Mainz - Mit seinen Saisontreffern acht und neun war Mittelstürmer Robert Lewandowski der Matchwinner beim 3:1-Auswärtssieg des FC Bayern München beim 1. FSV Mainz 05. Nach dem frühen Rückstand durch Jhon Cordobas Tor (4.) drehten die Münchner in der ersten Halbzeit mächtig auf und kamen durch Lewandowski (8.) und Arjen Robben (21.) zur Führung, die sie in einer weniger spektakulären Halbzeit in der Nachspielzeit durch Lewandowskis herrlichem Freistoßtreffer ausbauten. Nach dem Abpfiff erklärte Lewandowski, warum die Bayern sich mit vier Angreifern leichter tun, die Erfolgsserie von Konkurrent Leipzig nicht Thema Nummer eins für ihn ist und er glaubt, dass die Bayern wieder auf dem richtigen Weg sind.

>>>Zum Matchcenter #M05FCB

Frage: Herr Lewandowski, wie bewerten Sie die Leistung?

Lewandowski: Das war in der ersten Halbzeit eine super Leistung von uns, wir hatten hohes Tempo im Spiel. In der zweiten Hälfte war das zwar nicht mehr so hoch wie in der ersten, aber wir haben trotzdem das Spiel kontrolliert und Mainz hatte kaum eine Torchance. Wir haben taktisch sehr gut gespielt und außer bei der Führung der Mainzer kaum etwas zugelassen.

Frage: Weiß Leipzig jetzt, dass Bayern wieder da ist?

Lewandowski: Ob Leipzig gegen Schalke gewinnt oder nicht, ist nicht das Thema Nummer eins bei mir zuhause. Wir haben noch viele Spiele und spielen auch noch gegen Leipzig. Aber klar, es ist schön, dass wir jetzt auf dem ersten Platz sind, wir können nun schauen, wie die Leipziger am Samstag gegen Schalke spielen. Aber das Wichtigste ist, dass wir unsere Spiele gewinnen, das ist das Thema Nummer eins beim FC Bayern.

Frage: Sie haben sich extrem gefreut über Ihre Tore, besonders über das zweite. War das deshalb so, weil es ein Freistoßtor war, oder weil die Konkurrenten in der Torschützenliste jetzt wieder ein bisschen zittern müssen vor Ihnen?

Lewandowski: Ich habe mich über dieses Freistoßtor so gefreut, weil wir das in letzter Zeit viel trainiert haben. Ich habe auf diese Situation gewartet, in der ich das gleiche Tor schießen kann wie im Training. Und nach dem dritten Tor war auch klar, dass wir das Spiel hier gewinnen und ich zum dritten Mal hintereinander ein Spiel mit einem Doppelpack beende.

Frage: Warum war die zweite Halbzeit nicht mehr so gut wie die erste?

Lewandowski: Ich habe einmal auf die Uhr geschaut, weil ich gedacht habe, dass schon 75 Minuten gespielt sind - aber es waren erst 21 Minuten gespielt. Das zeigt, wie hoch das Tempo gerade in der Anfangsphase war. Es ist sehr schwer, dieses Tempo 90 Minuten zu halten. Aber wir waren 2:1 in Führung und konnten das Spiel kontrollieren und mussten nicht unbedingt nach vorne spielen.

Frage: Wie gut tut der Mannschaft mit vier Angreifern zu spielen, so wie heute, das war ja das erste Mal in dieser Saison der Fall?

Lewandowski: Wir hatten dadurch viele Möglichkeiten, auch durch die Mitte zu spielen.  Und wir können natürlich auch die Positionen tauschen. Wir haben das in der Offensive heute richtig gut gemacht. Wir müssen nicht immer mit so vielen Spielern vorne spielen, aber heute hat das richtig gut geklappt. 

>>>14 Punkte gegen Mainz: Hol Dir Lewandowski jetzt beim Fantasy Manager!

Frage: Waren Sie froh, dass Thomas Müller mehr in Ihrer Nähe agierte?

Lewandowski: Es ist immer leichter für einen Stürmer, wenn man einen neben sich hat. Wir haben so schon so oft gespielt, das war für uns keine neue Situation oder ein neues System. Für Thomas ist es wahrscheinlich auch besser, wenn er ein bisschen mehr aus der zweiten Linie kommt und dann in den Raum laufen kann. Er hat das heute super gemacht.

Frage: Das nächste Heimspiel ist gegen Wolfsburg, da kommen bei Ihnen bestimmt besondere Erinnerungen hoch, oder (Im letzten Heimspiel gegen den VfL erzielte Lewandowski beim 5:1-Sieg fünf Tore in neun Minuten; Anmerkung der Redaktion)?

Lewandowski (lacht): Ja, das war ein schönes Spiel, aber so etwas kann nicht zwei Mal passieren. Wobei: Im Fußball weiß man nie. Nein, im Ernst: Wir müssen einfach unseren Fußball spielen. Ich denke, wir sind wieder auf einem richtigen Weg. Wir müssen weiter kämpfen und spielen und dann schauen wir, was in den nächsten Spielen passiert.

Aufgezeichnet von Tobias Schächter