Auf einem Bauernhof im kleinen Örtchen Empede, wenige Kilometer nordwestlich von Hannover ist Robert Enke daheim. Gemeinsam mit seiner Frau und den unzähligen Hunden hat er hier ein Zuhause gefunden.

Es war ein langer und vor allem beschwerlicher Weg für den Torhüter von Hannover 96, der seine ersten Gehversuche mit dem runden Leder beim SV Jenapharm Jena zu Zeiten der DDR machte. Im Alter von acht Jahren wechselte er zum großen Stadtrivalen, dem FC Carl Zeiss Jena.

Debüt gegen Hannover

Dort blieb Enke schließlich bis zur Saison 1995/96, in der er insgesamt drei Mal in der 2. Bundesliga für Jena zum Einsatz kam. Sein Debüt im Profifußball gab er ausgerechnet gegen den Club, der viele Jahre später sein erstes wirklich dauerhaftes Fußballzuhause werden sollte: Hannover 96.

Nach der Zeit in Jena folgte ein Wechsel zu Borussia Mönchengladbach. Bei den "Fohlen" reifte er mit der Zeit zum Stammtorhüter. Schon damals lobten Experten seine Reflexe und staunten über seine Ruhe und Besonnenheit. Mit 22 Jahren stand ihm die Welt offen - auch oder gerade nach dem Abstieg der Borussia im Jahr 1999.

Albtraum Fenerbahce

Enke entschied sich für einen Weg, den nicht mehr viele deutsche Talente gehen. Er ging ins Ausland zu Benfica Lissabon, avancierte zum Leistungsträger und so wurde ein ganz anderer Verein auf ihn aufmerksam: der FC Barcelona.

Doch der große Name brachte dem Torhüter wenig Glück. Nur ein Spiel bestritt Enke zwischen 2002 und 2004 bei den Katalanen. Ein Ausleihgeschäft zu Fenerbahce Istanbul endete in einer Katastrophe. Die eigenen Fans bewarfen den deutschen Keeper schon bei dessen erstem Einsatz mit Gegenständen, woraufhin Enke seinen Vertrag auflöste. Erst ein Gastspiel bei CD Teneriffa brachte ihn wieder nach oben.

In Hannover zuhause

Auf der Urlaubsinsel fand er auch wieder sein "Glück im Spiel". Hannovers damaliger Trainer, Ewald Lienen, machte genau dort Ferien und wollte sich nebenbei mit dem Torwart treffen. Kurze Zeit später folgte seine Rückkehr nach Deutschland - und zwar eben zu jenem Verein, gegen den er sein erstes Profispiel bestritt.

Seither ist er eine feste Größe - nicht nur bei den Niedersachsen, sondern auch in der Bundesliga. Doch der Medienrummel ist nichts für Enke. Da ist er wie alle anderen guten Torhüter auch: auf dem Platz immer am Limit, privat ruhig und als Familienmensch.

Der Hundefreund nutzt seinen Promi-Status nur, um sich für verschiedene Projekte stark zu machen. So unterstützt Enke zum Beispiel die Tierschutzorganisation PETA und den Verein Kinderherz e.V. Hannover.

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