Zusammenfassung

  • Punktgewinn gegen die Bayern als Motivationsspritze.

  • Einstelliger Tabellenplatz ist das Mindestziel.

  • Didier Drogba nennte er noch heute als sein Vorbild.

Köln - Seit fast vier Jahren steht Salomon Kalou bei Hertha BSC unter Vertrag. In der Hauptstadt gehört er zum den Lieblingen der Fans. Logisch, immerhin hat er in dieser Saison schon neun Bundesliga-Treffer erzielt und bringt immer seine Leistung auf den Platz. Im Exklusiv-Interview mit bundesliga.de spricht der ivorische Nationalstürmer über die Lage seines Clubs in der Meisterschaft, die kommenden Aufgaben und seine neue Position auf dem linken Flügel.

bundesliga.de: Monsieur Kalou, Glückwunsch zum Unentschieden beim FC Bayern München (0:0), was nicht vielen Mannschaften in der Bundesliga zuletzt gelungen ist.

Salomon Kalou: Wir sind nach München mit dem Ziel gereist, mindestens einen Punkt mitzunehmen. Das haben wir dank unserer guten Organisation in der Defensive und unserer Disziplin geschafft. Es war ein verdienter Punkt.

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bundesliga.de: Was war der Schlüssel, um in der Allianz Arena zu bestehen?

Kalou: Wir wussten, dass die Bayern vor allem auf den Flügeln jederzeit für Gefahr sorgen können. Dementsprechend haben wir auf den Seiten gedoppelt, um Arjen Robben und Franck Ribéry in den Griff zu kriegen. Im Endeffekt haben sie es nicht geschafft, sich entscheidend durchzusetzen, und sie konnten ihre Schnelligkeit so nicht wirklich wie gewohnt ausspielen.

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bundesliga.de: Wie soll man in München auftreten, um gegen den deutschen Rekordmeister eine Packung zu vermeiden?

Kalou: Verteidigen wie wir es gemacht haben. Aber auch schnell nach vorne spielen, diese Abwehr beschäftigen und in Bedrängnis bringen, sobald man den Ball erobert hat. Dazu gehört eine Portion Mut und Selbstvertrauen.

"Uns liegen eher die Mannschaften, die nach vorne spielen, wie die Bayern und Bayer. Gegen Mannschaften, die kompakt und tief sehen, fällt es uns schwer, Räume zu schaffen." Salomon Kalou

bundesliga.de: Wie erklären Sie sich, dass die Hertha gegen die Großen besteht, wie jetzt in München oder zuletzt bei Bayer 04 Leverkusen (2:0) und gegen die vermeintlich kleineren Teams wie den 1. FSV Mainz 05 (0:2) enttäuscht?

Kalou: Uns liegen eher die Mannschaften, die nach vorne spielen, wie wir gegen Bayern und Bayer sehen konnten. Gegen Teams aus dem unteren Drittel müssen wir selbst das Spiel machen, was uns nicht immer gut gelingt. Gegen Mannschaften, die kompakt und tief sehen, fällt es uns schwer, Räume zu schaffen.

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bundesliga.de: Sie werden von Coach Pal Dardai auf dem linken Flügel eingesetzt. Wie kommen Sie damit klar?

Kalou: Ich muss dadurch im Spiel gegen den Ball mehr nach hinten arbeiten und meine Schnelligkeit nutzen, um den Gegner bei Konter-Situationen in Schwierigkeiten zu bringen. Aber sobald sich die Möglichkeit bietet, suche ich den Weg in den gegnerischen Strafraum, wo ich nach wie vor wichtig bin. Mit der Anzahl meiner Tore allein in dieser Bundesliga-Saison bin ich sehr zufrieden.

Immer ein Lächeln für die Kids hat Salomon Kalou übrig
Immer ein Lächeln für die Kids hat Salomon Kalou übrig © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Boris Streubel/Getty Images

bundesliga.de: Aber spielen Sie weiterhin lieber in der Sturm-Mitte?

Kalou: Es ist kein Geheimnis, dass ich lieber im Sturm auflaufe, weil dort in meinen Augen meine Eigenschaften noch besser zur Geltung kommen. Aber durch diese Erfahrung auf dem linken Flügel werde ich zu einem noch kompletteren Spieler.

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bundesliga.de: Wie lautet ihr Ziel für das letzte Saison-Drittel?

Kalou: In den vergangenen zwei Jahren haben wir die Erwartungen im Saison-Endspurt nicht erfüllt. Dieses Mal wollen wir es besser machen. Wir peilen einen einstelligen Tabellenplatz an, aber wer weiß: Es ist so dermaßen eng in der Tabelle, dass wir vielleicht noch den sechsten Platz erreichen und in der kommenden Saison wieder in der Europa League dabei sein können. Dafür müssen wir aber jetzt auch gegen die so genannten kleineren Teams mehr Punkte holen und ein bisschen konstanter werden. Das wird sicherlich der Schlüssel sein.

"Mit der Anzahl meiner Tore allein in dieser Bundesliga-Saison bin ich sehr zufrieden." Salomon Kalou

bundesliga.de: Nun geht es am kommenden Samstag erneut in die Fremde, dieses Mal zum FC Schalke 04. Wie lautet dort Ihr Ziel?

Kalou: Es wird alles andere als einfach dort zu bestehen, aber mit dem Ergebnis in München konnten wir Selbstvertrauen tanken. Die Königsblauen sind momentan gut drauf, sie sind auf Champions-League-Kurs. Wir wollen mindestens einen Punkt ergattern und dann beim Heimspiel gegen den Sport-Club Freiburg daran anknüpfen und bestenfalls mit einem Sieg unsere Heimbilanz aufpolieren.

bundesliga.de: Sie haben bereits in den Niederlanden, in Frankreich und in England gespielt, nun stehen Sie in Deutschland unter Vertrag. Wie würden Sie vor allem die Premier League mit der Bundesliga vergleichen?

Kalou: In England sind die Spiele sehr intensiv, in der Bundesliga spielt dafür die Taktik eine größere Rolle. Aber beide Ligen sind extrem populär mit regelmäßig vollen Stadien. In der Bundesliga macht es jedenfalls viel Spaß, jedes Wochenende aufzulaufen.

bundesliga.de: Wer war der beste Spieler, mit dem Sie jemals zusammen gespielt haben?

Kalou: Mein Landsmann Didier Drogba. Er war für mich nicht nur als Mitspieler bei Chelsea und in der Nationalmannschaft der Elfenbeinküste wichtig, sondern auch als Mensch. Er hat mir immer geholfen, gewisse Tipps gegeben bezüglich Spiel-Vorbereitung und Einstellung. Er war für mich ein Vorbild. Für mich war es nicht verwunderlich, dass er eine solch großartige Karriere hatte.

Das Gespräch führte Alexis Menuge