Leverkusen - Auf Roel Brouwers ist Verlass. Dank des Tores des Innenverteidigers von Borussia Mönchengladbach kamen die Fohlen zu einem 1:1-Unentschieden in Leverkusen. Der 33 Jahre alte Holländer, der anfangs der Saison kaum gespielt hatte, überzeugte in den letzten drei Partien. Nach seinem Treffer in der BayArena war er ein gefragter Interviewpartner.

Frage: Roel Brouwers, vor dem Spiel haben Sie gesagt. "Ich kann gut gegen Leverkusen spielen, ich habe schon drei Tore gegen Bayer 04 gemacht." Nun sind es vier Treffer. Sind Sie jetzt auch so ein bisschen ein Orakel?

Roel Brouwers: Stimmt, das habe ich gesagt. Der Ball kam wunderbar nach der Ecke auf meinen Fuß. Im Training nehme ich solche Flanken gerne volley, diesmal auch. Er passte genau. Das hat mich sehr gefreut.

"Der Ball sah einfacher aus, als er war"

Frage: Fast wäre Ihnen in der zweiten Halbzeit sogar noch ein Tor gelungen.

Brouwers: Der Ball fiel etwas unglücklich zwischen mir und dem Torwart runter, ich komme nur noch mit der Fußspitze ran und will ihn am Torwart vorbeischießen. Leider ist der rübergegangen. Der Ball sah einfacher aus, als er war.

Frage: Trotzdem hat die Borussia durch Ihr Tor ein 1:1 in Leverkusen erreicht. Wie bewerten Sie das Ergebnis?

Brouwers: Ich denke schon, dass es ein verdientes Unentschieden war. In der ersten halben Stunde haben wir es richtig schwer gehabt und sind fast nicht aus unserer eigenen Hälfte rausgekommen. Dann haben wir wieder versucht, selbst Fußball zu spielen und ein paar Konter gesetzt. Vielleicht war in der einen oder anderen Situation mehr drin. Aber am Ende haben wir uns das Unentschieden erkämpft und auch verdient.

Frage: Wie fühlen Sie sich jetzt selbst, nachdem Sie zuvor lange nicht gespielt haben. Jetzt sind Sie plötzlich der Mann das Tages. Das muss sich gut anfühlen?

Brouwers: Ja, das ist ein gutes Gefühl. Am Anfang war es schwierig für mich, weil ich oft nicht mal im Kader war. Umso schöner ist es, jetzt das 1:1 gemacht zu haben. Es war aber auch insgesamt ein gutes Spiel von mir. Ich bin richtig froh.

Frage: Gibt es eine Erklärung dafür, dass Sie - genauso wie Patrick Herrmann - besonders oft und gerne gegen Leverkusen treffen?

Brouwers: Das ist reiner Zufall. Das kann man nicht erklären. Ich habe hier sogar dreimal in das gleiche Tor getroffen. Das kann man nicht planen. Jetzt habe ich vier meiner 13 Tore gegen Leverkusen erzielt. Das ist eine Menge.

Frage: Ihr Saisonrekord an Bundesliga-Toren steht bei acht Treffern. Können Sie den noch brechen?

Brouwers:(lacht) Wenn ich jedes Spiel machen kann, dann schon. Nein, das war nur Spaß.

"Ich hoffe, dass ich wieder spiele"

Frage: Glauben Sie daran, dass Sie nun jedes Spiel absolvieren dürfen?

Brouwers: Man muss immer daran glauben. Ich muss aber auch realistisch sein. Die Situation war vor ein paar Monaten noch ganz anders. Ich hoffe natürlich, auch die nächsten beiden Spiele zu machen. Aber das entscheidet der Trainer. Wir werden sehen, ob Martin Stranzl am Mittwoch wieder fit ist. Wir haben jetzt viele Spiele in kurzer Zeit. Das ist ein hartes Programm.

Frage: Borussia hat sich durch den Punkt zwei Plätze verbessert. Wie bewertet Sie die Konstellation in der Tabelle nun?

Brouwers: Ein 1:1 in Leverkusen ist ein gutes Ergebnis. Wenn wir jetzt Zuhause gegen Bremen einen Dreier holen, ist dieser Punkt viel wert.

Frage: Bekommen Sie mit, dass die Fans bei jedem Eckball der Borussia Ihren Namen langezogen Roooeeel rufen?

Brouwers: Ja, das kriege ich mit, und das ist ein geiles Gefühl. Der Anfang der Saison war für mich sehr schwierig. Umso schöner ist es, diese Rufe wieder zu hören.

Frage: Die Borussia hat auf ihre Minikrise mit drei Niederlagen nun eine gute Woche mit dem Sieg gegen Hertha, dem Weiterkommen in der Euopa League und dem Remis in Leverkusen hingelegt. Wie wichtig war diese Reaktion?

Brouwers: Das war eine schwierige Phase, aus der wir uns gut herausgekämpft haben. Erst in Villarreal, dann die Siege gegen Hertha und Zürich, nun der Punkt in Leverkusen. Wir sind froh, dass wir aus der Situation raus sind. Wir haben jetzt Bremen vor der Brust. Ab Morgen gilt alle Konzentration Werder. Da wollen wir einen Dreier holen.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski