. Doch nicht etwa weil er kein Starpotential habe - im Gegenteil - sondern vielmehr, weil er oft für einen "alten Hasen" gehalten wird.

Ganz falsch ist diese Vermutung nicht, schließlich gehört der Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart zu den großen Konstanten in der Bundesliga. Und doch ist er wohl ein "falscher alter Hase". Denn Khedira ist Jahrgang 1987.

Jung und meisterlich

Doch von dem Moment an, wo ihm der ehemalige Stuttgarter Trainer Armin Veh das Vertrauen geschenkt hatte, war der gebürtige Schwabe mit deutschem und tunesischem Pass nicht mehr aus der Stammformation des VfB wegzudenken.

Nachdem Khedira schon mit den A- und B-Junioren der Stuttgarter Meister geworden war, setzte er sich gleich in seiner ersten Bundesliga-Saison auch die Krone auf. Als wichtiger Bestandteil der "jungen Wilden" wurde er im Alter von 20 Jahren Deutscher Meister.

Alles ein bisschen anders

Khedira ist ein akkribischer Arbeiter, einer, der immer einhundert Prozent gibt. Er gilt als äußerst fleißig, ehrgeizig und vor allem diszipliniert. All diese Dinge schreibt der Nationalspieler seiner Kindheit in Deutschland zu.

Wäre er in der Heimat seines Vaters, in Tunesien, aufgewachsen, dann stünde er womöglich nicht dort, wo er jetzt steht. "Dort sind die Umgangformen viel lockerer als bei uns in Deutschland", sagte er in einem Interview. "Mir ist das immer wieder bei den Kindern aufgefallen, die dort freier aufwachsen, anders erzogen werden und frecher sind. Diese Mentalität ist mir teilweise fremd."

Vorbildfunktion

Khedira ist sich darüber im Klaren, dass er als Sohn einer Deutschen und eines Nordafrikaners im multikulturellen Deutschland eine Vorbildfunktion einnimmt. Er fühlt sich in dieser Rolle aber äußerst wohl.

"Wenn man sich ansieht, wie viele Zuwanderer hier leben, sind wir Teil der Zukunft Deutschlands", erklärte er. "Spieler wie Serdar (Tasci; Anm.d.Red.) und ich sollten vorleben, dass das Zusammenleben funktionieren kann. Und dass wir gemeinsam erfolgreich sein können."

Und genau das tut er und ist er beim VfB Stuttgart.

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