Zusammenfassung

  • In Mönchengladbach überzeugt BVB-Torwart Roman Bürki mit elf Paraden

  • Durch das achte Spiel ohne Gegentor ist Borussia Dortmund mittendrin im Rennen um die Champions League

  • Bürki: "Ich bin sicher zufrieden, weil wir zu Null gespielt und ein wichtiges Tor erzielt haben. Das war der Schlüssel in diesem Spiel"

Köln – Wenn es um den entscheidenden Erfolgsfaktor ging, dann fiel nach dem 1:0-Sieg von Borussia Dortmund bei Borussia Mönchengladbach schnell ein Name: Roman Bürki. "Er hat sehr gut gehalten", brachte Nationalspieler Mario Götze die Gründe für den knappen Erfolg auf den Punkt. BVB-Trainer Peter Stöger pflichtete seinem Mittelfeldmann bei. "Wir haben das Spiel mit einem sehr guten Torwart über die Zeit gebracht", unterstrich der sonst um Spielerlob eher verlegene Österreicher Bürkis starke Leistung, die den Schweizer Schlussmann zu unserem Mann des Spieltags macht.

"Ich bin sicher zufrieden, weil wir zu Null gespielt und ein wichtiges Tor erzielt haben. Das war der Schlüssel in diesem Spiel, auf diesem Platz", betonte der Matchwinner der Dortmund im Anschluss. Mit elf Paraden stellte der 27-Jährige einen neuen Saisonrekord in der Bundesliga auf, bereits zum neunten Mal blieb der BVB-Torwart in dieser Spielzeit ohne Gegentreffer - ebenfalls ein Spitzenwert. Das war die Basis, dass im Borussen-Duell der Sieg trotz des Torschussverhältnisses von 28:8 für Mönchengladbach in den Ruhrpott ging. "Mir tut es überall weh, das zeigt, was für ein Arbeitssieg es war", sagte Bürki mit einem Lächeln auf den Lippen.

Mit seinen Paraden wie dieser brachte Roman Bürki die Gastgeber schier zur Verzweiflung
Mit seinen Paraden wie dieser brachte Roman Bürki die Gastgeber schier zur Verzweiflung © imago

Ob gegen Nationalspieler Lars Stindl (13.) im direkten Duell, im Chancen-Dreierpack gegen Stindl, Jonas Hofmann und Raul Bobadilla oder bei starken Reflexen gegen Nico Elvedi und Raul Bobadilla: Der Schweizer entwickelte sich an diesem Sonntag Abend zu einer unüberwindbaren Hürde für die Mönchengladbacher Offensive. Die "Gelbe Wand" in Torwart-Manier quasi – Bürki war der Fels in der Brandung beim BVB, der besonders in der zweiten Hälfte gewaltig unter Druck geriet. "Da hätte ich mir schon etwas mehr Gegenwehr von uns gewünscht. Wir hatten nicht die richtigen Mittel, uns fußballerisch zu lösen", monierte Stöger zurecht nach einem Erfolg der Marke "Arbeitssieg".

>>> Alle Infos zum Spiel Gladbach gegen Dortmund im Matchcenter

"Eine Woche bist du der Held, eine Woche bist der Idiot" Roman Bürki

Klappte es auch defensiv häufiger nicht, den Angriffswirbel der Mönchengladbacher Borussia zu bremsen, stand beim BVB in letzter Linie noch ein überragender Torwart, der den Dortmundern den sechsten Sieg im Borussen-Duell in Folge bescherte. Für Bürki, der wahrlich keine leichte Saison im schwarzgelben Dress erlebt, nach all der Kritik an seine Leistungen eine wahre Genugtuung. "Eine Woche bist du der Held, eine Woche bist der Idiot", bleibt Bürki dennoch auf dem Boden. Die Phase, als der ruhige Eidgenosse aufgrund der Beurteilung seiner Leistungen ins Grübeln kam, scheint vorbei: "Ich bin so ein Typ geworden, dass mir egal ist, was Leute über mich sagen, außer es sind die, die mir wichtig sind."

Der Dank gilt seinem Torhüter: BVB-Trainer Peter Stöger umarmt Torwart Roman Bürki © imago / Team2

>>> BVB-Keeper Roman Bürki im Interview: "Bin zufrieden, weil wir zu Null gespielt haben"

So wie er der Rückhalt auf dem Platz war, genoss Bürki auch den Rückhalt seiner Mannschaftskollegen. Nach jeder seiner Parade kam mindestens einer seiner Mitspieler vorbei und feierte ihn für die Glanztaten. Auch auf die Platzverhältnisse nahm die BVB-Defensive Rücksicht. "Es war sehr schwierig. Die Jungs haben mir gut geholfen, nicht zu viel zurückgespielt", lobte der Keeper seine Vorderleute. Einer für alle, alle für einen: Bei Borussia Dortmund sorgt der Teamgeist dafür, dass auch eine "Gelbe Wand" über sich hinauswachsen kann.