Kanada ist eine Eishockeynation. Die legendärsten Duelle auf dem Eis wurden unter dem Ahornblatt gespielt. Doch auch Fußballer stammen aus der Heimat von Wayne Gretzky und Co. Rob Friend zum Beispiel.

Geboren wurde der im 2300-Seelen-Ort Rosetown in der Provinz Saskatchewan. Und auch wenn den Kindern die in dieser Gegend Eishockey in die Wiege gelegt wird, war Friend nicht einzig auf ein Leben auf Kufen eingestellt. Er spielte Volleyball, Rugby, Tennis und natürlich Fußball. Doch erst mit 17 Jahren entschied er sich endgültig für das runde Leder.

Üben, üben, üben

"Andere erreichen ein gewisses Level schon in einem frühen Alter, doch ich entwickle mich noch heute", sagt Friend über seinen Werdegang. "Daher übe ich oft noch lange nach dem Training an den Dingen, die ich in der Jugend verpasst habe, die mich aber besser machen."

Trotz der angeblichen Defizite spielte Friend an der Western Michigan University und ging nach zwei Jahren an die University of California Santa Barbara. In seinem Abschlussjahr traf er in zwölf aufeinanderfolgenden Spielen. Noch heute ist das die viertlängste Serie im amerikanischen College-Fußball.

Weggang nach Norwegen

Anschließend hatte die Major League Soccer ein Auge auf das Talent geworfen. Chicago Fire sicherte sich Friends Rechte im MLS Super Draft 2003. Doch den Kanadier zog es nach Europa zum norwegischen Club Moss FK.

Später folgte die Station Molde FK, ehe er 2006 beim SC Heerenveen in den Niederlanden unterschrieb. Doch nur ein halbes Jahr später wurde er an Heracles Almelo ausgeliehen. Friend suchte eine neue Herausforderung - und fand sie in Deutschland.

Glücksgriff Gladbach

"Wir wollen einen großen, kopfballstarken Spieler mit viel Präsenz, einen, der für 15 Tore gut ist", machte Jos Luhukay im Sommer 2007 deutlich. Der damalige Coach der Gladbacher Borussia suchte einen robusten Angreifer und wurde in seinem Heimatland fündig.

Und so gaben Friend und die "Fohlen" sich kurze Zeit später das "Ja-Wort". Als völlig unbeschriebenes (Ahorn)Blatt kam der Stürmer nach Mönchengladbach. Doch schnell machte er sich einen Namen. Mit 18 Treffern in 33 Partien hatte er maßgeblichen Anteil am Aufstieg der "Fohlen" in jener Saison und übertraf zugleich die Anforderungen seines Trainers.

Umstellung Bundesliga

Die anschließende Umstellung auf die Bundesliga beschreibt Friend so: "Die Bundesliga ist eine ganz besondere Herausforderung, hier geht es schneller zur Sache als in der 2. Bundesliga, hier darfst du dir keinen Fehler leisten, denn der wird sofort bestraft. Du bekommst als Angreifer weniger Chancen, um dein Tor zu erzielen."

Dennoch brachte es der Nordamerikaner auf sieben Treffer und war erfolgreichster Schütze der Borussia. Dabei konnte Friend aufgrund einer hartnäckigen Fersenverletzung nur 24 Saisonspiele absolvieren. Es war die erste ernsthafte Verletzung in seiner Laufbahn. Und in Zukunft will er wieder mit Toren Schlagzeilen schreiben.

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