Sejad Salihovic gehört fraglos zu den wichtigsten Spielern von 1899 Hoffenheim. Weil dort zurzeit viele Spieler verletzt und gesperrt sind, ist seine Anwesenheit auf dem Platz umso wichtiger. Am Freitag hat der Bosnier gegen Hertha BSC (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) besonders viele Gründe, zur Bestform aufzulaufen.

Auch wenn 1899 Hoffenheim seit zehn Spielen nicht mehr gewonnen hat, beim Aufsteiger ist immer noch Platz für positive Schlagzeilen. Zuletzt war dafür vor allem wieder Sejad Salihovic zuständig.

Ein Tor und ein Assist im Derby

Den ganzen März über war der Bosnier verletzt gewesen, am 22. Spieltag hatte er sich einen Außenbandanriss im Knie zugezogen.

Jetzt hat er offensichtlich wieder zu alter Stärke gefunden: Am vergangenen Wochenende, beim 2:2 im Derby gegen den Karlsruher SC, erzielte er den ersten Treffer seiner Mannschaft, und zu Beginn der zweiten Halbzeit tat er das, was er am besten kann: Tore auflegen. Den Kopfball von Selim Teber bereitete Salihovic mit seinem siebten Assist der Saison vor.

Von der Hauptstadt in die Kleinstadt

Am kommenden Spieltag nun dürfte der 24-Jährige besonders motiviert sein, denn dann spielt er gegen seinen ehemaligen Club, Hertha BSC. Dort kam er als junger Spieler nie richtig zum Zug. Gegen die starken Konkurrenten im Mittelfeld wie Marcelinho, Yildiray Bastürk, Gilberto und "Zecke" Neuendorf kam er in der Saison 2004/05 lediglich auf fünf Einsätze in der ersten Mannschaft. Stammspieler war er nur im Regionalliga-Team.

So wechselte Salihovic 2006 nach Hoffenheim, das damals ja ebenfalls in der Regionalliga spielte, und war dort maßgeblich an den beiden Aufstiegen beteiligt.

Angesichts der anhaltenden Verletzungsmisere beim Herbstmeister wird es deshalb umso wichtiger sein, dass Spieler wie Salihovic für den Rest der Saison von Verletzungen verschont bleiben, um einen gewissen Spielrhythmus zu gewährleisten.

Ausgerechnet das zweite Wiedersehen mit Salihovics Ex-Verein am Freitagabend wird dabei richtungsweisend sein - allerdings ist Salihovics Einsatz noch nicht sicher: Seit Mitte der Woche plagt ihn eine Reizung der Hüftmuskulatur. Dasselbe gilt für Stürmer Demba Ba, der Probleme mit der Patellasehne hat.

Alte Bekannte

Viele ehemalige Mannschaftskollegen sind zwar nicht mehr übrig beim Gegner. Mit Josip Simunic und Pal Dardai wird es aber sicherlich ein Händeschütteln vor oder nach dem Spiel geben. Das Hinspiel gewann die Hertha übrigens mit 1:0.

Aufgrund des Tabellenstands und der Tatsache, dass es gegen seinen alten Verein geht, wird Salihovic mehrfach motiviert sein, seinen Mitspielern gute Vorlagen zu geben - oder eben selbst das eine oder andere Tor zu machen.

Womöglich wäre dann für den aktuellen Tabellen-Achten das internationale Geschäft doch wieder in Reichweite.