Zusammenfassung

  • Gomez feierte am 18. Spieltag nach 3.157 Tagen sein Comeback beim VfB Stuttgart

  • In der Rückrunde war er an drei der sechs VfB-Tore direkt beteiligt.

  • Neben Pizarro (191 Tore) und Lewandowski (171) ist Gomez (157) der beste Torschütze in der Bundesliga

Köln - Mario Gomez ist zurück beim VfB Stuttgart - und mit dem Rückkehrer im Sturm läuft es bei der Mannschaft von Neu-Trainer Tayfun Korkut richtig gut. In der Rückrundentabelle liegen die Schwaben plötzlich sogar auf Platz sechs. Das liegt auch am 32-Jährigen, der bisher ein Drittel der Stuttgarter Rückrunden-Tore beisteuerte.

Dass Mario Gomez im Laufe seiner Karriere noch einmal in Stuttgart landen würde, war für viele Beobachter kein unwahrscheinliches Szenario. Dass der Nationalstürmer aber in der Winterpause der laufenden Saison zurück zu den Schwaben gewechselt ist, kam dann doch etwas überraschend. Denn Gomez funktionierte auch in Wolfsburg. Auch dank der Tore des 32-Jährigen konnten die Wölfe in der Vorsaison schlussendlich die Klasse halten: Zwölf Scorerpunkte in der Rückrunde und ein wichtiger Treffer in der Relegation sprachen für sich. Dennoch schnürt Gomez nun wieder im Ländle die Schuhe.

In Stuttgart zum Profi gereift

Er habe in der Hinrunde "immer mehr" gespürt, wie sehr er nach Stuttgart zurückkehren wolle, erklärt Gomez den überraschenden Wechsel in der Winterpause. Schließlich sei es der VfB, der ihn ausgebildet habe und mit dem er als damaliger Shooting-Star die "wahrscheinlich verrückteste Zeit mit dem total unerwarteten Gewinn der deutschen Meisterschaft 2007" erlebt habe. Damals spielte sich Gomez aus dem Stuttgarter Nachwuchs in das Bundesliga-Team und schoss die Schwaben zum vorerst letzten Titelgewinn.

Mario Gomez und der VfB werden 2007 sensationell Deutscher Meister
Mario Gomez und der VfB werden 2007 sensationell Deutscher Meister © gettyimages / Lars Baron

Bald darauf verließ der Stürmer seinen Heimatclub - und stieg zu einem der besten Torjäger in der Bundesliga-Geschichte auf. Nur fünf Spieler waren bisher gefährlicher als der 32-Jährige, der im Schnitt alle 127 Minuten ein Tor erzielt. Insgesamt sind es bereits 157 Tore in 287 Einsätzen in der Bundesliga - das bedeutet Rang 14 im ewigen Ranking.

Näher am Europapokal als am Abstieg

An diesen Werten schraubt Gomez nun auch in Stuttgart fleißig weiter: Am 18. Spieltag feierte er nach 3.157 Tagen sein VfB-Comeback. Und bisher hat sich die Rückholaktion sowohl für den Spieler als auch für seinen Verein gelohnt. In der Rückrunde war Gomez an drei der sechs Stuttgarter-Tore beteiligt: Er lieferte zwei Treffer selbst und steuerte eine Vorlage bei. Damit ist er bei den Schwaben jetzt schon erfolgreicher als in der gesamten Hinrunde beim VfL Wolfsburg.

>>> Aufwind dank Tayfun: Stuttgart verschafft sich mit Korkut Luft im Abstiegskampf

Doch nicht nur für Gomez persönlich läuft es besser, auch der VfB bekommt neuen Schwung: Mit dem Neuzugang in der Mannschaft bauten die Schwaben ihren Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze von drei auf zehn Punkte aus. Damit ist der VfB streng genommen eher auf Europapokalkurs als in Abstiegsnot - der Rückstand auf Platz sieben, der höchstwahrscheinlich zur Qualifikation für die Europa League reichen wird, beträgt nur noch fünf Zähler.

>>> Jetzt im Tabellenrechner die nächsten Spieltag tippen!

Video: Gomez schießt Stuttgart zum Sieg

>>> Vorschau auf vfb.de: Auf dem eingeschlagenen Weg bleiben

"Ich bin stolz, dass ich der Mannschaft jetzt schon helfen konnte. Wir haben zehn Punkte in der Rückrunde. Ich war an allen maßgeblich beteiligt", weiß Gomez. "Nicht wegen der Tore, die ich gemacht habe, sondern mit der Art, wie wir spielen." Tatsächlich: Der Nationalstürmer beschränkt sich nicht nur auf seine offensiven Kernaufgaben, sondern hat den Abstiegskampf angenommen.

Komplimente von der Konkurrenz

Das sorgt sogar bei so manchem Gegenspieler für Begeisterung: "Wenn ich sehe, was er alles macht. Er schmeißt alles in die Waagschale. Das ist Abstiegskampf pur", lobte Augsburg-Kapitän Daniel Beier den Stürmer nach dem Stuttgarter Sieg in der Fuggerstadt. "Als Gegenspieler gefällt dir das natürlich nicht und du regst dich auf. Aber als Team brauchst du so einen Typ."

"Wenn ich sehe, was er alles macht. Er schmeißt alles in die Waagschale. Das ist Abstiegskampf pur." Daniel Baier (FC Augsburg) über Gomez

Das dürften auch die Stuttgarter Verantwortlichen Michael Reschke und Tayfun Korkut so sehen und auch in den restlichen elf Saisonspielen auf die Qualitäten des Stürmers bauen. Doch trotz des aktuellen Aufschwungs sieht Gomez seine Mannschaft immer noch vor allem im Kampf um den Klassenerhalt. "Hier ziehen elf Mann an einem Strang. Als geschlossene Truppe aufzutreten, ist die größte Qualität im Abstiegskampf", gibt der Routinier die Richtung für die Schwaben vor. Gomez für alle, alle für Gomez sozusagen.