Berlin - Salomon Kalou hat nicht viel Zeit benötigt, um sich bei Hertha BSC durchzusetzen. Nach zwei Bundesliga-Spielen gegen Mainz (1:3) und in Freiburg (2:2) auf der Bank, nutzte der Champions-League-Sieger von 2012 (mit dem FC Chelsea London) seine Chance, als er gegen den VfL Wolfsburg das 1:0-Siegtor schoss. Um schließlich beim wichtigen 3:2-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart mit einem Doppelpack zum Matchwinner zu werden.

Im Gespräch mit bundesliga.de spricht der Ivorer über seine ersten Eindrücke bei seinem neuen Arbeitgeber, seine Ziele und was er von der Bundesliga hält.

bundesliga.de: Monsieur Kalou, woran liegt es, dass Sie in der Bundesliga sofort so aufgetrumpft haben?

Salomon Kalou: Gleich an meinem ersten Tag in Berlin habe ich mich wohl gefühlt. Zwar ist hier für mich alles neu, sowohl die Stadt sowie der Club, als auch das Land und die Liga, aber ich wollte unbedingt nach Deutschland, weil ich in der Liga des Weltmeisters spielen wollte, und weil ich immer felsenfest davon überzeugt war, dass die Bundesliga gut zu mir passen würde.

"In der Bundesliga ist Spektakel garantiert"

bundesliga.de: Inwiefern?

Kalou: Hier in Deutschland spielen alle Mannschaften nach vorne, was mir richtig gut gefällt. In Frankreich etwa ist das Spiel meist zu taktisch geprägt, aber in der Bundesliga gibt es viele Tore, und Spektakel ist garantiert. Hier gibt es viele Räume, zahlreiche Tore, und die Teams versuchen immer ein Tor mehr als der Gegner zu erzielen und nicht auf Unentschieden zu spielen. Für die Fans ist das doch optimal.

bundesliga.de:Gibt es auch andere Gründe, warum Sie bei Hertha BSC so schnell Fuß fassen konnten?

Kalou: Ich spüre hier jederzeit das Vertrauen zu mir, sei es von Trainer Jos Luhukay, von Manager Michael Preetz, oder von meinen neuen Mitspielern und von den Fans, die mich toll unterstützen. Das hilft mir natürlich sehr, um hier für positive Schlagzeilen zu sorgen. Als ich Ende August nach Berlin kam, war ich top fit, denn ich hatte die Sommer-Vorbereitung mit dem OSC Lille voll mitgemacht. Taktisch gesehen habe ich erst Linksaußen gespielt, und dann hat mich der Trainer im Sturmzentrum agieren lassen, was mir besser gefällt. Dort kann ich mein Potenzial besser ausnutzen. Wir spielen sehr offensiv, und das gefällt mir unheimlich gut.

"Ich will helfen, Hertha nach oben zu bringen"

bundesliga.de:Warum haben Sie sich für Hertha BSC entschieden?

Kalou: Erst einmal haben sich die Verantwortlichen von Hertha sehr um mich bemüht, was ich natürlich gemerkt habe. Sicherlich sind manche Leute insbesondere in Frankreich überrascht, dass ich meine Karriere bei einem Verein fortsetze, der im Europapokal gar nicht dabei ist, während mein Ex-Club Lille in der Europa League spielt. Aber hier spüre ich eine fantastische Herausforderung. Ich will versuchen zu helfen, den Hauptstadt-Club Schritt für Schritt nach oben zu bringen. Außerdem hat Hertha viel Geld für mich ausgegeben, während Lille dafür nicht bereit war. Es war besser zu einem Team zu gehen, das mich unbedingt haben wollte. Hier sehe ich definitiv tolle Perspektiven.

bundesliga.de:Wie läuft die tägliche Arbeit mit Coach Jos Luhukay?

Kalou: Erst einmal möchte ich betonen, dass mich der Trainer vor meinem Wechsel persönlich angerufen hat, um mich davon zu überzeugen, nach Berlin zu gehen. Sofort hatte ich mit ihm ein sehr gutes Gefühl. Er wollte mich unbedingt verpflichten, und ich bin mir sicher, dass ich unter ihm noch viel besser sein werde. Bei der täglichen Arbeit habe ich bereits festgestellt, dass er sehr akribisch ist und dass er nichts dem Zufall überlässt. Und er lässt gern offensiv spielen, was perfekt zu mir passt.

bundesliga.de:Nach sieben Spieltagen steht Hertha BSC mit acht Punkten auf Platz zwölf. Was ist drin in dieser Saison?

Kalou: Die Bundesliga ist sehr ausgeglichen und es gibt immer wieder Überraschungen. Wir haben uns im Sommer klug verstärkt. Nun peilen wir einen Platz in der Tabellenmitte an. Ein einstelliger Tabellenplatz wäre großartig.

Alexis Menuge