Hertha BSC Berlin hat seine Chancen auf die K.o. -Runde im UEFA-Cup nahezu verspielt.

Der zuletzt überzeugende Bundesliga-Dritte verlor das Gruppenspiel gegen den türkischen Meister Galatasaray nach einer mäßigen Vorstellung mit 0:1 (0:0).

Damit haben die Berliner mit nur zwei Punkten auf dem Konto schlechte Karten für die Zwischenrunde. Nur ein Sieg bei Olympiakos Piräus am letzten Spieltag (18. Dezember) würde das Aus noch abwenden.

Elfmeter entscheidet Partie

Dagegen hat sich Galatasaray durch den Siegtreffer des früheren EM-Torschützenkönigs Milan Baros, der nach einem Handspiel des eingewechselten Steve von Bergen den fälligen Strafstoß sicher verwandelte (69.), bereits für die Zwischenrunde qualifiziert.

"Für mich war es kein Elfmeter. Wenn der Schiedsrichter so einen Elfmeter gibt, muss er für uns auch einen geben", echauffierte sich Nationalspieler Arne Friedrich.

Skibbe: "Das war richtig klasse"

Mit dem Auswärtssieg dürfte der zuletzt heftig kritisierte deutsche Trainer Michael Skibbe vorerst etwas aufatmen. Gewohnt sachlich analysierte er die Partie: "Bis zum 1:0 haben wir die Partie läuferisch und spielerisch bestimmt. Das war richtig klasse. Nach dem 1:0 haben wir uns allerdings zu passiv verhalten. Da sind die Berliner mächtig aufgekommen und waren dem Ausgleichstor sehr nahe."

Hertha-Coach Lucien Favre bemängelte die Fehler: "Wir hatten Schwächen in der Balleroberung und viele technische Defizite. Galatasaray hat zudem sehr stark gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann besser gemacht."

Probleme mit Lincoln

Weniger bestimmend war Hertha zunächst im Spiel aufgetreten. Die Gäste vom Bosporus wirkten mit ihrem Kapitän und Ex-Schalker Lincoln als auffälliger Spielmacher ballsicherer und gefährlicher. So scheiterte der Brasilianer mit seinen Distanzschüssen (20./24.) nur knapp an Hertha-Torhüter Jaroslav Drobny.

In der 13. Minute hatte Berlin Glück, dass Abwehrspieler Josip Simunic seinen Stellungsfehler gegen den Tschechen Baros in höchster Not wieder ausbügelte.

Nicu fehlt verletzungsbedingt

Die Berliner, bei denen Mittelfeldspieler Maximilian Nicu wegen eines grippalen Infekts nicht im Kader gestanden ist, überließen dem UEFA-Cup-Sieger von 2000 zunehmend das Kommando und verlegten sich hauptsächlich aufs Kontern. Dabei wirkte Marko Pantelic, der nach seinem 2:1-Siegtreffer gegen den 1. FC Köln in die Startelf gerutscht war, zwar bemüht, aber glücklos.

In der zweiten Halbzeit musste Verteidiger Sofian Chahed verletzt in der Kabine bleiben. Für ihn kam von Bergen, doch am mittelmäßigen Spiel der Gastgeber änderte sich zunächst nichts. Die bis dahin beste Gelegenheit vergaben die Angreifer Andrej Voronin und Pantelic, als sie bei einem Konter eine aussichtsreiche Zwei-zu-eins-Situation kläglich ausspielten.

Starke Schlussphase

Erst nach dem Gegentreffer wachten die Berliner auf und erspielten sich phasenweise ein Übergewicht. So klärte Sabri einen Schuss von Kacar kurz vor der Linie (75.), beim anschließenden Eckball hatte Simunic per Kopf die Chance zum Ausgleich.

In der 87. Minute tauchte Valeri Domovchiyski gefährlich im Strafraum auf, konnte den Ball aber nicht im Tor unterbringen.

Schema

Berlin: Drobny - Chahed (46. von Bergen), Friedrich, Simunic, Stein - Dardai, Kacar - Ebert (71. Domovchiyski), Raffael - Voronin - Pantelic (65. Cicero)

Galatasaray: De Sanctis - Sabri (55. Emre), Meira, Servet, Hakan - Arda (90.+2 Volkan), Kewell, Özbek - Mehmet Topal, Lincoln - Baros (85. Nonda)

Schiedsrichter: Nicola Rizzoli (Italien)

Tor: 0:1 Baros (69., Handelfmeter)

Zuschauer: 62.612

Gelbe Karten: Chahed, Simunic, von Bergen, Cicero, Voronin - Lincoln, Nonda