Zusammenfassung

  • Mit Mario Gomez ging es beim VfB Stuttgart steil bergauf

  • Manuel Neuer sticht im Star-Ensemble der Bayern heraus

  • Der pfeilschnelle David Abraham ist Abwehrchef und Kapitän bei Eintracht Frankfurt

Köln – Die Bundesliga gilt seit vielen Jahren als Liga der Talente. Doch jeder Youngster braucht auch Routiniers an seiner Seite, um sich weiterzuentwickeln. Gerade die "alten Haudegen" zählen bei vielen Clubs zu den wichtigsten Spielern und beweisen auch im höheren Fußballeralter, dass sie unersetzlich sind. bundesliga.de nennt die besten Ü32-Spieler der Bundesliga.

>>> Robben, Gentner, Moisander & Naldo: Die Routiniers der Bundesliga - Teil I

>>> Verhaegh, Rafinha, Hasebe & Raffael: Die Routiniers der Bundesliga - Teil II

>>> Blaszczykowski, Baier, Ribéry & Piszczek: Die Routiniers der Bundesliga - Teil III

Mario Gomez (VfB Stuttgart, 33 Jahre)

© imago / Eibner

Über den Werdegang von Mario Gomez brauchen wir uns nicht zu unterhalten. Drei deutsche Meisterschaften, zwei DFB-Pokalsiege und ein Champions-League-Titel stehen in seinem Trophäenschrank. Er wurde Bundesliga-Torschützenkönig und Fußballer des Jahres, in 297 Bundesliga-Spielen hat er 163 mal getroffen. Keine Frage, versprüht ein Spieler der Kategorie Gomez eine unheimliche Aura, an der gerade die jungen Spieler aufblicken können.

Aber auch sportlich hat sich die Rückholaktion des Stürmers nach 3.157 Tagen für den VfB Stuttgart mehr als bewährt. Im Strafraum ist der 33-Jährige noch immer ein absoluter Vollstrecker. An zehn der 23 VfB-Tore war Gomez direkt beteiligt, erzielte dabei acht Tore selbst. Am Ende reichte ihm eine halbe Spielzeit, um Stuttgarts Top-Torschütze und -Scorer 2017/18 zu werden. Profitiert hat am Ende aber vor allem der Club. Standen die Schwaben vor der Verpflichtung Gomez' im Winter noch auf Platz 14 im Abstiegskampf, so verpassten sie am Ende auf Platz sieben nur denkbar knapp das internationale Geschäft.

Manuel Neuer (FC Bayern München, 32 Jahre)

Selbst im Star-Ensemble der Bayern genießt der Weltmeister von 2014 noch einmal eine herausragende Stellung. Kein Wunder, war Neuer bei der WM in Russland als Nummer 1 gesetzt, obwohl er verletzungsbedingt nur drei Bundesliga-Spiele in der vergangenen Saison absolviert hatte. Und auch für Bayerns neuen Trainer Niko Kovac stand schnell fest: Neuer soll den Rekordmeister weiterhin als Kapitän auf den Platz führen.

Für viele gilt Neuer aufgrund seiner fußballerischen Fähigkeiten als Prototyp des modernen Torwarts. Aber auch die blanken Zahlen sind beeindruckend. Zwar wird Neuer verhältnismäßig selten geprüft, ist dann aber immer zur Stelle und wehrt im Schnitt starke 78 Prozent der Bälle auf sein Tor ab. Von allen Torhütern mit mehr als 100 Bundesliga-Spielen ist er historisch sogar der Einzige, der weniger Gegentore kassiert hat, als er Spiele bestritt. Und obwohl sein Vertreter Sven Ulreich in seiner Abwesenheit 2017/18 einen richtig guten Job machte, war Neuer am Ende einfach nicht zu ersetzen. "Wir spielen schließlich die ganze Saison ohne den besten Torwart der Welt", erklärte Mats Hummels nach dem Halbfinal-Aus in der Champions League gegen Real Madrid.

David Abraham (Eintracht Frankfurt, 32 Jahre)

© gettyimages / Matthias Hangst/Bongarts

In Abwesenheit von Alex Meier übernahm David Abraham schon in der letzten Saison die Binde, nun geht er als erster Kapitän in die Saison bei Eintracht Frankfurt. Kein Wunder, denn bei den Hessen ist der Argentinier aus der Verteidigung unter keinen Umständen mehr wegzudenken. Abraham bringt einfach ein enormes Gesamtpaket mit. Vor allem seine Schnelligkeit ist für seine Körpergröße von 1,88 Metern beachtlich. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von knapp 35 Kilometern pro Stunde zählt er zu den schnellsten Spielern der Bundesliga.

Aber auch die gegnerischen Angreifer spielen nur ungern gegen den Frankfurter Abwehrchef, schließlich gewinnt er 64 Prozent seiner Zweikämpfe. In der Luft ist Abraham sogar noch besser. Mit 72 Prozent gewonnener Duelle gehört er hier zur absoluten Ligaspitze. Für seinen neuen Trainer Adi Hütter wird er eine gewichtige Rolle spielen. Beide kennen sich noch aus gemeinsamen Zeiten beim FC Basel, wo Hütter einst hospitierte. "Die Eintracht kann stolz sein, mit David einen richtig guten Kapitän zu haben“, so Hütter.

Vedad Ibisevic (Hertha BSC, 33 Jahre)

© imago / Koch

Als Pal Dardai im Sommer 2016 einen neuen Kapitän suchte, war mit Vedad Ibisevic schnell der richtige Mann gefunden. Der Mannschaftsrat, so ist es überliefert, soll sich zu hundert Prozent auf den Bosnier geeinigt haben. Der "Vedator" legt nicht nur einen unbändigen Willen an den Tag, er kann dies auch statistisch belegen. Seit Jahren zählt er zu den zweikampfstärksten Stürmern der Bundesliga.

Aber natürlich ist Ibisevic auch ein Knipser. 110 Bundesliga-Tore in 287 Spielen für Aachen, Hoffenheim, Stuttgart und die Hertha belegen dies eindrucksvoll. Von allen aktiven Spielern haben nur Mario Gomez, Robert Lewandowski und Claudio Pizarro öfter getroffen. 2016/17 etwa war Ibisevic gleich an 20 Toren der Hertha direkt beteiligt. Letzte Saison musste er sich zwar mitunter hinter dem aufstrebenden Davie Selke anstellen, doch weil der noch auf unbestimmte Zeit ausfällt, werden die Qualitäten Ibisevics gerade zum Saisonstart mehr denn je gebraucht.

Karol Herrmann