Bei Englands Nationalmannschaft liegen vor dem Zitterspiel gegen Algerien in Kapstadt (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker) die Nerven blank.

Während der zum Auftakt enttäuschende Sürmerstar Wayne Rooney vor dem Duell gegen die Nordafrikaner seine Formschwäche auf eine alte Fußverletzung schob, empörte sich der gereizte Trainer Fabio Capello vor dem zweiten Auftritt von "Flutschfinger" Robert Green über den WM-Ball.

Capello: Jabulani ist Schuld

"Dieser Ball ist der schlechteste, den ich je in meinem Leben gesehen habe. Er ist schrecklich für die Spieler. Für die Torhüter ist es unmöglich, die Flugbahn zu erkennen", sagte der Italiener, der wegen der phlegmatischen Spielweise der "Three Lions" zunehmend die Nerven verliert.

Der 63-Jährige ist tatsächlich der Ansicht, dass der WM-Ball Jabulani auch der Grund für den kapitale Schnitzer von England-Keeper Green beim 1:1 gegen die USA war. Green hatte einen "Kullerball" von Clint Dempsey nicht festhalten können: "Das große Problem ist, dass dieser Ball manchmal unmöglich zu kontrollieren ist", sagte Capello.

Rooney provoziert das DFB-Team

ManUnited-Stürmer Rooney eröffnete vor dem Spiel gegen die Algerier, die im ersten Spiel gegen Slowenien 0:1 unterlagen und mit Blick auf einen Achtelfinal-Einzug ebenfalls bereits mit dem Rücken zur Wand stehen, ebenfalls ein paar Nebenkriegsschauplätze.

Ehe der 24 Jahre alte Angreifer seinen miserablen Autritt gegen die USA mit der Fußverletzung entschuldigte, die er im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Bayern München erlitten hatte, provozierte er erst einmal die deutsche Nationalmannschaft.

"Ich will Deutschland aus dem Turnier werfen. Es wäre super, wenn wir bei der WM gegen sie spielen würden", sagte Rooney, der mit der Capello-Elf im Achtelfinale am 27. Juni in Bloemfontein auf die Auswahl des DFB treffen könnte. Dafür müsste Deutschland die Gruppe D gewinnen, England in der Gruppe C Zweiter werden.

Keine Angst vor Deutschland

"Deutschland hat gegen Australien sehr gut gespielt. Aber bislang habe ich bei dieser WM noch kein Team gesehen, vor dem wir Angst haben müssten", sagte das ManUnited-Ass, das trotz des mageren WM-Auftakts der Engländer gegen die USA keinen Zweifel daran hat, dass die englische Nationalmannschaft das Achtelfinale erreicht.

"Wir werden keine Probleme haben, in das Achtelfinale einzuziehen. Die letzte WM war für mich enttäuschend. Und im Moment bin ich wegen meiner alten Fußverletzung noch nicht bei 100 Prozent. Aber ich werde schon gegen Algerien oder Slowenien treffen."

Barry zurück in der Startelf

Capello wird sein Team gegen Algerien auf einer Position ändern. Anstelle von James Milner wird im defensiven Mittelfeld der wiedergenesene Gareth Barry auflaufen. "Er wird spielen", sagte Capello. Barry wird gegen Algerien neben Frank Lampard ins defensive Mittelfeld rücken.

Kapitän Steven Gerrard besetzt die linke Seite. "Das ist besser für Steven, denn er hat seine Stärken in der Offensive, nicht in der Defensive", sagte Rooney.

Den Torhüter unter Druck setzen

Derweil wollen die Algerier das Torwart-Problem der Engländer ausnutzen. "Wir hätten nichts dagegen, wenn er nochmal danebengreift. Wir werden versuchen, England und seinen Torhüter unter Druck zu setzen. Denn wir wollen das algerische Volk stolz machen", sagte Kapitän Anthar Yahia vom VfL Bochum.

Allerdings hat Algerien ganz eigene Sorgen auf der Torhüterposition. Fawzi Chaouchi, der sich beim 0:1 gegen Slowenien ebenfalls einen Patzer erlaubte, musste am Mittwoch mit dem Training aussetzen. Der 25-Jährige erlitt eine Bänderdehnung im linken Knie. Als Ersatz steht Rais M'bolhi bereit.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

England: 12 Green - 2 Johnson, 18 Carragher, 6 Terry, 3 Ashley Cole - 8 Lampard, 14 Barry - 7 Lennon, 4 Gerrard - 10 Rooney, 21 Heskey. Trainer: Capello

Algerien: 16 Chaouchi oder 23 M'bolhi - 2 Bougherra, 5 Halliche, 4 Yahia - 17 Guedioura, 8 Lacen, 19 Yebda, 3 Belhadj - 7 Boudebouz, 15 Ziani, 13 Matmour. Trainer: Saadana

Schiedsrichter: Irmatow (Usbekistan)