Zagreb - Der FC Bayern München hat mit einem 2:0-Auswärtssieg bei Dinamo Zagreb die beste Gruppenphase der Vereinsgeschichte gespielt. 15 Punkte aus sechs Spielen holten die Bayern unter Pep Guardiola bereits zum dritten Mal, doch nie hatten die Roten ein derart gutes Torverhältnis (19:3) in der Champions League.

Stürmer Robert Lewandowski jagt in der Torschützenliste der Champions League nach seinen zwei Toren jetzt Ronaldo, der elf Mal getroffen hat. Der Pole steht bei sieben Treffern. In einer Kategorie ist Lewandowski sogar besser als Barca-Star Messi. Der 27-Jährige erzielte im 46. Champions-League-Spiel bereits sein 30. Tor - nur Ruud van Nistelrooy brauchte weniger Spiele (34) für diese Marke. Messi hingegen benötigte 48 Partien. Nach dem Spiel verriet der Doppeltorschütze im Interview, warum es gegen das Schlusslicht Zagreb so schwer war und wie er sich auf den kommenden Gegner Ingolstadt vorbereitet.

Frage: Herr Lewandowski, Sie waren der Matchwinner und haben ihr aktuelles Torkonto in der Champions League auf sieben erhöht. War das gegen Zagreb ein krönender Abschluss einer tollen Champions-League-Vorrunde?

Lewandowski: Ich freue mich sehr, dass ich zwei Tore geschossen habe und wir alles, was wir uns vorgenommen hatten, geschafft haben. Wir mussten gegen Dinamo geduldig bleiben, das wussten wir. Wichtig war es, dass wir hier in Führung gegangen sind. Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden. Es war kein einfaches Spiel. Die Hauptsache ist, dass wir gewonnen haben.

Frage: Wie schwer war es, sich auf so ein bedeutungsloses letztes Vorrunden-Spiel einzustellen? Die Vorrunde der Champions League ist zu Ende und in der Bundesliga geht es auch auf die Zielgerade. Sind Sie froh, wenn es in die Winterpause geht?

Lewandowski: Wenn Du in der Champions League weißt, dass es das letzte Spiel ist und Du bereits weiter bist, ist es manchmal schwer sich zu motivieren. Aber so ist Fußball. Wir haben jetzt in zehn Tagen noch drei Spiele, zwei in der Bundesliga und eines im Pokal. Es ist noch eine wichtige Phase für uns, aber wir müssen noch einmal alles geben, was wir haben. Im nächsten Jahr kommen wir dann gestärkt aus der Pause zurück.

"Werden gegen Ingolstadt wenig Platz haben"

Frage: Am Montagabend wird bereits das Achtelfinale der Champions League ausgelost. Mögliche Gegner im Lostopf sind unter anderem Juventus Turin und Paris St. Germain. Haben Sie einen Wunschgegner?

Lewandowski: In der Champions League habe ich keinen Wunschgegner. Auch wenn Du Favorit bist, heißt das nicht, dass du auf jeden Fall weiterkommst. Egal gegen wen wir spielen, wir werden vorbereitet sein.

Frage: Nach der ersten Niederlage am vergangenen Wochenende gegen Borussia Mönchengladbach wartet am Samstag im Heimspiel der FC Ingolstadt. Der Aufsteiger hat nach dem FC Bayern die zweitbeste Abwehr der Bundesliga. Haben Sie sich schon überlegt wie Sie dieses Bollwerk knacken können?

Lewandowski: Nein, bisher noch nicht. Aber ab jetzt werden wir uns darauf vorbereiten. Wir werden ähnlich wie gegen Zagreb Geduld haben müssen. Wir werden wenig Platz haben und müssen kämpfen, das wird kein einfaches Spiel. Aber das ist Bundesliga. Ingolstadt wird wahrscheinlich sehr defensiv auftreten, aber das ist ja nichts Neues für uns, darauf sind wir vorbereitet. Wichtig ist, schnell ein Tor zu machen, dann kommt der Spaß von ganz alleine dazu.

Aus Zagreb berichtet Alexander Barklage