Die Niederlande schont ihre Stars und träumt dennoch vom WM-Titel, und auch in Frankreich keimt nach dem gelungenen Härtetest für Franck Ribery wieder leise Hoffnung auf.

Zwei Wochen vor dem Startschuss der WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) zeigt die Formkurve der beiden Mitfavoriten nach oben. Während die "Equipe Tricolore" alles auf die Karte Franck Ribery setzt, heißt bei "Oranje" das Zauberwort Teamgeist.

Van Persie traf doppelt

"Wir haben eine super Stimmung innerhalb der Mannschaft. Das war ja bei großen Turnieren in der Vergangenheit nicht immer so", sagte der Stuttgarter Khalid Boulahrouz nach dem 2:1 im Testspiel der "Elftal" in Freiburg gegen WM-Teilnehmer Mexiko: "Und wir wollen diesmal nicht in Schönheit sterben." Für Rafael van der Vaart ist klar: "Der WM-Titel ist das Ziel."

Die Offensivqualitäten sind ohnehin unbestritten. Gegen Mexiko war es Robin van Persie vom englischen Premier-League-Club FC Arsenal, der mit einem "Doppelpack" (17. und 42.) für den Sieg sorgte und daraufhin in der Heimat mit Lob überhäuft wurde. "Van Persie ist der große Gewinner bei Oranje", schrieb De Telegraaf und die Zeitung Volkskrant befand: "Van Persie ist ein echter Straßenfußballer."

Bondscoach Bert van Marwijk scheint die richtige Mischung aus Angriffsfußball und Defensive gefunden zu haben. "Es ist wichtig, dass alle zusammenhalten", sagte der frühere Trainer von Borussia Dortmund, der im Testspiel auf die Champions-League-Finalisten Arjen Robben, Mark van Bommel und Wesley Sneijder verzichtete.

Tor durch Ribery

So etwas könnte sich Frankreichs Trainer Raymond Domenech bei Ribery kaum erlauben. "Francky ist einfach unersetzlich im Spiel der Franzosen", schrieb die Sporttageszeitung L'Equipe nach dem 2:1-Sieg im Test in Lens gegen Costa Rica. Die Nachrichtenagentur AFP meinte: "Seine Auswechslung am Ende des Spiels mit begeisternden Ovationen der Fans zeigt: Der einzige Star der Blauen ist Ribery."

In der Tat scheint das Publikum dem Mitelfeldspieler den Sex-Skandal, in den auch andere französische Nationalspieler verwickelt waren, verziehen zu haben. Ribery bedankte sich für den warmen Applaus der Anhänger mit einem starken Spiel und einem Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 (22.).

Neues System

Es wirkt, als würde die Unterschrift unter den neuen Bayern-Vertrag bis 2015 den 27-Jährigen beflügeln. Vergessen scheinen die Erinnerungen an die eher durchwachsene Saison mit vielen Verletzungen und der Sperre im verlorenen Champions-League-Finale gegen Inter Mailand (0:2).

Zudem änderte Domenech für den Ausnahmekönner sein System von 4-2-3-1 auf ein 4-3-3. Abgesichert von Florent Malouda genoss Ribery alle Freiheiten - und er nutzte sie. Neben Ribery traf Matthieu Valbuena (83.) in seinem ersten Länderspiel für den Weltmeister von 1998. Carlos Hernandez (11.) hatte Costa Rica in Führung gebracht.

Derweil kamen die südafrikanischen WM-Teams Uruguay und Chile zu ungefährdeten Testspielsiegen. Während der zweimalige Weltmeister Uruguay in Montevideo Isreal beim 4:1 keine Chance ließ, fertigte Chile im heimischen Calama das Team aus Sambia mit 3:0 ab.