Auch wenn in dieser Spielzeit bei Eintracht Frankfurt nicht alles rund läuft, auf eine Konstante darf man sich bei den Hessen verlassen. Der 2:1-Erfolg über Energie Cottbus reiht sich ein in die Serie, nie gegen die in der Tabelle hinter ihnen liegenden Teams zu verlieren.

Eine Ableitung möchte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel daraus allerdings nicht ziehen. "Das ist reiner Zufall", spielt der 55-Jährige diesen beachtlichen Umstand herunter. Gegen Cottbus waren es der gerade genesene Nikos Liberopoulos (15. Minute) per Handelfmeter und Markus Steinhöfer (51.), die den fast schon obligatorischen Rückstand nach einem Foulelfmeter von Dimitar Rangelov noch in einen "Dreier" ummünzten.

Moral in der Mannschaft stimmt

Angst macht Funkel ein Rückstand schon lange nicht mehr. "Wir haben in dieser Saison schon sehr, sehr oft Rückstände wieder aufgeholt. Ich habe absolutes Vertrauen in die Mannschaft", äußerte sich der Ex-Profi gelassen. "Der Charakter der einzelnen Spieler in der Mannschaft ist einfach toll und deshalb befreien wir uns aus solchen Situationen auch immer wieder."

Nach dem ersten Heimsieg im neuen Jahr - zuletzt gab es im Dezember einen 4:0-Erfolg über den VfL Bochum - haben die Frankfurter nun neun Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz und gute Karten, die Klasse zu halten. Von einem "enorm wichtigen Sieg" sprach dann auch der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen. Angesichts des kurzfristigen Ausfalls von Martin Fenin - der Torjäger gesellte sich mit einem Rippenbruch zum langzeitverletzten Ioannis Amanatidis ins Offensiv-Lazarett - könne man "diese drei Punkte gar nicht hoch genug einschätzen".

Verdienter Lohn für die vergangenen Spiele

Nachdem sich bei den Hessen in den vergangenen Wochen schon ein spielerischer Aufwärtstrend abzeichnete, die Erfolgserlebnisse aber ausblieben, war es für Funkel wichtig, "endlich auch mal mit einem Sieg belohnt zu werden." Von einem beruhigenden Polster will der Chefcoach allerdings nichts wissen: "Im Fußball ist alles möglich. Wir haben überhaupt keinen Grund, uns zu entspannen oder einen Gang zurückzuschalten. Im Gegenteil. Wir werden weiter sehr konzentriert arbeiten."

Auf Fenin muss Funkel jedoch vorerst verzichten. Wegen des angesprochenen Rippenbruchs wird der Tscheche zumindest die nächsten Tage mit dem Training aussetzen und für das anstehende Spiel beim FC Bayern München mit ziemlicher Sicherheit ausfallen. Zwar will der 21-Jährige möglichst bald mit einem "Carbon-Panzer" zum Schutz des Oberkörpers wieder ins Training einsteigen, ein realistischer Zeitpunkt für eine Rückkehr in die erste Elf ist aber erst das richtungsweisende Heimspiel in zwei Wochen gegen einen direkten Konkurrenten. "Ich will gegen Gladbach wieder auf den Platz zurückkehren", zeigt sich Fenin gegenüber bundesliga.de kämpferisch.

Restprogramm hat es in sich

Nach dem Gesetz der Serie würde die Eintracht am kommenden Spieltag nicht gegen den Rekordmeister gewinnen - und dafür dann gegen die "Fohlen" wieder punkten. Dennoch hätte Funkel nichts dagegen, wenn seine Elf in dieser Hinsicht ausnahmsweise einmal aus der Reihe tanzen würde: "Wir spielen noch gegen einige Mannschaften die über uns stehen. Wenn diese Serie nicht reißt, dann werden wir nicht mehr sehr viele Spiele in dieser Saison gewinnen." Auch Bruchhagen weiß um diesen Umstand und warnt: "In Anbetracht der kommenden Wochen ist es abzusehen, dass wir Probleme bekommen."

Mit den Bayern, Stuttgart, Dortmund, Bremen und dem HSV muss sich Frankfurt auf der Zielgeraden noch mit einigen Hochkarätern messen. Trotz neun Zählern Vorsprung im Kampf um den Klassenerhalt ein gefährliches Unterfangen. Cottbus-Torschütze Steinhöfer gibt daher die Marschroute für das Mammutprogramm aus: "Es ist an der Zeit, einen Großen zu schlagen."

Eintracht hat es selbst in der Hand

Die nächstbeste Gelegenheit bietet sich bereits am kommenden Samstag in der Allianz Arena. Auch wenn die Eintracht bei bislang 38 Auftritten an der Isar erst drei Mal gewinnen konnte, scheinen die Münchner momentan alles andere als unverwundbar - das zeigte die 1:5-Pleite im Top-Spiel beim VfL Wolfsburg.

Einen oder gar drei Zähler aus der bayerischen Landeshauptstadt entführen, dann gegen Mönchengladbach nachlegen und ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum Klassenerhalt wäre genommen. Frankfurt hat sein Schicksal selbst in der Hand. Wenn da nur nicht dieses schreckliche Gesetz der Serie wäre...

Aus Frankfurt berichtet Florian Bruchhäuser