Zusammenfassung

  • Arjen Robben hat zu seinem 100. Champions-League-Spiel viele Nachrichten bekommen

  • Der Niederländer fühlt sich fit und will auch mit 33 Jahren immer spielen

  • Für ihn gilt das gleiche wie für seinen Trainer Jupp Heynckes: Alter ist nur eine Zahl

München - Gerne hätte Arjen Robben sein Jubiläum mit einem Tor gekrönt. In seinem 100. Champions-League-Spiel glänzte der Niederländer trotzdem, als Vorbereiter des Treffers zum 3:0-Endstand für den FC Bayern München gegen Celtic Glasgow - und sogar als Rechtsverteidiger. Hinterher sprach der 33-Jährige über seine neue Rolle unter dem neuen Trainer Jupp Heynckes und die Arbeit mit dem Rückkehrer.

Frage: Arjen Robben, Glückwunsch zu Ihrem 100. Champions-League-Spiel. Spielt diese Zahl für Sie eine Rolle oder war es ein Spiel wie jedes andere?

Arjen Robben: Ich habe es vorher gewusst. Ich habe einige Nachrichten von Freunden bekommen. 100 Spiele in der Champions League sind etwas Besonderes, aber ich habe mich nicht anders auf das Spiel vorbereitet. Wir wollten als Mannschaft wieder eine gute Leistung bringen und an letzten Samstag anknüpfen. Ich glaube, das ist gelungen.

>>> Quiz: Wie gut kennst Du Jupp Heynckes?

Frage: Jupp Heynckes sprach von den drei Baustellen Hierarchie, Taktik und Fitness. Sehen Sie schon eine dieser Baustellen geschlossen?

Robben: Wir sind auf einem guten Weg. Nach zwei Spielen muss man jetzt nicht übertreiben. Der Trainer macht ganz klar, was er will. Alle wissen, was wir an ihm haben und was er von der Mannschaft und den Spielern verlangt. Wir müssen das dann auf dem Platz umsetzen. Wir haben schon einiges verbessert, aber es kann noch besser werden. Wir dürfen nicht zufrieden sein. Wir müssen weitermachen.

Frage: Mit Blick auf die kommenden Wochen und die Spiele gegen RB Leipzig und Borussia Dortmund, könnte auch Rotation wieder eine Rolle spielen. Könnten Sie auch mit einer Pause am Wochenende leben?

Robben: Ich bin auch nicht mehr der Jüngste, aber ich fühle mich im Moment fit. Und wenn du fit bist, willst du immer spielen und im Rhythmus bleiben. Das ist auch eine Stärke einer Mannschaft. Wir haben ganz viel Qualität in der Mannschaft, aber wir brauchen auch Automatismen. Zu viel Rotation ist auch nicht gut, aber letztendlich muss der Trainer das entscheiden. Wenn du erfolgreich sein willst, brauchst du alle Spieler. Der Trainer wird da die richtigen Entscheidungen treffen.

Frage: Nach dem 3:0-Auftaktsieg in der Champions League gegen Anderlecht waren Sie nicht zufrieden mit der Einstellung, jetzt sieht das schon ganz anders aus.

Robben: Ich bin immer offen und ehrlich. Wenn es gut ist, ist es gut und wenn nicht, muss man das auch ansprechen können. Du spürst es innerhalb der Mannschaft, wenn sie mit der Leistung zufrieden ist. Damals war es nicht so. Heute haben wir gewonnen, aber es gibt immer noch Sachen, die man ansprechen kann, etwa die Chancen, die wir am Ende zugelassen haben. Wir können mehr Tore schießen. Allgemein ist die Tendenz positiv.

Video: Das macht den FCB aus

Frage: Heynckes hat neue Regeln zur Pünktlichkeit und Disziplin eingeführt. Wie wichtig sind die?

Robben: Man braucht immer eine gewisse Disziplin. Die Spieler, die schon vor vier, fünf Jahren mit ihm zusammengearbeitet haben, wissen Bescheid. Es gibt nicht viel Neues, aber es ist dennoch anders. Immer wenn ein neuer Trainer kommt, gibt es auf und neben dem Platz Veränderungen.

>>> Jupp, Jupp, Jupp - Heynckes entfacht Euphorie

Frage: Heynckes legt viel Wert auf die Defensive, auch Sie arbeiteten mit nach hinten und bekamen für eine Grätsche in der ersten Hälfte Szenenapplaus. Wie hat sich Ihre Rolle unter dem neuen Trainer im Hinblick auf die Defensivarbeit verändert?

Robben: Nach vorne arbeiten wir alle zusammen, aber auch nach hinten. Defensivarbeit gehört auch dazu. Meine Stärken und die der anderen Angreifer liegen natürlich vorne, aber wir brauchen die Stabilität, damit wir als Mannschaft gut stehen. Ich habe dem Trainer schon gesagt, wenn er einen Rechtsverteidiger braucht, bin ich bereit. (lacht)

Frage: Steht jetzt wieder ein Team auf dem Platz?

Robben: Man muss es nicht übertreiben. Vorher waren wir nicht nur Individuen, wir waren auch eine Mannschaft. Aber an einigen Stellen hat es ein bisschen gefehlt. Jetzt müssen wir auch nicht sagen, wir sind wieder eine Mannschaft. Wenn man Erfolg haben und Titel gewinnen will, braucht man nicht nur Hierarchie, sondern auch die Chemie und die Zusammenarbeit auf und neben dem Platz. Man muss nicht 11 oder 23 Freunde in einer Mannschaft haben, aber man muss sich aufeinander verlassen können.

Frage: Brennt Jupp Heynckes noch genauso wie bei seinem letzten Champions-League-Spiel vor viereinhalb Jahren?

Robben: Ich glaube schon. Für mich gilt das gleiche wie für ihn: Alter ist nur eine Zahl. Er ist frisch, fit und hat noch viel Lust auf diese Saison.

Aus München berichtet Maximilian Lotz