München - Der FC Schalke stehe vor "ganz entscheidenden Spielen", sagt Trainer Felix Magath. Ausgerechnet nach dem blamablen 1:2 bei Schlusslicht Gladbach müssen die "Knappen" gegen den Spitzenreiter der Formtabelle ran: Mit dem 1. FC Nürnberg gastiert das Team der Stunde in Gelsenkirchen (alle Partien ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

"Nach der Niederlage in Mönchengladbach müssen wir gegen unsere Freunde vom "Club" unbedingt wieder unser gutes Gesicht zeigen", fordert Magath. Das 1:2 vom Niederrhein hat der Coach mit seiner Mannschaft aufgearbeitet. "Wir haben über das Spiel gesprochen und das Team hat mir im Training gezeigt, dass es verstanden hat", sagt Magath, der auf die zuletzt angeschlagenen Peer Kluge und Christoph Metzelder zurückgreifen kann.

Bitter trifft die Gäste aus Nürnberg der Ausfall von Julian Schieber aufgrund eines Meniskusrisses. Der 22-Jährige war einer der jungen Wilden, die beim "Club" in den vergangenen Wochen für Furore sorgten - und für wichtige Punkte: Vier "Dreier" in Folge fuhren die Franken zuletzt ein. Die Mannschaft reist trotz des Ausfalls mit viel Selbstvertrauen in den Pott. Ein Selbstläufer werde die Partie zwar nicht, glaubt FCN-Trainer Dieter Hecking. Aber "wir wollen ungeschlagen bleiben und weiter punkten", so der Coach. Zumal die Nürnberger noch eine Rechnung aus dem verlorenen Pokalviertelfinale zu begleichen haben. Damals sorgte S04-Youngster Julian Draxler in der Verlängerung für den 3:2-Endstand. Hecking muss neben Schieber weiter auf Ilkay Gündogan und Mike Frantz verzichten, beide werden ab nächster Woche wieder mit ihren Kollegen trainieren können. Außerdem fehlt Almog Cohen nach seiner fünften Gelben Karte.





1899 Hoffenheim - 1. FSV Mainz 05

Sowohl Hoffenheim (33 Punkte/Platz 9) als auch Mainz 05 (37 Punkte/Platz 5) schielen auf einen Platz im internationalen Geschäft. "Es wäre unglaubwürdig, wenn jemand sagen würde, wir träumen nicht davon, einen Europa-League-Platz zu erreichen", sagt 1899-Verteidiger Marvin Compper. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sich die Kraichgauer vor allem im Abschluss steigern. Chancen erspielten sie sich bereits beim 1:1gegen Köln genug, aber ab und zu habe im Abschluss "auch das Quäntchen Glück gefehlt", erklärt Trainer Marco Pezzaiuoli, der auf den gleichen Kader wie in der Vorwoche zählen kann. Edson Braafheid hat seine Rot-Sperre zwar abgesessen, fehlt aber aufgrund einer Bänderverletzung. Manuel Gulde, Chinedu Obasi und Tobias Weis fallen weiterhin aus, ein Fragezeichen steht noch hinter Isaac Vorsahs Einsatz, der sich am Sprunggelenk verletzt hat.

Mainz' Coach Thomas Tuchel hat in Mainz vergleichbare Sorgen mit der Torausbeute wie Pezzaiuoli. "Dass wir uns Torchancen erarbeiten, ist ein Qualitätsmerkmal. Natürlich ist es ärgerlich, dass zu viele dieser Chancen nicht zu Toren führen", sagt Tuchel, der noch nicht verlauten ließ, ob er in der Innenverteidigung erneut dem 20-jährigen Jan Kirchhoff den Vorzug vor dem vier Jahre älteren Niko Bungert gibt.





1. FC Köln - SC Freiburg

Der FC möchte vor heimischem Publikum weiter Boden im Abstiegskampf gutmachen. Nach zuletzt sieben Punkten aus drei Partien geht die Mannschaft mit gestärktem Selbstvertrauen in das Spiel gegen den SC Freiburg. Cheftrainer Frank Schaefer ist zuversichtlich, dass sein Team das Verletzungspech der vergangenen Woche kompensieren kann. Adam Matuschyk (Bänderriss), Pedro Geromel und Slawomir Peszko (beide Muskelfaserriss) fallen aus. Miso Brecko und Petit sind gegen den SC gesperrt.

Die Personalsorgen der Hausherren seien kein Vorteil für sein Team, glaubt Freiburgs Trainer Robin Dutt. "Unsere Aufgabe in Köln wird sehr schwer. Und es wird für uns sicher nicht leichter dadurch, dass ihnen am Samstag einige Spieler fehlen", so Dutt. Glingt dem SC in der Domstadt der fünfte Auswärtssieg in dieser Saison, hieße dies, dass das ausgegebene Saisonziel von 40 Punkten schon zehn Spiele vor dem Ende der Spielzeit erreicht wäre. "Ich hätte nichts dagegen", sagt Dutt, der wieder auf Yacine Abdessadki zurückgreifen kann. Der Mittelfeldspieler steht nach überstandener Wadenverletzung wieder zur Verfügung. Zurück im Teamtraining ist ebenfalls Jonathan Jäger. Nicht dabei sind dagegen Jan Rosenthal (Muskelfaserriss), Simon Pouplin (Sprunggelenk-OP), Tommy Bechmann, Daniel Williams (beide Aufbautraining) und Julian Schuster (Zehenbruch).





1. FC Kaiserslautern - Hamburger SV

Der FCK hat nur zwei Punkte in der Rückrunde geholt und steht im Heimspiel gegen den HSV unter Druck. "Wir müssen - ähnlich wie gegen Dortmund - im Hinblick auf das Läuferische, die Bereitschaft, das Herz und den Willen, alles in die Waagschale werfen", forderte FCK-Trainer Marco Kurz. Selbstbewusst und aggressiv auftreten müsse sein Team: "Die Mannschaft weiß um ihre Fehler, geht offensiv mit der Situation um und macht einen sehr konzentrierten und klaren Eindruck." Der Trainer muss neben den Langzeitverletzten Jan Simunek und Chadli Amri (beide Aufbautraining) auch Flügelflitzer Ivo Ilicevic entbehren, der aufgrund einer Innenbandverletzung nicht auflaufen kann. Für Jimmy Hoffer, der eine Woche krank im Bett lag, kommt die Partie noch zu früh. Dagegen steht Christian Tiffert, der nach einem Magen-Darm-Infekt ins Training zurückkehrte, wieder zur Verfügung.

HSV-Trainer Armin Veh, dessen Team zuletzt im Derby gegen Bremen glänzte (4:0), freute sich derweil über eine entspannte Personallage. "Wir haben keine großen Ausfälle", sagte der Coach, der Marcell Jansen Hoffnungen auf eine Rückkehr in die erste Elf machte. "Marcell ist natürlich immer eine Option. Er wird jetzt auch immer fitter und hat sich immer im Training angeboten", erklärte der Trainer. Ein zweiter Startelf-Kandidat könne Piotr Trochowski sein, so Veh. Im Sturm vertraut der Trainer erneut den Derby-Helden Paolo Guerrero und Mladen Petric. Für Ruud van Nistelrooy bleibt damit wohl erneut nur ein Platz auf der Ersatzbank.





FC St. Pauli - Hannover 96

St. Pauli-Coach Holger Stanislawski muss gegen Hannover gleich auf sechs Abwehrspieler verzichten, Neben dem gelbgesperrten Markus Thorandt fehlen den Hamburgern auch Florian Lechner (Fußprellung), Marcel Eger (grippaler Infekt), Carsten Rothenbach (Aufbautraining), Fabio Morena (Ermüdungsbruch) und Bastian Oczipka (Bruch des Sprunggelenks). Hauke Brückner (30), zurzeit Praktikant in der Medienabteilung der Paulianer, hofft deshalb auf seinen ersten Bundesligaeinsatz. "Für ihn spricht, dass er die Abläufe kennt und dass er in der Viererkette innen und außen spielen kann", sagte Stanislawski. Vor seinem Erstligadebüt steht zudem Verteidiger Jan-Phillip Kalla. Mit Carlos Zambrano kehrt immerhin eine Defensiv-Alternative nach Gelbsperre wieder zurück.

Hannover tritt am Millerntor ohne seinen verletzten Toptorjäger Didier Ya Konan (Knieprobleme) an. Voraussichtlich werden Mohammed Abdellaoue und Jan Schlaudraff das Sturmduo bilden. Manuel Schmiedebach kehrt nach Gelbsperre zurück. "Wir sind sehr gewarnt", sagte Slomka angesichts der starken Auftritte der "Kiezkicker" in den vergangenen Wochen. "Wir wissen aber auch, dass wir mit unserer Konterstärke jeden Gegner ärgern können", erklärte der Coach. So gesehen dürfte es am Samstag ein taktisch interessantes Duell geben, schließlich rufen die Hannoveraner generell "die gleichen Tugenden ab, die uns in den guten Spielen stark machen", nennt St. Paulis Stanislawski die gemeinsamen Qualitäten: Aggressivität am Mann, schnelle Balleroberung und blitzschnelle Konter.