München - Die Geschichten über Robert Lewandowski und seine Begegnungen mit seinem Ex-Verein Borussia Dortmund begannen in dieser Saison meist mit dem Wort "ausgerechnet". In beiden Duellen hatte der Stürmer, nun in Diensten des FC Bayern München, entscheidenden Anteil am Erfolg seines neuen Clubs. Beim dritten Wiedersehen im Halbfinale des DFB-Pokals (ab 20:15 Uhr im Liveticker) will der 26-Jährige dieser Erfolgsstory ein weiteres Kapitel hinzufügen.

Vier Jahre spielte der Pole für den BVB, feierte in dieser Zeit zwei Meisterschaften, einen Pokalsieg und stand im Finale der Champions League. In seiner Debütsaison bei den Bayern hat er die Deutsche Meisterschaft bereits eingefahren, in zwei weiteren Wettbewerben peilt er den Titel noch an.

"Wir werden es schaffen"

Mit der Neuauflage des letztjährigen Pokalfinales wartet nun im Halbfinale eine schwere Prüfung auf die Münchner, das weiß aus Lewandowski: "Die Dortmunder sind immer noch eine starke Mannschaft. Sie haben in dieser Saison in der Champions League gespielt und wollen natürlich auch das Finale in Berlin erreichen."

Dennoch ist der Mittelstürmer zuversichtlich, dass der Rekordpokalsieger aus München zum vierten Mal in Folge ins Endspiel einziehen wird und dort um den 18. Pokalsieg spielen wird. "Ich denke, dass wir es schaffen werden", sagte Lewandowski, "aber wir müssen alles geben, um ins Finale zu kommen."

Mit seinen Toren kann er seinen Teil zum Erreichen des Ziels beitragen. Bereits 22 Mal traf Lewandowski in 43 Pflichtspielen in dieser Saison, damit ist er Bayerns bester Torschütze. Mit 16 Treffern in der Bundesliga hat er als Drittplatzierter im Ranking auch noch Chancen auf die Torjägerkanone. Drei Tore fehlen ihm zum derzeit verletzten Alex Meier und ein Tor zu Teamkollege Arjen Robben, den ein Bauchmuskelriss zuletzt einen Monat außer Gefecht gesetzt hat.

Ohne "Robbery" läuft es für ihn besser

So schmerzhaft Robbens Ausfall in dieser Zeit war und so sehr die Bayern auch die Rückkehr des anderen kreativen Flügelspielers Franck Ribery, der seit Mitte März an Sprunggelenksproblemen laboriert, herbeisehnen, für Robert Lewandowski hatte das Fehlen von "Robbery" auch etwas Positives. In Abwesenheit des Duos erzielte der Stürmer acht Pflichtspieltore.

Die Umstellung der Spielweise kam Lewandowski dabei zugute. Nach der 6:1-Gala in der Champions League gegen den FC Porto, zu der er selbst zwei Treffer beisteuerte, schwärmte er: "Wir haben wirklich geil gespielt, das war Wahnsinn." Auch weil plötzlich lange Bälle aus der eigenen Hälfte ein probates Mittel der Bayern waren, um Chancen herauszuspielen. Ein Spiel, das Lewandowski entgegen kommt. Mit dem Rücken zum Tor die Bälle festmachen, das hat ihn zu Dortmunder Zeiten bereits ausgezeichnet.

Wichtige Tore gegen Dortmund

Nach einer gewissen Anlaufzeit zu Saisonbeginn findet sich Lewandowski nun auch in seiner neuen Umgebung immer besser zurecht und weiß, seine Stärken besser einzusetzen. In seinen ersten 17 Bundesliga-Einsätzen für Bayern erspielte sich der Torschützenkönig der vergangenen Saison lediglich zehn Großchancen - in den letzten elf Ligaspielen waren es 14. Mit 20 Punkten ist er zudem einer der besten Scorer der Bundesliga.

Aber auch wenn er seine Trefferquote mit zuletzt neun Toren in zehn Ligaspielen deutlich ausbauen konnte, hatte ein Großteil (zehn Tore) seiner 16 Saisontore keinen spielentscheidenden Charakter. Seine wichtigen Tore hat er sich allerdings für die Spiele gegen den BVB aufgehoben: Beim 2:1-Sieg im Hinspiel markierte er den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Bayern, den 1:0-Erfolg im Rückspiel sicherte Lewandowski als Schütze des goldenen Tores.

Am Dienstag hat er nun die Chance, seinen persönlichen Hattrick gegen seine alte Liebe perfekt zu machen.

Aus München berichtet Maximilian Lotz