Zusammenfassung

  • Kein anderer Spieler hat schneller 100 Tore für einen Club geschossen.

  • Lewandowski trifft im Durchschnitt sogar häufiger als einst Gerd Müller.

  • Bester ausländischer Bayern-Goalgetter der Clubgeschichte.

Köln - Rekorde isst Robert Lewandowski schon zum Frühstück. Der Pole in Diensten des FC Bayern München stellt quasi im Wochentakt Bestmarken auf und schreibt seinen Namen immer wieder neu in die Geschichtsbücher der Bundesliga. Sein neuster Meilenstein: 100 Tore für die Bayern - und das mit so wenigen Spielen wie kein Akteur vor ihm. Und Lewandowski hat noch lange nicht genug. Die Rekordjagd geht weiter, schließlich steht er tatsächlich in ein paar Statistiken noch nicht auf Platz eins...

Es war mal wieder Zeit für einen außergewöhnlichen Arbeitstag. Ein Mal per Kopf, ein Mal mit dem Fuß, ein Mal vom Elfmeterpunkt - gegen den Hamburger SV stand der Name Robert Lewandowski erneut gleich dreifach auf der Anzeigentafel in der Allianz Arena. Zum siebten Mal in seiner Karriere hatte Lewandowski einen Dreierpack in einem Bundesliga-Spiel geschnürt, mehr schafften bisher nur acht Spieler in der langen Ligahistorie. Damit schraubte der polnische Stürmer seine Gesamt-Ausbeute in der Bundesliga auf 174 Treffer und auf 100 im Trikot des Rekordmeisters.

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Und das natürlich in Rekordzeit. Nur 120 Spiele beim FCB benötigte Lewandowski für seine 100 Bayern-Tore. Selbst der große Gerd Müller, der beste deutsche Stürmer der Ewigkeit, brauchte für seinen ersten Hunderter einstmals 136 Spiele. Damit hat Lewy den "Bomber der Nation" auch in Punkto Effektivität überholt - zumindest als Spieler des FCB. Müller traf von 1965 bis 1979 im Schnitt alle 105 Minuten ins Netz, Lewandowski liegt als Bayern-Spieler bei 98 Minuten. Rechnet man allerdings die Zeit bei Borussia Dortmund noch mit ein, verschlechtert sich der Schnitt des Polen auf 113 Minuten - dann ist er historisch nur noch zweiter in dieser Statistik.

Platz zehn in der ewigen Torjägerliste

Eine Bestmarke wird der 29-Jährige Gerd Müller allerdings sicher nicht wegnehmen können. Die 365 Bundesliga-Tore des Weltmeisters aus Nördlingen scheinen unerreichbar. Doch auch in der ewigen Torjägerliste schnellt Lewandowski nach vorne. Mit 174 Treffern liegt er bereits auf Rang zehn. Dieter Müller und Klaus Allofs (beide 177) sowie Stefan Kuntz (179) wird er mit großer Wahrscheinlichkeit noch in dieser Saison überflügeln. Auch zu Ulf Kirsten auf Platz sechs sind es nur acht Tore. Machbar. In der internen Bayern-Clubrangliste liegt er mit 100 auf Platz sechs, gleich hinter Dieter Hoeneß und Thomas Müller (beide 102). Auf den Dritten Roland Wohlfarth sind es auch nur 19 Tore. Sollte Lewy weiter so konstant treffen, dürfte er Wohlfarth in der kommenden Saison überflügeln.

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Wieder hat Robert Lewandowski zugeschlagen. Insgesamt hält er jetzt bei 174 Bundesliga-Toren
Wieder hat Robert Lewandowski zugeschlagen. Insgesamt hält er jetzt bei 174 Bundesliga-Toren © imago

Auch sein Status als Ausländer bringt Lewandowski ein paar Bestwerte in der Bundesliga ein. Mit 100 Toren ist er der beste Goalgetter mit ausländischem Pass in der Historie der Bayern. Sein niederländischer Teamkollege Arjen Robben hält bei 94, der Brasilianer Elber kam einst auf 92 Tore im Bayern-Dress. Insgesamt rangiert nur ein ausländischer Spieler noch vor ihm. Claudio Pizarro hat bisher 192 Mal für Werder Bremen, die Bayern und den 1. FC Köln zugeschlagen. Lewandowski liegt 18 Treffer dahinter - und gleichzeitig schon 41 vor dem Drittplatzierten Elber (133).

Zum dritten Mal Bundesliga-Torschützenkönig

Schon jetzt dürfte ihm die Torjägerkrone der Saison 2017/18 nicht mehr zu nehmen sein. 23 Mal hat er bisher getroffen. Pierre-Emerick Aubameyang (13) spielt nicht mehr in der Bundesliga, Nils Petersen vom Sport-Club Freiburg liegt elf Treffer zurück. Lewandowski wird die Trophäe also zum dritten Mal nach 2013/14 (für den BVB) und 2015/16 (Bayern) entgegennehmen. Nie zuvor ist das einem Spieler mit ausländischem Pass in der Bundesliga gelungen. Und überhaupt war nur Gerd Müller öfter Torkönig (sieben Mal), Ulf Kirsten und Karl-Heinz Rummenigge setzten sich die Krone wie Lewy je drei Mal auf.

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Einen alleinigen Rekord hat der Goalgetter allerdings gegen den Hamburger SV selbst versemmelt. Beim Stand von 4:0 trat er gegen die Rothosen zum Elfer an. Zuvor hatte er 17 Bundesliga-Strafstöße in Folge sicher verwandelt. Diesmal schoss er über das Tor. Und muss sich Platz eins in dieser Kategorie weiterhin mit Hans-Jörg Butt, dem ehemaligen Keeper von Hamburg, Bayer 04 Leverkusen und der Bayern, teilen. Er wird es verkraften können.

Von Tobias Schild und Tobias Anding (Statistiken)