Gelsenkirchen - Natürlich wären sie beim FC Schalke 04 in dieser Woche auch gerne im DFB-Pokal im Einsatz gewesen. Doch in diesem Wettbewerb sind die Königsblauen nach der 1:2-Auftaktniederlage in Dresden nicht mehr vertreten. Mit der Pleite im August begann der Anfang vom Ende der Ära Jens Keller, der vor drei Wochen seinen Hut nehmen musste.

Seitdem coacht Roberto Di Matteo den Verein. Und zum ersten Mal steht ihm mit Ausnahme der verletzten Spieler sein kompletter Kader für eine ganze Trainingswoche zur Verfügung. So kann im Detail an der Korrektur der Schwachstellen gearbeitet werden, die vor allem in den Spielen gegen Sporting Lissabon in der Champions League und Bayer Leverkusen in der Bundesliga zu sehen und auch an den Ergebnissen abzulesen waren. "Es ist für mich als Trainer gut, dass ich mit den Spielern ein paar normale Tage habe, damit wir gewisse Sachen trainieren und verbessern können. Aus diesem Blickwinkel betrachtet bin ich froh, dass wir eine Woche in Ruhe arbeiten und uns auf das Spiel am Freitag gut vorbereiten können", sagte Di Matteo im Vorfeld der Partie gegen den FC Augsburg (ab 20 Uhr im Liveticker).

Sechs Punkte Rückstand auf Platz 4

Beim 4:3-Sieg gegen die Portugiesen glänzte die Offensive, während die Hintermannschaft sogar in Überzahl drei Gegentore zuließ. In Leverkusen verteidigte die Mannschaft dann insgesamt sehr viel besser, blieb aber im Angriff total harmlos. Roberto Di Matteo muss nun beides in Einklang bringen, eine Mannschaft formen, die stabil in der Defensive steht und ihr großes Offensivpotenzial abruft.

"In der defensiven Organisation haben wir nicht so schlecht gestanden, aber im Spielaufbau können wir uns sicher noch steigern“, hatte der Coach in Leverkusen erkannt. "Wir wollten nach vorne etwas mehr bieten als wir geboten haben. Es ist gut, dass wir jetzt einige Tage für uns haben. Wir wollen und werden uns Schritt für Schritt verbessern."

Das wird auch nötig sein, will Schalke den Kontakt zu den internationalen Plätzen einigermaßen halten. Derzeit trennen die Gelsenkirchener immerhin schon sechs Punkte vom 4. Platz und drei Zähler von Rang 6 (Tabelle). Für eine Schalker Aufholjagd spricht allerdings das nun auf dem Papier deutlich leichtere Programm. Während sich die Topteams noch in vielen direkten Duellen gegenseitig die Punkte wegnehmen werden, hat der Vorjahres-Dritte bereits gegen fünf der aktuell besten sieben Vereine gespielt (Ergebnisse und Termine).

Augsburg als Aufbaugegner?

© getty

"Die Niederlage in Leverkusen war ärgerlich. Aber wir haben erst den 9. Spieltag, noch sind viele Punkte zu vergeben. Wir müssen weiter hart arbeiten und wollen im kommenden Heimspiel gegen den FC Augsburg wieder dreifach punkten", hat Sportvorstand Horst Heldt die Marschroute ausgegeben.

Einfach wird das aber sicher nicht. "Ich habe mir viele Spiele der Augsburger angeschaut", so Di Matteo. "Sie machen einem das Leben so richtig schwer." Der FCA sei schlicht "eine harte Nuss, die wir zu knacken haben."

"Ich bin guter Dinge, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben und auch gegen Augsburg wieder punkten werden", sagte Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes nach dem Spiel in Leverkusen. Der Weltmeister wird nicht zusammen mit Joel Matip auflaufen. Das Schalker Eigengewächs wird definitiv ausfallen, auch hinter dem Einsatz von Kevin-Prince Boateng steht noch ein Fragezeichen. Trotzdem: Statistisch gesehen taugen die Schwaben als Schalker Aufbaugegner sehr gut.

Die bisherigen drei Heimspiele wurden alle glatt bei 10:3-Toren gewonnen, überhaupt haben die Knappen noch nie gegen den FCA verloren (vier Siege, zwei Unentschieden). Und in dieser Saison konnten die Königsblauen auch im heimischen Stadion überzeugen, in dem sie ungeschlagen blieben und auch den Bayern ein Remis abtrotzen und das Derby gegen Dortmund gewannen. Schalke ist bereit, das Feld von hinten aufzurollen.

Tobias Gonscherowski

Zur Duellvorschau S04 - FCA