Ist das wirklich der Superstar des FC Bayern? Derjenige Spieler, der in den vergangenen Wochen nach seinen vielen entscheidenden Toren wild jubelnd, laut schreiend und ausgelassen feiernd durch diverse Arenen rannte?

Wie er da so sitzt bei der Presserunde in einer Jeans und einem braunen Kapuzenpullover, wirkt er fast schüchtern, der Münchener Matchwinner. Aber doch, er ist es: Arjen Robben.

Robben will Titel

Und er weiß genau, was er will mit dem FC Bayern. "Ich bin zurzeit auch zufrieden mit meinen Leistungen, will aber noch bis zum Ende der Saison so weitermachen", kündigt Robben an: "Ich will Erfolge feiern und wir sind in einer super Position, um Titel zu gewinnen in diesem Jahr."

Nicht zuletzt natürlich gerade wegen ihm: Mit insgesamt 16 Pflichtspieltoren hat sich der 26-Jährige direkt mal in die Herzen von Fans und Verantwortlichen gespielt. Unvergessen natürlich die spektakulären Treffer in jüngster Vergangenheit: der Weitschuss-Schlenzer in Florenz, der Slalom-Lauf auf Schalke und der Volley-Kracher in Manchester.

Der Niederländer hat die Münchener in Reichweite des "Triples" geführt. Selbst glaubt er allerdings nicht ganz an den dreifachen Jubel im Mai. "Alles zu gewinnen wird schwierig. Barcelona ist eine bessere Mannschaft als wir, in der Champions League sehe ich daher nicht so große Chancen." Deutsche Meisterschaft und der DFB-Pokal sollen es aber schon sein.

Nach der Freizeit ist vor Hannover

Aber auch der Weg zu diesen beiden nationalen Erfolgen ist noch nicht vollends geebnet. "Wir reden über Titel und haben noch gar keinen", hebt er warnend den Zeigefinger: "Wir haben natürlich überragende Wochen gehabt. Aber wir dürfen nicht in Euphorie verfallen, sondern müssen Spiel für Spiel machen. Jetzt ist nur Hannover wichtig!"

Und so lenkt Robben in der ersten nicht-englischen Woche seit langem für den deutschen Rekordmeister eindringlich den Fokus auf die Partie am Samstag (ab 18 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Klar, das Durchschnaufen mit zwei freien Tagen tat auch dem unermüdlichen Flügelflitzer gut. "Ich habe am ersten Tag noch mit den Physiotherapeuten gearbeitet. Dann haben wir Geschenke für unseren Sohn gekauft und waren im Zoo", erzählt er über die Freizeit mit seiner Familie, blickt aber schon wieder voraus: "Jetzt haben wir drei Tage Vorbereitung und dann beginnt wieder einen neue Runde von drei bis vier intensiven Wochen. Wir müssen trainieren, uns verbessern und nur an die drei Punkte am Samstag denken."

Van Buyten warnt vor Schlendrian

Ins gleiche Horn bläßt auch Daniel van Buyten. "Ich hätte nie gedacht, dass Hannover gegen Schalke vier Tore schießt und gewinnt. Und davor haben sie schon in Hamburg ein Unentschieden geholt, was auch nicht einfach ist. Die Mannschaft hat sich wieder gefunden, braucht Punkte und will mindestens ein Unentschieden holen", warnt der Belgier vor den Gästen am Samstag.

Die Erinnerungen an die letzten Wochen vor Weihnachten sollten ihn und die Kollegen aber zuversichtlich stimmen: Zwölf Punkte gab es vor Winterpause gegen Hannover, Gladbach, Bochum und Berlin. "Das ist wieder machbar, aber dafür müssen wir uns voll darauf konzentrieren. Jetzt ist jedes Spiel ein Finale", sagt van Buyten.

Späße und Tipps für Ribery

Auch mit dem Dauerthema zu Franck Riberys sportlichem Verbleib will sich das belgisch-niederländische Duo nicht beschäftigen. "Wir machen schon Späße über das Ausscheiden von Real Madrid oder Chelsea nach dem Motto: Wenn du da hingehst, verlierst du gegen uns - das wäre doch schade", so der Innenverteidiger: "Aber wichtig ist jetzt der FC Bayern."

"Vielleicht ist es besser, am Saisonende über seine Zukunft zu reden. Franck ist ein wichtiger Spieler für uns in den nächsten Wochen, und er sollte nicht so viel an seinen neuen Vertrag denken. Das wichtigste ist aber, dass wir mit Franck Titel gewinnen", wünscht sich Robben und flachst: "Beim 'Triple' kann er gehen..." Denn schließlich will er noch ein paar Mal jubelnd, schreiend und feiernd durch vollbesetzte Stadien drehen.

Von der Säbener Straße berichtet Tim Tonner


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