Gelsenkirchen - Im alten Westschlager tritt der FC Schalke 04 am Samstagabend bei Borussia Mönchengladbach an. Knapp drei Jahre lang trug der Schalker Roman Neustädter bis 2012 das Fohlen-Trikot. Nun freut sich der 26-jährige Mittelfeldspieler auf seine Rückkehr in den Borussia-Park, wie er im Interview verrät.

Frage: Roman Neustädter, am Samstag gastiert Schalke 04 zum Topspiel in Mönchengladbach. Sie treffen auf Ihren Ex-Verein. Ist das noch ein besonderes Spiel für Sie?

Roman Neustädter: Auf jeden Fall. Ich hatte eine sehr schöne Zeit dort und habe noch zu mehreren Spielern Kontakt, auch zum Trainerteam. Ich habe am Montag noch zufällig den Co-Trainer Frank Geideck in Düsseldorf beim Abendessen getroffen. Wir haben ein bisschen geflachst. Es ist immer wieder schön, zu seinem alten Verein zurückzukommen, bei dem man noch viele Freunde hat. Ich sehe die Jungs noch öfter, letzte Woche noch den Max Kruse, dann gehen wir mal etwas essen oder ins Kino.

Frage: Besagter Max Kruse ist wohl wieder fit und könnte am Samstag erstmals in dieser Saison in der Gladbacher Startelf auftauchen.

Neustädter: Er hat mir gesagt, dass er fit ist und wieder spielen will. Aber die Entscheidung liegt natürlich beim Trainer. Wir freuen uns alle auf das Spiel. Und ich hoffe selbstverständlich, dass es am Ende zu unseren Gunsten ausgeht.

Frage: Die Schalker Bilanz im Borussia-Park ist in den letzten Jahren alles andere als gut. Warum läuft es in diesem Jahr besser?

Neustädter: Weil wir ein Tor mehr schießen als Gladbach. (lacht) Nein, im Ernst: Die Borussia ist eine schwer zu bespielende Mannschaft, die sehr kompakt steht und gut kontert. Gladbach hat im Sommer sehr gut eingekauft und ist deshalb in seinem Spiel mit den Außenstürmern Ibrahima Traore und Andre Hahn variabler geworden. Die Borussia gehört zu den Teams der Bundesliga, die am meisten laufen. Aber sie haben auch Schwächen, die wir auszunutzen versuchen. Sie haben zweimal Unentschieden gespielt. Wir müssen selbst kompakt stehen und wieder eine hohe Laufbereitschaft, Leidenschaft und ein Engagement wie im Spiel gegen Bayern München ab Mitte der ersten Halbzeit an den Tag legen. Wir müssen dagegenhalten, draufgehen, gut attackieren. Bei Ballgewinn müssen wir gut nach vorne spielen. Das zeichnet uns aus. Jeder muss für den anderen laufen und da sein. Das wird der Schlüssel zum Erfolg sein.

"Habe ein gutes Spiel gegen die Bayern gemacht"

Frage: Sie haben gegen die Bayern zunächst auf der Bank gesessen, was für Sie eher ungewöhnlich ist. Wie sind Sie damit umgegangen?

Neustädter: In den ersten beiden Spielen habe ich nicht so gut gespielt. Daher wollte der Trainer etwas ändern. Ich habe das zu akzeptieren und habe die Jungs vor dem Spiel gepusht. Ich hoffe natürlich, dass ich spiele. Am Ende entscheidet der Trainer. Ich glaube, dass ich gegen die Bayern ein gutes Spiel gemacht habe.

Frage: Glauben Sie, dass der Trainer in den kommenden Wochen noch mehr rotieren wird?

Neustädter: Die Rotation gehört dazu, wenn man in den nächsten Wochen viele Spiele hat. Es ist gut, dass wir einen großen und breiten Kader haben und immer jemand einspringen kann. Das müssen wir alle verinnerlichen und professionell damit umgehen. Nur so kann man eine erfolgreiche Saison spielen.

Frage: Der Trainingsplatz hat sich gefüllt, nachdem die Nationalspieler wieder zurück sind und sich zum Glück niemand mehr verletzt hat. Kommt damit jetzt die Konkurrenzsituation richtig zum Tragen?

Neustädter: Unser Augenmerk liegt nicht auf dem Konkurrenzkampf sondern darauf, dass jeder im Training Vollgas gibt. Jeder kann von dem anderen noch etwas lernen. Dann wird die Intensität und Qualität im Training höher. Wir müssen alle zusammen trainieren, zusammen spielen und zusammen gewinnen. Gegen die Bayern haben wir gezeigt, dass wir eine Einheit sind. Das müssen wir jetzt in allen Spielen an den Tag legen. Dann werden wir auch erfolgreich sein.

Frage: Das Bayern-Spiel wurde insgesamt sehr positiv bewertet. Trotzdem steht Schalke in der Tabelle mit nur einem Punkt da. Wie wichtig ist das Gladbach-Spiel unter dem Aspekt, jetzt richtig in die Saison hineinzukommen?

Neustädter: Wir haben leider nur einen Punkt, können das jetzt aber nicht mehr ändern. Wir versuchen jetzt mit aller Macht, den ersten Dreier zu holen. Das ist sehr wichtig für uns, vor allem für die Köpfe vor den kommenden Wochen. Die volle Konzentration ist auf Gladbach gerichtet. Wir müssen mit Selbstvertrauen auftreten, wenn wir dort drei Punkte holen wollen.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski